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Alterität

Das Verhältnis von Ich und dem Anderen

Karen Gloy

Our occidental culture, determined by tradition of the ego or the self , has fallen in oblivion of the other person, or the other in general. In accordance with Heidegger’s forgetfulness of being we can speak of the forgotten other.
Since 2015 the flood of aliens spill over Europe, we are being forced to think again about the problems of the other.
In this book I discuss all forms and aspects of the other, beginning with the other in interpersonal discourse (Hegel, Buber), succeeded by the mirage other according to Lacan’s psychology (l’ego c’est l’autre) , followed by the total other in negative theology. Further, the sub- and hyperrational other is discussed as can found in genuine ethnics and in the metaphoric of language only. The book ends with the discussion of the transhuman other as it is intended by the modern technology.
The books appeals to critical thinking people of the western pattern of philosophy.

Unsere westliche Kultur ist, bedingt durch die Tradition, eine Ich-zentrierte, die den Anderen und das Andere weitgehend vernachlässigt hat. Mit den sich 2015 über Europa ergießenden Flüchtlingsströmen und der Begegnung mit den Fremden trat das Problem grundsätzlich wieder auf die Tagesordnung und forderte das Nachdenken über die Anderen und das Andere heraus. Im vorliegenden Buch steht das Andere in allen Facetten zur Disposition: angefangen von dem Anderen im intersubjektiven und interpersonalen Diskurs (Hegel und Buber), über das Andere im Spiegelbild und in der Psychologie, wie Lacan es versteht mit seiner These „l’ego c’est un autre“ , weiter über das ganz Andere, wie es in der negativen Theologie begegnet, das sub- und hyperrationale Andere, wie es nur noch an der Denkweise von Naturethnien studiert werden kann sowie in der Metaphorik der Sprache, bis zum Post- und Transhumanen, auf das die moderne Technik- und Technologieentwicklung zusteuert.
Das Buch ist für Leser gedacht, die kritisch auf die einseitige Akzentuierung des Ego (des Selbst) in der westlichen Welt reflektieren. Wie Heidegger von einer Seinsvergessenheit sprach, so kann man bezüglich unserer Kultur von einer Alteritätsvergessenheit sprechen.
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Conceived of as a supplement to the International Journal for the Study of Skepticism, the series Brill Studies in Skepticism aims to publish original historical scholarship and cutting-edge contemporary research on philosophical skepticism. The series covers a wide range of areas: the history of ancient, medieval, modern, and contemporary skepticism, as well as systematic discussions of skeptical problems and arguments in epistemology, metaethics, philosophy of religion, philosophy of mind, and philosophy of language. Brill Studies in Skepticism therefore welcomes proposals for monographs and edited volumes from historians of philosophy and contemporary philosophers working in a variety of methods and traditions.

All proposals are evaluated by the Series Editors with the assistance of the members of the Editorial Board. If the proposed monograph or edited volume is deemed to make an original contribution to the study of the history or significance of philosophical skepticism, the author or editor will be invited to submit a complete manuscript, which will undergo double-blind peer review.

The Series Editors and the members of the Editorial Board are excluded from authoring monographs in the series and from participating in the review process for any edited volume that contains an essay authored by them. In the latter case, their essay will be double-blind peer reviewed.
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Series:

A Companion to Ramon Llull and Lullism offers a comprehensive survey of the work of the Majorcan lay theologian and philosopher Ramon Llull (1232-1316) and of its influence in late medieval, Renaissance, and early modern Europe, as well as in the Spanish colonies of the New World. Llull’s unique system of philosophy and theology, the “Great Universal Art,” was widely studied and admired from the fifteenth through the eighteenth centuries. His evangelizing ideals and methods inspired centuries of Christian missionaries. His many writings in Catalan, his native vernacular, remain major monuments in the literary history of Catalonia. Contributors are: Roberta Albrecht, José Aragüés Aldaz, Linda Báez Rubí, Josep Batalla, Pamela Beattie, Henry Berlin, John Dagenais, Mary Franklin-Brown, Alexander Ibarz, Annemarie C. Mayer, Rafael Ramis Barceló, Josep E. Rubio, and Gregory B. Stone.
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Pietät und Weltbezug

