Browse results

Heimattage

Methoden der Beheimatung in Hessen, Baden-Württemberg und Westfalen (1945-1985)

Sebastian Hösch

„Heimat“ ist in aller Munde. Was aber konkret damit gemeint ist, wenn von Heimat die Rede ist, wird in der Regel nicht gesagt. Die Erarbeitung einer Definition ist aber unabdingbar, wenn es um mehr gehen soll als um einen Bezug zu einem Ort oder zu einem geografischen Raum.
Dieser Band vergleicht anhand von fünf heimatorientierten Festen die unterschiedlichen Visionen von Heimat und behandelt die vielfältigen Versuche, diese Visionen umzusetzen. Analog zu den Konjunkturen des Heimatbegriffs setzt die Untersuchung in den Anfangsjahren der Bundesrepublik an und führt bis in die 1980er Jahre.
Im Mittelpunkt stehen neben den Fragen nach Form und Wirkung auch die nach dem gesellschaftlichen Umfeld und den Motiven der Organisatoren.

Rainer Barzel

Eine Biographie

Kai Wambach

Rainer Barzel ist eine der prägenden politischen Persönlichkeiten der bundesdeutschen Geschichte zwischen Adenauer und Kohl. Die Geschichte von Bonner Republik, CDU und Unionsfraktion ist ohne ihn undenkbar.
Mehrfach stand er kurz davor, Bundeskanzler zu werden. Sein Scheitern beim Konstruktiven Misstrauensvotum gegen Willy
Brandt im April 1972 ging in die kollektive Erinnerung der Westdeutschen ein. Barzels zeitgeschichtliche Bedeutung aber reicht weit darüber hinaus: Er war über Jahrzehnte eine Schlüsselfigur der CDU, agierte vielfältig und einflussreich in Fraktion, Parlament, Regierung und Ausschüssen. Auf Grundlage einer Fülle oft bislang unbekannter Quellen und zahlreicher Zeitzeugengespräche legt Kai Wambach erstmals eine umfassende Biographie Barzels vor. Er nähert sich einer ebenso schillernden wie sensiblen Persönlichkeit, die bis heute stark polarisiert, deren partei- wie staatspolitisches Gewicht aber stets außer Frage stand.

Neues Deutschland - Neues Deutschlandbild

Selbstdarstellung und Rezeption der Berliner Republik in Frankreich seit 1990

Jean-Samuel Marx

Die Wiedervereinigung veränderte Deutschland nicht nur im Inneren, sondern wirkte sich auch in hohem Maße auf die deutsche Stellung in Europa und in der Welt aus. Die neuen Rahmenbedingungen sowie der Generationswechsel in der Politik führten in den Folgejahren zu einer Veränderung der deutschen Selbstdarstellung. All dies blieb nicht ohne Folgen auf ihre Wahrnehmung im Ausland.
Der promovierte Historiker Jean-Samuel Marx untersucht in diesem Band die Selbstdarstellung und die Rezeption des wiedervereinigten Deutschlands in Frankreich seit 1990. Dabei arbeitet er heraus, anhand welcher Faktoren diese Entwicklungen zu erklären sind und inwiefern die Selbstdarstellung der Bundesrepublik und ihre Rezeption miteinander korrelieren.

.

Series:

Edited by Karin Priem and Frederik Herman

Fabricating Modern Societies: Education, Bodies, and Minds in the Age of Steel, edited by Karin Priem and Frederik Herman, offers new interdisciplinary and transnational perspectives on the history of industrialization and societal transformation in early twentieth-century Luxembourg. The individual chapters focus on how industrialists addressed a large array of challenges related to industrialization, borrowing and mixing ideas originating in domains such as corporate identity formation, mediatization, scientification, technological innovation, mechanization, capitalism, mass production, medicalization, educationalization, artistic production, and social utopia, while competing with other interest groups who pursued their own goals. The book looks at different focus areas of modernity, and analyzes how humans created, mediated, and interacted with the technospheres of modern societies. Contributors: Klaus Dittrich, Irma Hadzalic, Frederik Herman, Enric Novella, Ira Plein, Françoise Poos, Karin Priem, and Angelo Van Gorp.

Perspectives on Evil

From Banality to Genocide

Series:

Edited by Kanta Dihal

The question of evil is one of the oldest and most intensely studied topics in intellectual history. In fiction, legend and mythology the boundary between good and evil is often depicted as clear-cut, at least to the reader or listener, who is supposed to understand such tales as lessons and warnings. Evil is something that must be avoided by the hero in some cases and vanquished in others; it is either the exact opposite of the expected good behaviour, or its complete absence. Even so, for the characters in these didactic fictions, it turns out to be deceptively easy to fall to the infernal, ‘dark’ side. The chapters in this volume share a common thread – they all engage with ‘real’ evil: events and deeds of an evil nature that have been lived in the (recent) past and have become part of history, rather than fictional evil.

