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  • Author or Editor: Ralf Beuthan x
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In: Bildung und Freiheit
In der Gestalt von Buchstaben und anderen Schriftzeichen manifestieren sich Denktraditionen und Schreibhorizonte: Indem Buchstaben Zeichen figurieren, machen sie implizit kulturelles Wissen lesbar. Der Unicode-Standard bietet heute die umfassendste Codierung in der Kultur der Menschheit; das Verhältnis von universeller Lesbarkeit und der phänomenalen Gestalt prinzipiell aller Schriftzeichen wird hier neu verhandelt. In Zeiten weltweiter Kommunikationstechnologien stellt sich auf der einen Seite die Frage nach kulturellen und phänomenalen Besonderheiten von „Buchstaben der Welt“ auch in vergleichender Hinsicht daher neu: Wie entstehen die Schriftzeichen, die wir schreiben, das heißt, was sind die technischen, semiotischen, linguistischen oder ästhetischen Bedingungen für ihre Form in verschiedenen Sprachsystemen? Auf der anderen Seite eröffnet sich eine „Welt der Buchstaben“ im Sinne einer Innenwelt, die phänomenologisch-philosophisch analysiert werden kann. – Beiträge, die philosophische Denkräume und die Erscheinungsformen von Kultur als Buchstaben ausloten, bilden einen Schwerpunkt des Bandes. Komparative Betrachtungen zu fernöstlichen Zeichen und Schreibweisen, wie in der japanischen Kalligraphie, erlauben einen erweiterten Blick auf die unterschiedlichen Ausformungen von Zeichen und hiermit verbundene Funktionen. Grundlegende Erörterungen zur Buchstabengestalt runden den Band ab: aus Sicht der Semiologie, der Linguistik und des Schriftgestalters.
Die Kernthematik der Beiträge ist die Verbindung zweier geisteswissenschaftlichen Kernbegriffe: »Bildung« und »Freiheit«.
Während in den öffentlichen und fachlichen Debatten die Problemstellungen und Sachverhalte getrennt verhandelt werden, welche unter Bildung und Freiheit gefasst sind, soll der intrinsische Zusammenhang beider Begriffe im Anschluss an Hegels elaborierte Bildungstheorie untersucht werden. Erst mit diesem Zugang gewinnt das Begriffspaar eine analytische Kraft, um Problemfelder moderner Gesellschaften nicht nur zu begreifen, sondern transdisziplinäre Perspektiven zu eröffnen, die aus den Dilemmata und Blockaden herausführen, welche sich in den gegenwärtigen Debatten um Bildung zunehmend zeigen. Vertreten sind Beiträge aus Philosophie, Bildungsforschung, Soziologie, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft.