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Series:

Jacob Böhme (1575–1624) is famous as a shoemaker and spiritual author. His works and thought are frequently studied as a product of his mystical illumination.
Jacob Böhme and His World adopts a different perspective. It seeks to demystify Böhme by focusing on aspects of his immediate cultural and social context and the intellectual currents of his time, including Böhme’s writing as literature, the social conditions in Görlitz, Böhme’s correspondence networks, a contemporary “crisis of Piety”, Paracelsian and Kabbalistic currents, astrology, astronomy and alchemy, and his relationship to other dissenting authors. Relevant facets of reception include Böhme’s philosophical standing, his contributions to pre-Pietism, and early English translations of his works.
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Als Epoche ist Romantik Vergangenheit, als Phänomen bleibt Romantik aktuell. Das Buch will erklären, wie beide miteinander zusammenhängen.

Bis heute werden Literatur, Filme, Musik, aber auch Lebenspraktiken und Weltanschauungen als „romantisch“ bezeichnet. Der Band untersucht, worauf sich diese Bezeichnung gründet und was sie mit der historischen Romantik verbindet. Die These ist, dass die historische Romantik durch Modellbildungsprozesse in zeitlich späteren Phasen fortwirkt. Solche Prozesse werden in exemplarischen Fallstudien analysiert: Welche prägnanten Modelle von Romantik lassen sich in den Künsten, aber auch in der sozialen Lebenswelt und der Wissenschaft beobachten? Welche Darstellungs-, Deutungs- und Handlungsmuster bilden sich heraus, die für die weitere Wirkungsgeschichte von Bedeutung sind?
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Der Vers im Drama

Studien zur Theorie und Verwendung im deutschsprachigen Sprechtheater des 20. und 21. Jahrhunderts

Jörg Wesche

»Man sollte wirklich alles, was sich über das Gemeine erheben muß, in Versen, wenigstens anfänglich konzipieren.« Schillers an das Drama gerichtete Forderung scheint wenig aktuell. Das Theater steht unter Geboten der Selbstbefreiung von Autor und Text; Literaturtheater konkurriert mit postdramatischen Spielformen.
In dieser Situation entwickelt der Vers gleichwohl eine kaum gesehene Produktivität. Die Studie untersucht daher Möglichkeiten seiner ästhetischen Aktivierung im Sprechtheater des 20. und 21. Jahrhunderts. Detailstudien fokussieren auf deutschsprachige Dramenautoren wie Hofmannsthal, Schnitzler, Hauptmann, Brecht, Jahnn, Mickel, Bernhard, Jandl und Ostermaier. Entworfen wird zudem erstmals eine zwischen Literatur- und Theaterwissenschaft verankerte Theorie zum Gebrauch metrischer Formen im Drama.
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Katrin Max

Auch in jüngerer Zeit noch ist die literaturwissenschaftliche Forschung darauf fokussiert, in der DDR-Literatur vornehmlich Lebenswelten arbeiterlicher Milieus gespiegelt zu finden. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Texten erweist jedoch, dass darüber hinaus Aspekte des Bürgerlichen von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind. Elemente von Bürgerlichkeit und bürgerlicher Kultur sind auf der inhaltlichen Ebene ebenso zu erkennen wie hinsichtlich der vermittelten geistesgeschichtlichen und sozialhistorischen Kontexte. Außerdem treten sie formal z. B. durch Gattungskonventionen und bestimmte literarische Schreibweisen in Erscheinung. Das wird im vorliegenden Buch anhand eines umfangreichen Textkorpus nachgezeichnet. Beginnend bei den Aufbauromanen der frühen 1950er Jahre wird die Frage der Bürgerlichkeit im 20. Jahrhundert im Kontext der DDR-Literaturgeschichte neu perspektiviert. Neben spezifischen Transformationen sind dabei vor allem die Kontinuitäten von Belang.
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Autorinnen der Negativität

Essayistische Poetik der Schmerzen bei Ingeborg Bachmann – Marlene Streeruwitz – Elfriede Jelinek

Mandy Dröscher-Teille

Die österreichischen Nachkriegs- und Gegenwartsautorinnen Ingeborg Bachmann, Marlene Streeruwitz und Elfriede Jelinek gehen von einer Negativität der Gesellschaft aus, die sie in den Schmerz- und Gewalterfahrungen ihrer literarischen Figuren und durch die performative Inszenierung ihrer weiblichen Autorschaft ebenso kritisch wie (sprach-) spielerisch reflektieren.

Erstmals werden die Vernetzungen der Texte und Autorschaften untereinander und mit dem Negativen, Schmerzhaften herausgearbeitet. Das strukturelle Ineinandergreifen der Autorinnen-Poetiken sowie ihre inter- und metatextuellen Verstrickungen werden als essayistische Textkonstellation lesbar gemacht: Die Autorinnen kommentieren sich wechselseitig und schreiben ihre Dramen, Prosatexte, Gedichte, Essays und Reden motivisch fort, während sie zugleich selbstreflexiv den Blick auf das eigene Schreiben richten.
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Personale Mythen des Nationalsozialismus

Die Gestaltung des Einzelnen in literarischen Entwürfen

Series:

Lasse Wichert

Die Studie untersucht auf breiter Quellenbasis die politische Mythisierung historischer Herrschergestalten und zeitgenössischer Personen in der nationalsozialistischen Literatur.

