Kapitel 2 Autobiografische Sterbeliteratur

In: Sterben und Tod öffentlich gestalten
Author: Corina Caduff
Open Access

Seit wenigen Jahren nehmen im Internet Text- und Videoberichte von Sterbenden exponentiell zu (vgl. dazu Kap. 1, S. 3–8). Gleichzeitig steigt auch die Anzahl literarischer Sterbeberichte: Immer mehr Schriftsteller:innen schreiben ein letztes autobiografisches Buch über ihre (tödlichen) Erkrankungen und tragen so zur Genrebildung der neuen autobiografischen Sterbeliteratur bei. Ihre Veröffentlichungen spielen im Rahmen der aktuellen Konjunktur von Sterbeberichten eine zentrale Rolle, da sie besonders ausführliche und umfassende Auseinandersetzungen mit vielfältigen Fragestellungen des Lebensendes bieten. So geben sie u. a. Einblicke in die Gesundheitsversorgung des Lebensendes, in heutige soziale Bedingungen des Sterbens sowie in spirituelle Suchbewegungen, die durch die Annahme eines baldigen Todes ausgelöst werden.

Die Lebenserwartung hat sich im Laufe der letzten hundert Jahre aufgrund verbesserter Arbeitsbedingungen, aufgrund einer allgemein gesünderen Lebensweise sowie insbesondere aufgrund des medizinischen Fortschritts um ca. dreißig Jahre erhöht. Heute leben wir nicht nur länger, sondern wir leben auch länger mit Krankheiten, das heißt wir sterben länger. Dieses „längere Sterben“ begründet sich in der Tatsache, dass der Todeszeitpunkt medizinisch hinausgezögert bzw. die Sterbephase verlängert werden kann.1 Die neue autobiografische Sterbeliteratur stellt daher literaturgeschichtlich insofern ein Novum dar, als sie eine Sterbephase behandelt, die es zu früheren Zeiten nicht gegeben hat.

Die Anfänge dieser neuen Sterbeliteratur reichen ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts zurück, in dem autobiografische literarische Sterbeberichte vereinzelt publiziert wurden, etwa von Fritz Zorn, Maxie Wander, Harold Brodkey und John Diamond.2 Sie vermittelten die komplexe Erfahrung einer lebensbedrohlichen Krankheit in einer Zeit, in der die Thematik „Sterben und Tod“ öffentlich noch wenig präsent war. So ließen sich die Bücher damals noch kaum in einem entsprechenden Referenzfeld bestehender Diskurse verorten, sondern standen isoliert in der Literaturlandschaft. Heute aber ist von einer wechselseitigen Wirkung zwischen dem allgemeinen öffentlichen Diskurs und der Sterbeliteratur zu sprechen: Die literarischen Sterbeberichte schließen an bestehende Diskurse an, sie wirken zugleich auf diese ein und treiben sie weiter voran.

Im deutschsprachigen Raum machte der Künstler Christoph Schlingensief den Auftakt mit seinem 2009 erschienenen Buch So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung. Es stieß auf weite Resonanz und Zustimmung, löste aber zugleich auch Kontroversen aus (Kap. 1, S. 8–12). Rasch folgten weitere Bücher über Krebserkrankungen von Prominenten aus Fernsehen, Sport, Kunst und Politik3 sowie zunehmend auch Veröffentlichungen von Berufsautor:innen aus unterschiedlichen Sprachgebieten, die am Ende ihres Lebens über schwere Erkrankungen und das bevorstehende Sterben schrieben.

Unter dem sich dadurch etablierenden Genre „Autobiografische Sterbeliteratur“ sind literarische Verlautbarungen zu verstehen, die auf einer medizinisch diagnostizierten limitierten Lebenserwartung beruhen und sich über die letzte Lebensphase hinweg erstrecken. Manche Sterbeberichte umfassen ab dem Zeitpunkt der Diagnose einige Monate, andere erstrecken sich über mehrere Jahre. Hier eine Auswahl entsprechender Veröffentlichungen:

Jedes dieser Bücher zeichnet sich durch eine eindringliche persönliche Bearbeitung der Thematik „Sterben und Tod“ aus. Folgende Aspekte werden dabei von sämtlichen Autor:innen übereinstimmend ins Zentrum gesetzt:

