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Lyon, franz. Stadt an der Einmündung der Saône in die Rhône. Urspr. eine keltische Siedlung, die 43 v.Chr. röm. Kolonie und in der Folgezeit Verwaltungszentrum der drei gallischen Provinzen wurde. Bereits Ende des 4.Jh. entsprach der kirchl. Provinzialverband L.s der Reichsprovinz Lugdunensis Prima. Die Gründung der ersten christl. Gemeinde Galliens ist mit Pothinus (gest.177) und dem aus Smyrna stammenden Irenaeus verbunden. Nachdem der Merowingerkönig Guntram seine Residenz 561 nach Chalon-sur-Saône verlegt hatte, war L. auch in der Karolingerzeit keine sedis regia mehr. Dadurch wurde der Ausbau der Bischofsherrschaft begünstigt. Bf. Agobard schuf mit der Kathedralschule eine berühmte Stätte karolingischer Renaissance (Karolinger). Der Metropolitanverband umfaßte die Suffraganbistümer Mâcon, Chalon, Autun und Langres. 1079 wurde der Erzbf. von L. zum Primas Galliae ernannt. Die Primatialkirche war auf ihre aristokratische Exklusivität bedacht. Das geringe Interesse an kirchl.-monastischer Erneuerung (Cluny) führte auch im 12.Jh. zum Scheitern von Valdes und den »Armen von L.«. Im 13.Jh. wurden in der Rhônestadt zwei Konzile (Lyon, Konzile von) abgehalten: Lugdunense I (1245) beschäftigte sich mit der Absetzung Friedrichs II. als dt. König und röm. Kaiser; Lugdunense II (1274) verfehlte die angestrebte Union mit den Griechen. Unter Erzbf. Amédée de Talaru (1415–1444) verbrachte J.Gerson seine letzten Lebensjahre in L. als Seelsorger. Ende des 15.Jh. erfolgte der wirtschaftliche Neuaufschwung der Stadt (Seidenindustrie), wobei die Niederlassung berühmter Drucker (u.a. Balthassare de Gabiano, François De La Porte) L. zu einem der bedeutendsten Druckorte in Europa machte. Der Buchdruck sorgte für rege Verbreitung ital. Lit. (F.Petrarca, Dante Alighieri), dann auch humanistischen und reformatorischen Gedankengutes. 1802 umfaßte die Diözese die drei Départements Rhône, Loire und Ain mit ca.750 000 Seelen (daneben 6000 Protestanten und 67 Juden). Seit 1875 hat L. eine kath. Universität (Institut catholique).

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(Ostfrankreich). Drei Territorialbez. – Austrasien, Lotharingien und Lorraine – kennzeichnen die hist. Entwicklung dieses Grenzgebietes zw. Frankreich und dem Dt. Reich. Aus der röm. Provinz Belgica I entstand zu Beginn des 6.Jh. der Teil eines neuen Königreichs (Austrasien), das sich über drei Jh. von Reims bis Thüringen erstreckte. Die spätere Lorraine war von drei polit. Machtbereichen umgeben: Burgund, Alemania und Champagne. Mit dem Teilungsvertrag von 843 entstand das Reich Lothars I. als Korridor zw. Staaten mit unterschiedlicher Entwicklung. Als Zankapfel benachbarter Königreiche wurde Lotharingen im 10.Jh. in zwei Herzogtümer aufgeteilt: Nieder- und Oberlothringen. Mit dem Aufstieg des Hauses Elsaß (1047) kristallisierte sich bis zur Vereinigung mit Frankreich (1766) die heutige Lorraine heraus. Im 11.Jh. kam es zur Ausbildung einer Reihe von Grafschaften (z.B. Vaudémont, Bar), daneben entstanden (begünstigt durch Immunitäten) die großen Fürstbistümer. Die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun gehörten zur Reichskirche. Bruno von Toul schuf während seines Pontifikats (Leo IX.) die Grundlagen für die gregorianische Kirchenreform (Gregor VII.), die Abteien Gorze und Brogne sind Ausgangspunkte für die klösterliche Erneuerung in L. geworden. Die Lorraine wurde bis zum 15.Jh. zunehmend ein Machtfaktor der franz. Politik. Unter dem Herzog von Guise (René d'Anjou) wurde die Vereinigung der beiden großen weltl. Fürstentümer (Bar und Lorraine) vollzogen, deren Unabhängigkeit durch die Niederlage Karls des Kühnen (1477) gesichert war. Die vollständige Vereinigung des Landes scheiterte jedoch am Widerstand von Metz (Bischof und Patriziat). Im Vertrag von Nürnberg (1542) wurde das Herzogtum L. für »frei und selbständig« erklärt und damit der Zuständigkeit des Speyerer Reichskammergerichts entzogen. Mit dem Vertrag von Chambord (1552) zw. Kurfürst Moritz von Sachsen und Heinrich III. erhielt der franz. König das »Reichsvikariat« über Metz, Toul und Verdun, obwohl dieses Amt in der Reichsverfassung nicht vorgesehen war.

