Hermeneutik nach Heidegger und Ricoeur
Die „Narratio“ wird in dieser Studie als Grundstruktur des Verstehens aufgewiesen. Martin Heidegger hat in Sein und Zeit die Sprachlichkeit und Geschichtlichkeit des Verstehens analysiert. Die Geschichte im Singular verstellt ihm dabei den Blick auf Geschichten im Plural, so daß die Bedeutung der Erzählform keinen Eingang in seine Fundamentalhermeneutik findet. Paul Ricœur reagiert in seinem Hauptwerk Temps et récit auf dieses Defizit, indem er die Thematisierung der Zeit bei Heidegger mit der Erzähltheorie in Beziehung setzt. Da Ricœurs Begriff von Erzählung den Kriterien der Aristotelischen Tradition verhaftet bleibt, ist eine erneute Fundierung des Narrationsgedankens erforderlich. Auf der Grundlage der Hermeneutik (Dilthey), der narrativen Maieutik (Kierkegaard), der Phänomenologie der Subjektivität, Temporalität und Alterität (Kant, Husserl, Lévinas) wird das Konzept einer fundamentalen Narrativität des Verstehens entwickelt.
In: Poetica
Shakespeare - Kleist
Moderne Literatur zweifelt an Gerechtigkeit. Besonders Shakespeare und Kleist lenken den Blick auf die Opfer eines Richtens im Namen von Gerechtigkeit. Das ist mehr als eine Kritik der herrschenden Rechtspraxis, es ist ein Zweifel an der hergebrachten Vorstellung von Gerechtigkeit als höchstem Maßstab des menschlichen Zusammenlebens. Die geschichtliche Spannbreite der Untersuchung reicht von der Philosophie und Literatur der Antike bis zum Gegenwartsfilm. Sie stellt das Bild der Gerechtigkeit vor Augen, das in den markanten Texten dieser Tradition gezeichnet wird, und analysiert seine Wandlungen, auch im Hinblick auf deren rechtsphilosophische oder theologische Hintergründe. Dabei rückt die poetische Gerechtigkeit als literarisches Gestaltungsprinzip ins Zentrum der Untersuchung.
In: Poetik der Gerechtigkeit
In: Poetik der Gerechtigkeit
In: Poetik der Gerechtigkeit
In: Poetik der Gerechtigkeit
In: Poetik der Gerechtigkeit
In: Poetik der Gerechtigkeit