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Hugo von Hofmannsthal und Carl Schmitt
'Der Befehl des Souveräns ist Gesetz': In Übereinstimmung mit der frühneuzeitlichen Staatslehre konzipiert Carl Schmitt die Setzung des Rechts als einen imperativen Akt. Hugo von Hofmannsthals Drama 'Der Turm' führt diesen vor und stellt eine Frage, die rechtswissenschaftlich nicht zu beantworten ist: 'Woher – soviel Gewalt?' Auf den Spuren von Georg Simmel und Sigmund Freud sucht Hofmannsthal nach den Quellen einer Befehlsgewalt, die in seinem Trauerspiel der Souverän nicht mehr hat, die als 'geistiger Imperator' aber der Dichter ausüben soll. Diese Idee bestimmt seine Kulturpolitik nach dem Ende des Staates, deren eigenste Problematik in seinem Drama der Souveränität verdichtet zur Darstellung kommt. Der Gedanke einer 'heilsamen Diktatur' der Dichter scheint heute so unwiederholbar wie die juristische Konzeption eines souveränen Gesetzesbefehls. Daß beide Vorstellungen immer wieder erinnert werden, bezeugt ihre bleibende Gegenwärtigkeit. Wie ist nach der Erfahrung des Totalitarismus das Erbe dieser anderen Moderne anzunehmen?
In: Fatale Sprachen
In: Hannah Arendt und Giorgio Agamben
In: Theaterfeindlichkeit

Abstract

During the first half of the 18th century, court-orientated scholarship helped shape a concept of ,,ceremony“ that had a great impact on religious practices in a number of ways: First, this scholarship itself fostered a ,,politicization“ of church services by subjugating them to the criteria of decorum and political utility. Second, in analogy to courtly ceremonies, church service was understood as a sign of reverence aiming to win grace. A critical religious philosophy, blaming this understanding for superstitious cult practices, foreclosed the full development of an ethical understanding of ceremony that was already recognizable in the philosophical foundations of the older ceremonial sciences. At the end of the century such an understanding continued to be pursued only within the context of justifying Jewish ceremonial law.

In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte
In: Anstalten machen
In: Zur religiösen Signatur des Kapitalismus
Franz Sternbalds Wanderungen von Ludwig Tieck und die Emergenz einer neuen Bildlichkeit
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Tiecks Roman ist von höchstem Quellenwert für die Anfangsbedingungen, unter denen Kunstwissenschaft in der Folge des 19. Jahrhunderts zur Disziplin wird. Eine Wissenschaft, die beharrlich ihre literarischen Ursprünge verleugnet, denen sie sich verdankt.
Das romantische Projekt, das sich in die Vergangenheit projiziert, um Zukunft entwerfen zu können, begreift Bilder auf neue Weise. Erst die romantische Lektüre lässt die Renaissance als Epoche lesbar, erfahrbar und im Folgenden zu dem Phantasma der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts werden. Dabei erweist sich Tieck als Kunsthistoriker avant la lettre, der seinen Vasari besser zu lesen verstand als viele Fachleute nach ihm.
Die politisch-ökonomische »Diesseitsreligion« des russischen Realsozialismus hat sich 1990 von der Bühne der Geschichte verabschiedet. Nicht verabschiedet haben sich die Motive der Kapitalismuskritik: die systemischen Krisen, das Elend, der Hunger, das System maßloser Verschuldung.
Fünf zentrale Fragestellungen lassen sich hieraus ableiten: nach den religiösen und theologischen Figuren der Ökonomiekritik im 19. und 20. Jahrhundert; nach dem Zusammenhang von Religion und Ökonomie; nach der Bedeutung und Tragfähigkeit der Säkularisierung angesichts der religiösen Implikationen sowohl der kapitalistischen Ökonomie als auch ihrer sozialistischen Kritik; nach der Bedeutung des Sakralen und Profanen in der bürgerlichen Moderne; nach der Religiosität der kommunistischen Bewegung, ihrer Heilserwartungen, politischen Kulte und Liturgien.
In 13 pointierten Beiträgen untersucht dieser Band die unterschätzte Bedeutung der Theaterfeindlichkeit für die Entwicklung der Theaterkunst und -theorie von der Antike bis zur Gegenwart.
Tatsächlich ist die Theaterfeindlichkeit nicht nur ebenso alt wie das Theater selbst und gerade in Phasen der ›Hochkonjunktur‹ von Theaterkunst und theatraler Aktivität besonders häufig anzutreffen. An ihren vielgestaltigen Äußerungen lässt sich außerdem aufzeigen, dass die Gegner des Theaters nicht selten aufmerksamer und sensibler für die medialen Eigenheiten, die Effekte und nicht zuletzt die Verführungskräfte des Theaters sind als dessen Fürsprecher, und dass sie ihre Einwände pointiert zu artikulieren verstehen.