  • Ungewissheit; Angst vor Sterben und Tod; Einsamkeit; spirituelle Fragen

  • Lebensrückschauen und autobiografische Schlüsselerlebnisse

  • der kranke Körper; Schmerzen; Behandlungsmethoden

  • Care: die Beziehung zu Gesundheitsfachpersonen und Gesundheitsinstitutionen

Bei der Bearbeitung dieser Themenfelder reflektieren die Autor:innen mögliche Formen des Abschiednehmens sowie vielfältige Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Sterbens. Sie halten fest, wie sich ihr Körper im Laufe der Erkrankung verändert, sie sprechen medizinische Maßnahmen an und werfen grundlegende Fragen zum Gesundheitswesen auf. Und sie bringen eine radikale Ungewissheit über Sterben und Tod sowie über damit verbundene existenzielle Ängste prägnant zum Ausdruck. Dadurch vermitteln sie tiefe Einblicke in den sozialen Prozess des Sterbens und führen die grundlegende Veränderung der Wirklichkeitswahrnehmung, die mit diesem Prozess einhergeht, besonders deutlich vor Augen.

Nicht nur der individuelle Sterbeprozess, sondern auch gesellschaftliche Muster des heutigen Sterbens treten in diesem Zusammenhang hervor: Wie stirbt man in unserer hochgradig individualisierten westlichen Gesellschaft, in der die Kirche ihre Deutungshoheit über Lebensweisen weitgehend verloren hat? Wie stirbt man, wenn eine gesellschaftliche Vorstellung von etwas Zukünftigem – ein Jenseits, eine Form der Weiterexistenz nach dem Leben – kaum oder lediglich schemenhaft existiert? Wie stirbt man, wenn man sich zeitlebens wenig mit dem Tod auseinandergesetzt hat, weil unsere Kultur ganz auf das Diesseits ausgerichtet ist?

Diagnose und Trauerprozess

Der Großteil der in der Folge diskutierten Sterbeliteratur stammt von Schriftsteller:innen, die an Krebs starben. Am Anfang ihrer autobiografischen Sterbeberichte steht fast immer die Diagnose als einschneidende biografische Zäsur: Sie fungiert gleichsam als Ankündigung, dass das Sterben jetzt beginnt, unabhängig davon, wie lange das Leben noch dauert. Im medizinischen Sinne umfasst „Sterben“ in der Regel die letzten vier bis sieben Lebenstage; hier jedoch bezeichnet es eine umfassendere und längere Phase, angefangen beim Zeitpunkt, zu dem ein naher Tod erstmals denkbar erscheint – für die sterbende Person selbst, aber auch für ihre An- und Zugehörigen sowie für involviertes Gesundheitsfachpersonal – bis hin zum tatsächlichen Tod.

Für nahezu alle Autor:innen ist die Diagnose ein Schock, gleichsam eine Urszene des Anfangs vom Ende. Übereinstimmend ist dabei von Angst, Entsetzen und Verwerfungen die Rede, verbunden mit der sofortigen, unvermeidlichen Frage: Wie lange noch?

Was dann folgt, lässt sich als Darstellung eines Trauerprozesses begreifen. Die Begriffe „Trauerarbeit“ oder „Trauerprozess“ fassen gemeinhin den in unterschiedlichen Phasenmodellen gefassten Verlauf der Trauer um eine verlorene geliebte Person. Die Sterbeliteratur macht deutlich, dass sich der Prozess auf ähnliche Weise auch bei eigenen schweren Krankheiten abspielt, wobei man hier gewissermaßen einen verloren gehenden Teil von sich selbst betrauert. In schweren Krankheiten mit ungewissem Verlauf sitzt der Tod immer schon mit drin, etwas stirbt ab, und es gilt sowohl dieses Absterbende als auch die Vorstellung des möglichen nahen Todes zu bearbeiten.

Exemplarisch nachvollziehbar ist dies in Christoph Schlingensiefs Tagebuch über seine Lungenkrebserkrankung: Von Januar bis April 2008 spricht der Multikünstler seine Gedanken und Empfindungen in ein Diktafon und hält damit Schritt für Schritt fest, wie die Krankheit verläuft und wie er sich dabei fühlt. So berichtet er von der Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, von existenziellen Ängsten, medizinischen Fragen und seiner spirituellen Suche. Dabei treten unterschiedliche Stadien des Trauerprozesses hervor: Zunächst stellt der Autor die Diagnose infrage und wehrt sie ab, anschließend schildert er seine Wut und eine plötzlich um sich greifende abgrundtiefe Angst sowie die damit einhergehende große Verzweiflung. Im Weiteren wendet er sich zunehmend von Angehörigen und Bekannten ab und schafft stattdessen Raum für eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen bisherigen Leben, im Versuch, diesem eine Kohärenz und einen erzählbaren Sinn abzugewinnen. Gegen Schluss des Buches blinkt punktuell ein neues Selbstverständnis auf, dem ein naher Tod inhärent ist.