Universitätsphilosophie in Münster

Philosophiert und Philosophie gelehrt wurde an der Universität Münster von Anfang an im Spannungsfeld von Pietät und Weltbezug. Sind es einerseits die Pietät gegenüber der christlichen, in Münster vor allem katholisch geprägten Religion und der Respekt vor der Geschichtlichkeit des menschlichen Denkens wie der menschlichen Existenz überhaupt, die die Münsteraner Universitätsphilosophie prägen, dokumentiert deren Geschichte zugleich immer neue Facetten philosophischen Weltbezugs – und eine erstaunliche Offenheit für neue Impulse, wie sie beispielsweise im zwanzigsten Jahrhundert von der formalen Logik, der analytischen Philosophie und der Erneuerung der praktischen Philosophie ausgegangen sind. Aus Anlass der Eröffnung des neuen Philosophikums der Universität Münster versammelt dieser Band Studien zur Geschichte der Münsterschen Universitätsphilosophie von der Universitätsgründung 1780 bis zur Ausgliederung der Naturwissenschaften aus der Philosophischen Fakultät 1948 und zu den drei Philosophen, die Münsters Universitätsphilosophie im zwanzigsten Jahrhundert nachhaltig geprägt haben: Heinrich Scholz, Joachim Ritter und Hans Blumenberg. Die Beiträger: Margarita Kranz, Johannes Müller-Salo, Birgit Recki, Reinold Schmücker, Niko Strobach
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Hat das Bewusstsein einen Ursprung?

Für eine achtsame Neurowissenschaft

Michel Bitbol

Dieses Buch greift die alte Frage auf, ob es möglich ist, das Bewusstsein auf einen neuronalen Prozess zu reduzieren. Der Leser wird nicht nur als rationaler Zuschauer in die Untersuchung einbezogen, sondern auch als Akteur, sofern er sich selbst an entscheidenden Punkten der Argumentation als bewusst wahrzunehmen vermag. Liegt der Schlüssel zu dem Rätsel nicht am Ende in der Evidenz, dass die Frage nach dem Ursprung des Bewusstseins ein Bewusstsein zum Ursprung hat?
Im Laufe dieser Untersuchung, die sich neben der Phänomenologie und der Metaphysik auf kontemplative Praktiken, die Neurowissenschaft und die Evolutionstheorie stützt, wird jede These über das Bewusstsein zwei bohrenden Fragen ausgesetzt: Für wen ist sie gültig und in welchem Bewusstseinszustand muss man sein, um sie zu vertreten? Ziel ist es nicht, Lehren (physikalistische oder dualistische), Analyseverfahren (objektive oder reflexive) und Forschungsrichtungen (physiologische oder introspektive) gegeneinander auszuspielen, sondern sie auf unterschiedliche existentielle Haltungen zurückzubeziehen, denen sie ihre Überzeugungskraft verdanken. Es zeigt sich, dass die kognitiven Neurowissenschaften einiges beizutragen haben, wenn es um reflexives Bewusstsein und Selbstbewusstsein geht. Das Bewusstsein als reine Erfahrung hingegen erschließt sich eher über Zen-Koans und die Philosophie (Husserl, Merleau-Ponty, Wittgenstein).
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Die Gegenstände unserer Kindheit

Denkerinnen und Denker über ihr liebstes Objekt

Die Gegenstände unserer Kindheit ist ein Experiment: Denkerinnen und Denker wagen sich an die Engführung, Durchdringung von persönlicher Erinnerung und Gegenstandsbeschreibung, von theoretischem Blick und praktischem Umgang damit. Ergänzt werden ihre Texte um Zeichnungen der Schweizer Künstlerin Rebekka Baumann.

Der Band verwebt künstlerische und geisteswissenschaftliche Forschung und regt zu einer diskursiven Vertiefung der Debatte um Gegenstände und ihre Bedeutung an. Es geht um eine Ethik und Ästhetik der Dinge, die sich im Umgang mit Gegenständen aus der Kindheit erschließt, in der sich Orientierungen in der Welt im Spiel mit Anderen und an Hand von Objekten vollziehen, Prozesse des Erlernens mit ermöglichen und Aufmerksamkeiten schaffen.
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Das Prinzip vom Grund bei Kant und Meillassoux

Über Anfangs- und Ungründe des nachmetaphysischen Denkens

Sergey David Sistiaga

Ziel der Studie ist die Befreiung der Vernunft aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die Sprengung ihrer regulativen Ketten soll den Möglichkeitsgrund einer Metaphysik der Freiheit legen.

