In: Der sich selbst entfremdete und wiedergefundene Marx
Author: Matthias Rothe

Abstract

Christian Lotz’s book, The Capitalist Schema: Time, Money, and the Culture of Abstraction, seeks to reconcile Marx’s logic of conceptual determination with Kant’s logic of constitution. It is in this context that Lotz reconfigures Kant’s transcendental schema as money and understands money as an a priori determination that makes the world accessible and meaningful to individuals. Furthermore the book’s point of departure is Adorno’s Kant interpretation, and in foregrounding money Lotz also wishes to ‘reconnect Adorno’s Critical Theory to Marx’. The review engages with both endeavours, discusses the, so to speak, temporal impossibility of such a reconciliation project and revisits a previous attempt to bring Kant and Marx together: Alfred Sohn-Rethel’s theory of real abstraction.

In: Historical Materialism
Die gegenwärtige Krise des Kapitalismus hat ein neues Interesse an den Schriften von Karl Marx geweckt. Nach dem Zerfall der (Staats-)Sozialismen scheinen die Bedingungen für eine kritische Neuaneignung günstig. Lange Zeit war die kulturwissenschaftliche Theoriebildung ohne Marx undenkbar, bis er aus verschiedenen Gründen in Vergessenheit oder Misskredit geriet. Der Band macht Marx der kulturwissenschaftlichen Theoriebildung wieder zugänglich.Er nähert sich seinem Werk in drei Zugängen an: Der erste beleuchtet die Eigentümlichkeiten der Marx’schen Philosophie durch Vergleiche mit anderen avancierten zeitgenössischen Denkern (Darwin, Blanqui, Proudhon u.a.). Der zweite geht der Entfremdung der Marx’schen Theorie in der Arbeiterbewegung (bei Lenin u.a.) nach; einen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Problematik des Antisemitismus. Im dritten Teil schließlich werden neuere Marx-Lektüren rekonstruiert (Benjamin, Foucault, Derrida, Badiou u.a.). In diesen Perspektiven tritt Marx als ein eminent aktueller Autor hervor, der von großer Relevanz für die Erhellung gegenwärtiger Probleme ist Das Buch, entstanden aus einer Konferenz, die der jüngst verstorbene Heinz Dieter Kittsteiner konzipiert hat, ist seinem Andenken gewidmet.