In: Der Neue Pauly Online

Globalization and Europeanization processes have led to an increasing public sphere deficit. This deficit can be addressed by a transnationalization of the individual countries’ national public spheres. This requires a perception of discussions in other national public spheres, a condition which is met if citizens of a nation-state follow reporting of issues in other countries. Using Eurobarometer surveys, we examine the extent to which citizens of 27 European countries engage with foreign media and the factors that determine participation in a transnational public sphere. Only a small minority of EU citizens engage with foreign media, and there are considerable differences between countries and citizens. Using multilevel techniques we find that besides other factors education, professional status and multilingualism play a crucial role in explaining participation in a transnational public sphere, resources which are distributed very unevenly among citizens. Thus, participation in a transnational public sphere is an issue of social inequality.

In: Comparative Sociology

Abstract

Pierre Bourdieu’s work has argued that there is a homology of social classes on the one hand and cultural consumption on the other. In contrast, theories of individualisation posit that social class plays only a minor role in shaping lifestyle in contemporary societies. In this paper we examine a) how much contemporary highbrow lifestyles in 27 European countries are structured by class membership, b) the extent to which highbrow consumption varies according to the level of modernisation of a society and c) whether the explanatory power of social class in relation to highbrow consumption decreases in more modernised European countries. The findings show that highbrow lifestyles are strongly influenced by social class, and that highbrow consumption is more common in more modernised societies. Moreover, the findings confirm the hypothesis that the formative power of social class on lifestyle decreases in highly modernised societies, albeit without disappearing completely.

In: Comparative Sociology
Das Dritte Reich und der Film
Mediale Mobilmachung meint weit mehr als die filmische Veranschaulichung einer ideologischen Botschaft. Sie verlangt, „zu elementaren Konfliktstellungen zu kommen, die mit den natürlichen Sinnen, den Augen und Ohren, ohne komplizierte Denkprozesse aufgenommen, das heißt unmittelbar erlebt werden können“ (J. Goebbels 14./15.2.1941). Wir würden dies heute – mit unserem Medien-Schreckensmann Jean Baudrillard – die mediale „Liquidierung aller Referentiale“ nennen. Die kritische Diskussion der These, dass im Dritten Reich ein vergleichbares Unternehmen vorerprobt wurde, kann nur dann gelingen, wenn beachtet wird, dass die Realität des Films im Dritten Reich neben dem Spielfilm den Dokumentarfilm, die Wochenschau, den Kulturfilm, den Unterrichtsfilm, den Werbefilm sowie den Trickfilm einschloss. Insofern kommt es den Beiträgern des Bandes darauf an, die hier jeweils verfolgten Strategien einer filmischen Realitätstransformation zu erhellen, um daraus dann die Konturen einer das Zusammenwirken dieser Filmangebote regulierenden Programmästhetik abzuleiten.
Der deutsche Schauerroman um 1800
Um 1800 geht das Gespenst einer neuen populären Romanform um: der Schauerroman.
In 17 Beiträgen wird die Entstehung des deutschen Schauerromans als eigenständige Formation in der Spätaufklärung und Frühromantik rekonstruiert und diskursgeschichtlich untersucht.
Ausgehend von anthropologischen Grundannahmen der Spätaufklärung zum Phänomen des Schauers u.a. bei Schiller und Grosse, über eine Reihe von Einzeluntersuchungen zu populären Formen des Schauerromans vom Ausgang der Romantik bis zur Jahrhundertwende um 1800, führt der Band die Kristallisation einer spezifisch romantischen Ästhetik des Schauerromans in den Schriften Tiecks, Jean Pauls und Hoffmanns vor.
Emphatische Intertextualität in der modernen Lyrik
Einfluss-Lust statt Einfluss-Angst: Der Band untersucht das Phänomen emphatischer Intertextualität als ästhetische Antwort und Gegenmodell zum allgegenwärtigen Originalitätsparadigma in der modernen Lyrik. Entgegen der starken These von der »Einfluss-Angst« (Bloom) und dem poststrukturalistischen Diktum einer subjektlosen und rein in der »Struktur des Geschriebenen selbst« (Derrida) enthaltenen Intertextualität beziehen sich viele Gedichte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart programmatisch und poetologisch motiviert auf individuelle literarische Vorbilder. Lyrische Fallstudien (u.a. zu Hugo von Hofmannsthal, Robert Walser, Bertolt Brecht, Franz Josef Czernin oder Marie-Thérèse Kerschbaumer) renommierter Literaturwissenschaftler erkunden ebenso wie Dichtergespräche mit zeitgenössischen Autoren unterschiedliche poetische Formen und Implikationen einer solchen emphatischen Intertextualität und beleuchten ihr Verhältnis zur Forderung nach Originalität, die sich in der Moderne als ästhetisches Dogma herausgebildet hat. Close readings fördern Poetiken zu Tage, die sich der scheinbar scharfen Antithese von epigonaler Kontinuität oder innovativem Bruch mit der Tradition verweigern und gerade in dem zur Schau gestellten Bezug auf dichterische Vorbilder ihre poetische Sprengkraft enthüllen.
Merleau-Ponty zum Hundertsten
Merleau-Ponty, der Denker des Sichtbaren und des Unsichtba-ren, beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit dem Motivkomplex „Kunst – Bild – Wahrnehmung – Blick“. Dieser Band zu seinem hundertsten Geburtstag würdigt seine innovativen Vorstöße und öffnet die durch den frühen Tod unterbrochenen Gedankengän-ge produktiv für neue Analysen zu dieser komplexen Thematik. Bill Viola sagte einmal in der Sprache Merleau-Pontys, dass „jede Kunstform vor allem das Unsichtbare abbilde. Aus diesem Grund besitzen Kunstwerke die Fähigkeit, uns über große Entfer-nungen hinweg im Hier und Jetzt zu berühren.“ Der Band geht diesen Potenzialen nicht nur in philosophischen Analysen zum Motivkomplex nach, sondern präsentiert auch die Resonan-zen, die dieses Denken in der Kunst hinterlassen hat.