In: Vom Umgang mit den Toten
Im Dienst deutscher Fürsten: Kriegsgeschäft und Heeresorganisation im 15. Jahrhundert
Böhmische Soldaten im 'Sächsischen Bruderkrieg', böhmische Soldaten in der 'Soester Fehde' und im 'Süddeutschen Fürstenkrieg': Böhmen war von der Mitte des 15. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts der wichtigste Söldnermarkt im östlichen Mitteleuropa. Insbesondere deutsche Fürsten suchten hier bevorzugt nach Verstärkungen für ihre Heere. Ihr Vorgehen bei der Kontaktaufnahme nach Böhmen und der Söldnerwerbung wird ebenso untersucht wie die Organisation des Solddienstes, die innere Struktur und der Alltag einzelner Söldnergruppen. Die Untersuchung fußt auf zwei verhältnismäßig gut dokumentierten Fällen der Anwerbung böhmischer Söldner durch deutsche Fürsten: 1447 stellte Herzog Wilhelm III. von Sachsen ein 'böhmisches Heer' auf, das er im Sächsischen Bruderkrieg und in der Soester Fehde einsetzte. Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut warb zwischen 1459 und 1462 immer wieder Böhmen für den süddeutschen Fürstenkrieg an. Das jeweils reich überlieferte Quellenmaterial ermöglicht eine weitgehende Rekonstruktion des 'Söldnerhandels' mit den böhmischen Kriegsunternehmern sowie der Organisation und Verwaltung spätmittelalterlicher Söldnerheere.
Krieg und Militär zwischen staatlichem Monopol und Privatisierung
Spätestens mit dem Krieg der USA im Irak ist die bedeutende Rolle privater Sicherheitsfirmen im modernen Krieg deutlich geworden. Ist die Zeit der großen Armeen zu Ende, kehrt die der privaten 'Unternehmer des Krieges' zurück? Der Band untersucht das historische Spannungsverhältnis zwischen privaten Truppen, Söldnern, Condottieri und Kriegsherren einerseits und der Monopolisierung der bewaffneten Macht, des Krieges und der Kriegführung durch den Staat andererseits, von der Antike bis zur Gegenwart.