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Ich glaube an die Eine Kirche

Eine ökumenische Ekklesiologie

Sven Grosse

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Sven Grosse

Weshalb hat die im Barockzeitalter so hochgeschätzte geistliche Poesie in den allgemeinen Poetiken dieser Zeit keinen gebührenden Platz erhalten? Stattdessen ist der Ort eigentlich geistlicher Poetik in Vorreden. Grund ist, daß geistliche Poesie erst in theologischer Reflexion ihre Eigenart und ihren Rang erweist, nur lehrhafte theologische Reflexion aber lediglich bis in die Vorrede als Vorraum der geistlichen Poesie gelangen darf. Diese ist nach theologischen Maßstäben die höhere Form theologischer Rede. Dem entspricht, daß die gesamte Poesie als ‘verborgene Theologie’ zu verstehen ist und dieser Charakter in der geistlichen Poesie sich enthüllt. Der ‘Vorbericht’ Feustkings, erstmals seit der 3. Auflage seiner Paul-Gerhardt-Ausgabe (1723) hier vollständig abgedruckt, ist nicht nur ein Schlüsseltext für die geistliche Poesie der Zeit, sondern auch eine der wichtigsten Quellen zum Leben Paul Gerhardts (auch dessen ‘Testament’ enthaltend) und die eingehendste frühe Würdigung von Gerhardts Liedern.

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Sven Grosse

Abstract

Dieser Beitrag erörtert die Frage, ob die “Neuzeit” als Zeitalter der Säkularisierung von der vorausgegangenen, christlich geprägten Epoche abhängig sei. Hans Blumenberg hat diese Frage verneint: das Auftreten des neuzeitlichen, das Christentum ablösenden Geistes vollzöge lediglich wie das Auftreten des Christentums in der Spätantike eine “Umbesetzung vakant gewordener Positionen von Antworten”. Ausgehend von dieser These werden beide Schnittstellen der Geistesgeschichte miteinander verglichen: die späte Antike und die frühe Neuzeit. Das Christentum der Alten Kirche, aufgezeigt bei Tertullian und Augustin, verhält sich seiner Umwelt gegenüber sowohl konfrontativ als auch integrativ. Das ‘Credo quia absurdum’ ist die eine Seite derselben Haltung, deren andere Seite die Integration souverän ausgewählter Elemente der verschiedenen außerchristlichen Positionen ist. Der Einsatz neuzeitlicher Religionsphilosophie bei Edward Herbert von Cherbury hingegen versucht, die Vielheit einander widersprechender Positionen zu reduzieren auf das ihnen Gemeinsame. Auf diese Weise kommt es jedoch zu einer Auflösung der im Christentum vereinigten Elemente, aus der bisher keine neue Einheit hat gewonnen werden können. Das Wesen “postchristlicher” Neuzeit ist die – den Mechanismen von Innovation und Tradition gleichermaßen verpflichtete – zentrifugale Bewegung weg von der christlichen Einheit, von der sie mithin abhängig bleibt.

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Johan Bouman

Edited by Sven Grosse

Die ,Bekenntnisse‘ sind wohl Augustins am häufigsten gelesenes Buch. Sein umfangreichstes Werk ist aber seine Auslegung der Psalmen, die ,Enarrationes in psalmos‘. Er entfaltet darin die Summe seiner Theologie.
Johan Bouman, Islamwissenschaftler und Theologe, stellt hier den Prediger Augustinus vor und geht in thematischen Längsschnitten das Werk durch: der dreieinige Gott, Gott und Mensch, die Erlösung in Christus, der Christ und die Kirche in der Welt, die Endzeit. Er schließt ab mit dem Fazit: Laudate Dominum, d. h. Lobt den Herrn!
Es ist die letzte Veröffentlichung Johan Boumans und erscheint hier erstmals posthum nach seinem Tod 1998. In ,Glaubenskrise und Glaubensgewißheit im Christentum und im Islam‘ behandelt Bouman im letzten Band die Theologie Augustins anhand seiner Predigten über die Psalmen. Er verfügte über die herausragende Gabe, sowohl wissenschaftlich fundiert wie auch spirituell anregend zu schreiben.
Das Buch richtet sich an Leser, die sich für Augustinus, seine Welt und seine Theologie interessieren.