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Abriß zur Diskursgeschichte eines Mediums
1975 legte der amerikanische Fotograf Joel-Peter Witkin an der University of New Mexico eine M.A. Thesis vor, die den Titel „Revolt against the Mystical“ trägt. Dieser obskure und zugleich faszinierende Text – Autobiographie, Hagiographie, ein Sammelsurium von Anekdoten – bildet den Ausgangspunkt für eine Reihe von Erkundungen in die Mythen- und Diskursgeschichte der Fotografie. Untersucht werden in vier Kapiteln: die Geschichte der Retusche zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit; der Konflikt zwischen apparatischem Medium und Signaturprinzip, das Konkurrenzverhältnis zwischen der frühen Fotografie und der Malerei; die Experimente und Spekulationen um eine Fotografie des Unsichtbaren; die Rezeption der ersten Fotos des Grabtuchs von Turin und schließlich das mythische Dispositiv vom mortifizierenden Blick der Medusa. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den fototheoretischen Debatten des 19. Jahrhunderts, in denen sich jene Erwartungen, Konzeptionen und Vorbehalte ausbildeten, die noch in den einhundert Jahre später entstandenen Aufzeichnungen des Fotografen Witkin virulent sind.
In: Suspensionen
In: In Da House
In: Display und Dispositiv
In: Tränen
Wenn die Apparate aus dem täglichen Umfeld verschwinden, tauchen sie an anderer Stelle wieder auf: als Objekte der Reminiszenz, als Gegenstand der künstlerischen Erforschung und der musealen Inszenierung.
Die neuere Mediengeschichte erscheint als eine Geschichte der Dematerialisierung. Sukzessive Auflösung der verschiedensten Medienapparate im Zuge der Digitalisierung, Ausdünnung der materialen Hardware und Reduktion von Schnittstellen. Wenn aber die Gegenwart der Mediennutzung von einem umfassenden Rück- und Abbau des Apparativen bestimmt wird, so findet dieser Abbau seine Gegenbewegung in einer Konjunktur von Inszenierungen des Apparativen, die ihre Schauplätze abseits des Technikmuseums im Kunstmuseum, im Programmkino und auf der Theaterbühne haben. Vor diesem Hintergrund perspektiviert der Begriff der „Attraktion“ sowohl die Exposition und Mise en scène von Apparaturen als auch eine Zäsur innerhalb der Aufmerksamkeitsökonomie.
In 13 pointierten Beiträgen untersucht dieser Band die unterschätzte Bedeutung der Theaterfeindlichkeit für die Entwicklung der Theaterkunst und -theorie von der Antike bis zur Gegenwart.
Tatsächlich ist die Theaterfeindlichkeit nicht nur ebenso alt wie das Theater selbst und gerade in Phasen der ›Hochkonjunktur‹ von Theaterkunst und theatraler Aktivität besonders häufig anzutreffen. An ihren vielgestaltigen Äußerungen lässt sich außerdem aufzeigen, dass die Gegner des Theaters nicht selten aufmerksamer und sensibler für die medialen Eigenheiten, die Effekte und nicht zuletzt die Verführungskräfte des Theaters sind als dessen Fürsprecher, und dass sie ihre Einwände pointiert zu artikulieren verstehen.