Analysen der nationalsozialistischen Ideologie zeichnen häufig ein Bild, in dem der Einzelne gegenüber dem imaginierten Kollektiv der „Volksgemeinschaft“ abgewertet würde. Die Studie folgt demgegenüber dem Befund, dass personenbezogene Mythen im Umfeld der nationalsozialistischen Bewegung einen hohen Stellenwert besaßen und fragt nach deren Funktionen und Funktionsweisen. Mit Arminius, Friedrich dem Großen, Albert Leo Schlageter und Horst Wessel stehen Figuren im Fokus, die bisher meist nur unter dem Aspekt der Heldenverehrung betrachtet wurden. Ihre beispielhafte Inszenierung einer politischen Bewusstseinswerdung und Persönlichkeitsentwicklung war allerdings fest konventionalisiert.
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Oscar Wilde in Vienna

Pleasing and Teasing the Audience

Series:

Sandra Mayer

Oscar Wilde in Vienna is the first book-length study in English of the reception of Oscar Wilde’s works in the German-speaking world. Charting the plays’ history on Viennese stages between 1903 and 2013, it casts a spotlight on the international reputation of one of the most popular English-language writers while contributing to Austrian cultural history in the long twentieth century.

Drawing on extensive archival material, the book examines the appropriation of Wilde's plays against the background of political crises and social transformations. It unravels the mechanisms of cultural transfer and canonisation within an environment positioned — like Wilde himself — at the crossroads of centre and periphery, tradition and modernity.
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Richard Voß 1850–1918

Revoluzzer, Männerfreund, Bestsellerautor

Christiane Baumann

Richard Voß gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den meistgelesenen Autoren im deutschsprachigen Raum. Als junger oppositioneller Schriftsteller im Kaiserreich verboten, gelang ihm eine außergewöhnliche Karriere zum Bestsellerautor. Dennoch ist sein umfangreiches Werk heute nur Kennern ein Begriff.

Dies ist die außergewöhnliche Geschichte eines genial veranlagten Autors, der mit seinem Frühwerk die Anfänge des deutschen Naturalismus maßgeblich prägte. In den 1880er Jahren war er ein gefeierter Bühnenautor, der neben Ibsen gezeigt wurde. Auch seine Italienrezeption weist ihn als Ausnahmeerscheinung aus. Sein Roman Zwei Menschen wurde zum Longseller mit weit über einer Million verkauften Exemplaren. Voß war Revoluzzer und Fürstenfreund, Wartburg-Bibliothekar und Italienkenner. Er verkehrte an den Höfen von Weimar und Meiningen, in den Salons von Berlin, Wien und Rom. Doch hinter der Maske seines „phantastischen Lebens“ verbirgt sich ein beispielloses Doppelleben, zu dem er als Homosexueller gezwungen war und das sich in seinem Schaffen niederschlug. Voß’ Leben liefert charakteristische Streiflichter zum Literaturbetrieb zwischen Gründerzeit und Erstem Weltkrieg.
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The Radical Enlightenment in Germany

A Cultural Perspective

Series:

This volume investigates the impact of the Radical Enlightenment on German culture during the eighteenth century, taking recent work by Jonathan Israel as its point of departure. The collection documents the cultural dimension of the debate on the Radical Enlightenment. In a series of readings of known and lesser-known fictional and essayistic texts, individual contributors show that these can be read not only as articulating a conflict between Enlightenment and Counter-Enlightenment, but also as documents of a debate about the precise nature of Enlightenment. At stake is the question whether the Enlightenment should aim to be an atheist, materialist, and political movement that wants to change society, or, in spite of its belief in rationality, should respect monarchy, aristocracy, and established religion.

Contributors are: Mary Helen Dupree, Sean Franzel, Peter Höyng, John A. McCarthy, Monika Nenon, Carl Niekerk, Daniel Purdy, William Rasch, Ann Schmiesing, Paul S. Spalding, Gabriela Stoicea, Birgit Tautz, Andrew Weeks, Chunjie Zhang
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Series:

Gabriela Stoicea

Abstract

This essay explores some of the ways in which Jonathan Israel’s concept of Radical Enlightenment can be made useful for literary studies. An in-depth analysis of Sophie von La Roche’s novel Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1771) will show that although Israel offers little in the way of new insights into eighteenth-century gender relations, his pluralistic account of the Enlightenment does provide a fresh lens through which to reexamine the literary merits of female writers. It will also be argued that the benefits of pairing historiography with literary fiction run both ways – in other words, that La Roche, in turn, can help address what is missing from Israel’s thinking, namely an acknowledgment that some of the foremost intellectual debates of the time were also waged on literary ground, and also by women.