Aber auch wenn sich eine solche Entwicklung nachzeichnen lässt, handelt es sich beim Sterben doch keineswegs um einen Prozess, bei dem einzelne Phasen linear aufeinander folgen. Keiner der hier untersuchten literarischen Sterbeberichte bietet eine klare chronologische Abfolge verschiedener Stadien: Wut und Verzweiflung werden nie gänzlich überwunden, die Sinngewinnung des eigenen Lebens wird nicht abgeschlossen. Die Abwendung vom sozialen Umfeld ist nicht in allen Fällen dauerhaft, und eine Integration des kurz bevorstehenden Todes in ein entsprechend neues Selbst- und Weltbild geht weder friedvoll vonstatten noch ist sie beständig. Vielmehr durchdringen und überlagern sich die diversen intellektuellen und emotionalen Momente und Reflexionen auf unberechenbare Weise. Sie gehen ineinander über, verschwinden, tauchen abrupt wieder auf, verändern sich. Ausdrücke wie „gutes Sterben“, „gefasstes Sterben“ oder „im Reinen mit sich selbst sein“ werden zwar verwendet, aber sie markieren nicht das Ende entsprechender Auseinandersetzungen. Die autobiografischen Berichte münden nicht in abgeschlossene beruhigte Szenarien.

Im Sterben muss man sich nicht nur von der Welt, von allen Nächsten und von allem Tun und Lassen verabschieden, sondern auch von sich selbst: vom eigenen Bewusstsein, vom eigenen Körper, von den eigenen Wahrnehmungen und Erinnerungen. Die Autor:innen sprechen in ihren Berichten daher immer auch als Trauernde: Sie trauern um ihr verlorenes zukünftiges Leben, sie beweinen bei lebendigem Leib ihren eigenen antizipierten Tod.

Jenny Diski bezeichnet die abgrundtiefe Traurigkeit, die diesen abschiedlichen Prozessen innewohnt, als zeitgleiche Strebung in zwei Richtungen:„It’s both a lesson in empathy and an indulgence in narcissism.“4 Tatsächlich ist die Selbstbezogenheit in allen Sterbeberichten zentral; die dauerhafte Antizipation des bevorstehenden eigenen Sterbens ermöglicht kaum mehr reflexiven Raum für andere Fragestellungen. Unser Wissen darum, dass der in den Schriften antizipierte Tod der Autor:innen auch tatsächlich eingetroffen ist, macht die Lektüre von deren letzten Büchern umso eindringlicher.

Sterben als Ausgliederung

Der Soziologe Werner Schneider beschreibt in seiner Studie „Sterbewelten“ (2014) den sozialen Prozess des Sterbens als Ausgliederung: „Der Ausgliederungsprozess […] zielt im Kern auf eine grundlegende Um- und Neudefinition der gemeinsam geteilten Wirklichkeit durch alle am Sterbensverlauf Beteiligten“.5 Nicht nur die Sterbenden selbst sind also davon betroffen, sondern auch weiteren beteiligten Personen wird dabei deutlich, dass ein Mitglied der Gemeinschaft sie unwiederbringlich verlassen wird. Nähere Freund:innen und Angehörige müssen sich zudem konkret damit befassen, dass sie künftig ihren Alltag ohne diese Person zu bestehen haben.6 In den Worten von Christoph Schlingensief: „Man erträgt diese Momente nicht, wo man denkt, man gehört nicht mehr so richtig dazu.“7

Wie sich ein solcher Ausgliederungsprozess im Einzelnen gestaltet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So stellt sich unter anderem die Frage, ob und wie das Sterben von den Angehörigen, vom beteiligten Gesundheitsfachpersonal und von Sterbenden selbst konkret angesprochen und ausgestaltet wird. Auch die raumzeitliche Situierung und die Betreuung sowie die dadurch gegebenen sozialen Situationen sind höchst relevant: Ist die sterbende Person hauptsächlich zu Hause, bettlägerig, oder noch am Arbeitsplatz? Liegt sie in einer allgemeinen Krankenhausabteilung oder in einer Palliative Care-Abteilung oder im Hospiz?

Vor dem Hintergrund solcher soziologischen Überlegungen zur „Ausgliederung“ lassen sich die schriftstellerischen Sterbeberichte als ein veröffentlichtes Sprechen von Patient:innen auffassen, die alles aussprechen. Wenn sie schwer erkranken und dann darüber ein (letztes) Buch verfassen, gehen die Schriftsteller:innen zwar derselben beruflichen Beschäftigung nach wie zuvor – sie schreiben. Aber nun stehen sie vor einer völlig neuen Herausforderung. Es geht darum, die eigene „Ausgliederung“ als Szene zu gestalten. Dabei entsteht ein spezifischer sprachlicher Sterberaum: Mit den je eigenen sprachlichen Fertigkeiten und stilistischen Mitteln werden oftmals Aussagen formuliert, die in solcher Deutlichkeit und Radikalität nirgendwo sonst zum Ausdruck kommen.