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Ludwig IX., der Heilige, von Frankreich (25.4.1214 Poissy – 25.8.1270 Karthago), ältester Sohn von Ludwig VIII. (Regierungszeit 1223–1226) und Blanca von Kastilien (1188–1252). Mit zwölf Jahren wurde L. König von Frankreich, zunächst noch unter der Vormundschaft seiner Mutter, die jedoch auch nach 1234 Mitregentin blieb. Außenpolit. bestimmten drei große Machtbereiche das Handeln L.s: Byzanz (Konstantinopel/Byzanz), der Islam und das Mongolenreich. Die Allianz zw. Mongolen und dem franz. König gegen den Islam hatte keinen Erfolg. Gegen die verdorbene Welt der Stadtbürger setzten die von L. geförderten Bettelorden ein Leben in Armut nach dem Evangelium. L. war Anhänger der großen Bußbewegung, die sich nach christl. Vollkommenheit sehnte. Neben den Mendikanten, deren Vorbild beim König flüchtig den Gedanken aufkommen ließ, selbst Bettelmönch zu werden, standen bes. die Zisterzienser in der hohen Gunst des Königs. Innenpolit. gelang ihm als rex pacificus im Vertrag von Paris (1259) der Friedensschluß mit England, das fast den ganzen Westen Frankreichs besaß. 1229 führte er die Albigenserkriege (Albigenser) zu Ende und schloß Frieden mit Graf Raimund VII. von Toulouse. L. war damit der erste König von Frankreich, der über beide Hälften des Königreichs herrschte. Abgesehen vom Bau des Hafens in Aigues-Mortes war er jedoch am Süden nicht weiter interessiert. Unter L. wurde Paris in bes. Weise Residenzort (caput regni). L. suchte bewußt den dynastischen Anschluß über die Karolinger hinaus zu den Merowingern herzustellen. Sichtbarer Ausdruck dafür wurde die von ihm zw. 1263 und 1267 veranlaßte Neuorganisation der Königsgräber in St.-Denis. Als Kleinod der Gotik wurde die 1248 eingeweihte Sainte-Chapelle würdiger Schrein für die 1239 erworbenen Passionsreliquien. In Parallelität zur translatio imperii verfolgte er den Gedanken der translatio studii, Paris mit der Theol. als Krönung der Wiss. (Sorbonne; Paris: II.) zur geistigen Hauptstadt der Christenheit zu machen. 1234 heiratete L. die 13-jährige Margarete als älteste Tochter von Raimund Berengar V. (Graf der Provence). Mit ihr hatte er elf Kinder, von denen sieben den Vater überlebten.

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Metz, franz. Stadt in Lothringen, wurde unter König Sigisbert I. (561–575) Hauptstadt Austrasiens, die Wirkungsstätte des hl. Arnulf (617–639) zur Grablege der karolingischen Dynastie (Karolinger). Die ersten Bf. sind seit dem Ende des 3.Jh. nachweisbar. Im 8.Jh. wurde der aus dem Senatorenadel stammende Chrodegang führender Kopf der fränkischen Kirchenreform. Die Territorialherrschaft des Bischofs reichte seit dem 11.Jh. bis ins Elsaß und den Wormsgau im Osten. Die Grenzen des Bistums erstreckten sich bis Ende des 18.Jh. auch auf Gebiete, die heute zu den Diöz. Speyer und Trier gehören. Der Metzer Bischof konnte im 12.Jh. seine Herrschaft gegen das Patriziat behaupten, wurde aber im 13.Jh. verdrängt. Gegen die Macht der Stadt formierte sich im 14.Jh. eine Koalition der vier Territorialfürsten: Erzbf. von Trier, Herzog von Lothringen, die Grafen von Bar und Luxemburg, die jedoch auch im folgenden Jh. keinen durchgreifenden Erfolg hatte. Im 13./14.Jh. erlebte M. einen Höhepunkt in kulturellen Leistungen (Buchmalerei, Geschichtsschreibung). Die Reformation machte sich zuerst im Nordosten der Diözese (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken) bemerkbar. Reformatorische Prediger waren in M.F.Lambert von Avignon, Jean Vedaste aus Lille und der aus Tournay gebürtige Jean Châtelain, der im Juli 1525 als erster Märtyrer der Reformation im Metzer Land hingerichtet wurde. Als eigentlicher Begründer der ref. Kirche von M. gilt G.Farel (1542/43). Mit dem Religionsfrieden von 1555 (Augsburger Religionsfriede) schied Pfalz-Zweibrücken aus der Diözese aus. Das tridentinische Reformwerk (Tridentinum) wurde in M. wegen langer Abwesenheit des Bischofs verspätet in Angriff genommen. Nach Ansätzen unter Weihbf. Antoine Fournier (1532–1610) kam es zu einer ersten aktiven Phase der kath. Reform im Zeitraum von 1595 bis 1612 im westlichen Teil der Diözese. Die ersten 50 Jahre des 17.Jh. waren für die ref. Kirche von M. die einzig wirklich friedvolle Zeit ihrer Gesch. Unter dem seit 1611 in M. wirkenden P.Ferry hatte sie mehr als 10 000 Gläubige. Das Auftreten J.B.Bossuets in M. (1657) fällt mit dem Beginn der Zwangsherrschaft über die Reformierten zusammen. Nach der Widerrufung des Edikts von Nantes (1685; Frankreich: II., 1.; Hugenotten: I.) ergriffen 13 000 ref. Gläubige die Flucht und erhielten Aufnahme in den Niederlanden, Hessen und Brandenburg. 1822 wurde M. Sitz eines ref. Konsistoriums, das 1850 nach Nancy verlegt worden ist.

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