Das Buch handelt von der Vernunft und dem Absoluten, das ihr Gegenstand ist. Weil sie ihren Gegenstand aber verloren hat, geht es uns in erster Linie um die Frage, warum sie ihn verloren hat, also vornehmlich um die Vernunft als dem Denken des Absoluten und nicht um das Absolute als Absolutes. Insofern Kants Kritische Philosophie in ihrem Verbot, das Absolute zu denken, selbst negativ ist, ist eine Kritik derselben nur gegen die Negativität der „kritischen Vernunft“ negativ, insgesamt also, sollte sie ihr Ziel erreichen, positiv, indem sie das Schisma zwischen Ratio und Absolutem überwindet und die Vernunft, die, wie Freiheit, nur positiv sein kann, aus ihren regulativen Ketten befreit.
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Freiheit und Wiederholung

Politisches Handeln ohne Zukunft

Birte Löschenkohl

Unsere Welt ist nicht die beste aller möglichen Welten. Versuche, sie zu verändern, scheinen stets zum Scheitern verurteilt. Es scheint, als sei eine andere, bessere Welt geradezu unmöglich. Was können wir tun?
In der Vergangenheit boten Fortschrittsnarrative der Geschichtsphilosophie Zuflucht. Diese versprachen Besserung; ihre Überzeugungskraft haben sie heute verloren. Der Anspruch, Neues zu schaffen, und die Eigenart des Gegebenen, im status quo zu verharren, stehen sich scheinbar unvermittelbar gegenüber. Diese lähmende Entgegensetzung können wir überwinden, indem wir transformatives Handeln sowie die gegebene Handlungssituation mithilfe des Begriffs der Wiederholung analysieren. Die Analyse von Marx, Freud, Nietzsche und Kierkegaard zeigt, dass die Wiederholung in zwei Aspekte zerfällt: erstens in eine befreiende Wiederholung, die bestehende Ordnungen zu unterlaufen und zersetzen vermag; zweitens in eine Wiederholung, die als Ordnung den status quo erhält. Damit eröffnet eine Lektüre dieser Autoren die Möglichkeit, transformatives Handeln jenseits von Zukunftsgewissheit und Veränderbarkeit des Gegebenen zu denken.
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Kant zur Philosophie der Mathematik

Eine Auswahl aus seinen Schriften

Kants Texte zur Philosophie der Mathematik sind über sein ganzes Werk verteilt. In diesem Band wird zum ersten Mal eine chronologisch geordnete Auswahl angeboten, die die wichtigsten Textstücke zusammenstellt. So ermöglicht diese zusammenhängende und umfangreiche Textbasis einen synoptischen Blick auf Kants Positionen zur Philosophie der Mathematik und erlaubt die Bearbeitung auch heute noch relevanter mathematischer Fragestellungen: Ein Standardwerk!

Kant hat sich sein ganzes akademisches Leben mit der Philosophie der Mathematik befasst. Er hat aber nie ein
zusammenhängendes Werk dazu geschrieben; dennoch gibt es in fast allen seinen Schriften und Vorlesungen Überlegungen zu Themen der Mathematik.
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Logik des Entwerfens

Eine designphilosophische Grundlegung

Florian Arnold

Wir leben im Zeitalter des Entwerfens. Der Umstand, dass gerade Designpraktiken unser heutiges Selbstbild prägen, deutet auf einen fundamentalen Einstellungswandel seit den Anfängen der Moderne.
Seit Kants »kopernikanischer Wende« hat sich auch die philosophische Weltsicht irreversibel gewandelt: Die objektive Erscheinungswelt entpuppt sich als Produkt von gestaltenden Subjekten. Design und Philosophie verbindet so ein Entwurfsgeschehen, das kreative Tätigkeiten und kritische Reflexionen als Momente eines Ganzen ausweist. So ist Design mittlerweile zu einer praktischen Bedingung der Möglichkeit von Praxis überhaupt geworden: Komplementär zur Philosophie stellt Design eine transzendentale Praxis dar, durch die wir zugleich uns selbst umgestalten. Seiner inhärenten Logik folgend ist Entwerfen heute Ausdruck dessen, was im Sinne Heideggers den Selbst- und Weltentwurf des Menschen meint: Design ist Dasein.