Vom Freiheitskämpfer zum Friedenspolitiker

Willy Brandt als Regierender Bürgermeister von Berlin

Daniel Mödinger

Der „Friedenskanzler“ Willy Brandt ist mit seiner Ostpolitik bis heute Teil des kollektiven Gedächtnisses – in seinem Schatten steht der „Frontstadtbürgermeister“, der West-Berlin entschlossen gegenüber der Bedrohung aus dem Osten verteidigte.
Vor dem Hintergrund einer antikommunistisch imprägnierten politischen Kultur war der Regierende Bürgermeister zu Beginn der Zweiten Berlin-Krise (1958–1963) zur international beachteten Symbolfigur des West-Berliner „Freiheitskampfs“ aufgestiegen. Nach dem Mauerbau verfinsterte sich dessen öffentliches Bild zeitweise zum „Festungskommandanten“ und Kalten Krieger. Im Windschatten von Kennedys Entspannungskurs versuchte der „deutsche Kennedy“ Brandt, dieses Zerrbild abzulegen – und wandelte sich zum lautstarken Verfechter einer „Friedenspolitik“. Das Buch zeichnet Brandts Weg vom „Freiheitskämpfer“ zum „Friedenspolitiker“ nach und zeigt, dass Image beides sein kann: Symbolisches Kapital im politischen Wettbewerb wie belastende Hypothek.

Attributing Excellence in Medicine

The History of the Nobel Prize

Series:

Edited by Nils Hansson, Thorsten Halling and Heiner Fangerau

Attributing Excellence in Medicine discusses the aura around the prestigious Nobel Prize in Physiology or Medicine. It analyzes the social processes and contingent factors leading to recognition and reputation in science and medicine. This volume will help the reader to better understand the dynamics of the attribution of excellence throughout the 20th century.

Contributors are Massimiano Bucchi, Fabio De Sio, Jacalyn Duffin, Heiner Fangerau, Thorsten Halling, Nils Hansson, David S. Jones, Gustav Källstrand, Ulrich Koppitz, Pauline Mattsson, Katarina Nordqvist, Scott H. Podolsky, Thomas Schlich, and Sven Widmalm.

Neutrality as a Policy Choice for Small/Weak Democracies

Learning from the Belgian Experience

Michael F. Palo

In Neutrality as a Policy Choice for Small/Weak Democracies: Learning from the Belgian Experience, Michael F. Palo has three main objectives. First, he employs a counterfactual approach to examine the hypothesis that had permanent neutrality not been imposed on Belgium in 1839, it would have pursued neutrality anyway until war broke out in 1914. Secondly, he analyses why, after abandoning obligatory neutrality during World War I, the Belgians adopted voluntary neutrality in October 1936. Finally, he seeks to use the historical Belgian case study to test specific International Relations’ Theories and to contribute to Small State Studies, especially the behaviour of small/weak democracies in the international system.

"So war der deutsche Landser..."

Das populäre Bild der Wehrmacht

Edited by Jens Westemeier

Das populäre Bild der Wehrmacht ist auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs positiv besetzt. Im Selbstbild der deutschen Familien werden die Väter und Großväter überwiegend als anständige Soldaten gezeichnet.
Populärwissenschaftliche Publikationen zur Wehrmacht, zur Waffen-SS und zum Zweiten Weltkrieg zählen zu den auflagenstärksten Titeln des deutschen Buchmarktes. Ihr Erzählmuster scheint sich seit den 1950er Jahren nicht wesentlich geändert zu haben: Die Wehrmacht wird als hochprofessionelle Armee dargestellt, ihre Generäle als geniale Strategen, die einfachen Soldaten als tapfere Landser. Kriegsverbrechen und Holocaust werden ausgeblendet.
Ausgewiesene Experten zeigen in diesem Buch, wie trotz seit langem bekannter gegenteiliger Ergebnisse der Geschichtswissenschaft die Legende von der »sauberen« Wehrmacht weiterlebt. Mit welchen Mitteln geschieht dies über Fach- und Sachbücher, Romane, Spielfilme, TV-Dokumentationen und Neue Medien? Welche Motive und Bedürfnisse stehen dahinter? Wie wird in den Medien die »Faszination Wehrmacht« instrumentalisiert?

Series:

Edited by Dominik Geppert and Hans-Peter Schwarz

Konrad Adenauer und Ludwig Erhard – zwei »ungleiche Gründerväter« der Bundesrepublik Deutschland, die gemeinsam eine Ära prägten, sich dann aber über die Ausrichtung der Europapolitik zerstritten und einen erbitterten »Kampf ums Kanzleramt« lieferten, der in völliger Zerrüttung endete.

Neben diesem großen Drama verblasst ein wenig die Tatsache, dass ihre alltägliche Zusammenarbeit vor allem von den Fachfragen des Wirtschaftsressorts bestimmt wurde. Genau hierauf richtet die neue Adenauer-Erhard-Edition in der »Rhöndorfer Ausgabe« ihr Augenmerk, indem sie Briefe, Memoranden und Gesprächsaufzeichnungen versammelt, die sich auf die Wirtschaftspolitik im engeren Sinne beziehen. Behandelt werden ordnungspolitische Grundsatzfragen wie die Kartellgesetzgebung, die Mitbestimmung und die Regelung der Sozialpartner-Beziehungen. Die Dokumente geben aber auch Aufschluss über praktische und prinzipielle Aspekte der Konjunkturpolitik – etwa die Maßnahmen zur Sicherung des Wachstums, die Einhegung der Lohn- und Preisentwicklung sowie die Debatte um die gesellschaftlichen Folgen des Konsums.

Es zeigt sich, wie das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft in der politischen Praxis ausgehandelt wurde. Somit wirft die Edition nicht nur einen neuen Blick auf das Verhältnis zwischen Adenauer und Erhard, sondern erschließt aus deren Perspektive auch die Frühgeschichte der bundesrepublikanischen Wirtschaftspolitik.