Dies ist nicht zuletzt deshalb möglich, weil es sich beim Buchschreiben nicht um eine konkrete Gesprächssituation handelt. Im Gegensatz zu Gesprächen zwischen Ärzt:innen und Patient:innen geht es hier nicht um einen Dialog und auch nicht – wie bei den Text- und Videoblogs im Internet – um Kommunikation in Echtzeit: Es hört niemand zu, weder eine angehörige Person noch eine Ärztin oder ein Internet-User, der direkt reagieren könnte. Das literarische Sprechen ist ein vorbehaltloses Sprechen. So setzen die Schriftsteller:innen die genannte Ausgliederung mit literarischen Mitteln buchstäblich in Szene. Sie schildern, wie sie sich auf sich selbst zurückziehen, indem sie letzte Dinge zu regeln suchen, und bringen dabei ihre Sorge um Angehörige und Freund:innen zum Ausdruck. Dabei wird auch offene Kritik am gesellschaftlichen Umgang mit Sterbenden formuliert. So prangert etwa Christoph Schlingensief insbesondere auch das am eigenen Leib und Leben erfahrene Schweigen der Außenstehenden an. Er fordert eine aktive gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Ängsten und Wünschen Sterbender und setzt sich dagegen zur Wehr, dass diese mit ihrer Verzweiflung allein gelassen werden:

Das muss mal laut und deutlich gesagt werden, was da für eine Hilflosigkeit, eine Unfähigkeit herrscht. Weil die Menschen nicht nur allein gelassen werden mit ihren Ängsten, sondern auch statisch gemacht werden in ihrer Verzweiflung. Sie bekommen mitgeteilt, dass sie krank sind, und geraten dann in einen Prozess, der sie völlig entmündigt. […] Dabei könnte man allein dadurch helfen, dass man mit den Menschen spricht, zu Gedanken animiert oder nach Ängsten und Wünschen fragt. Denn dann wäre der Kranke wieder am Prozess beteiligt, dann wäre er aus dieser Statik befreit.8

Auch die empirische Gesundheitsforschung zeigt auf, dass einer der zentralen Aspekte von Lebensqualität für Sterbende gerade darin besteht, mit Gesundheitsfachpersonen immer wieder über den bevorstehenden Tod und das Sterben sprechen zu können9, denn bei der Gesundheitsversorgung sterbender Menschen wird keineswegs zwingend über das Sterben gesprochen, auch nicht in Einrichtungen der Palliative Care, in denen Zeit für Gespräche oftmals fehlt. Vollzieht sich die „Ausgliederung“, wie von Schlingensief kritisiert, zielgerichtet und mit der Gewalt des Schweigens, kann keine produktive Auseinandersetzung mit dem Sterben entstehen. Wenn autobiografische Sterbeberichte dieses Schweigen anprangern, wenden sie sich gegen einen gesellschaftlichen Prozess, der Sterbende nicht als aktive Akteure zulässt.

Ringen um Orientierung

Die sterbenden Autor:innen ringen. Sie ringen um neuartige medizinische Therapien und um spirituelle Anker, sie ringen um die richtige Ernährung und um angemessene Formen des Abschiednehmens, und um mögliche Formen der Weiterexistenz nach dem Tod. Sie ringen um Erkenntnis, sie ringen um alles, was ihnen einerseits Hoffnung auf Leben und andererseits Erleichterung beim Sterben verspricht.

Die australische Autorin Cory Taylor bringt die Ausgangslage in ihrem Buch Sterben (2016) auf den Punkt, wenn sie darauf hinweist, dass es ein „säkulares Sterben“ ohne jegliche spirituelle Auseinandersetzung kaum geben kann: Es ist

nicht möglich, sich angesichts des Todes nicht mit Glaubensfragen beziehungsweise dem Nichtvorhandensein eines Glaubens und einer religiösen Moral beziehungsweise mangelnden religiösen Moral auseinanderzusetzen. Ich frage mich, ob die Ärzte hier deshalb nicht mit ihren Patienten über den Tod sprechen wollen, weil die moderne westliche Medizin so strikt wissenschaftlich und säkular gelehrt und ausgeübt wird.10

Und so wendet sich Taylor unter anderem einer buddhistischen Nonne und deren Zugang zu einer jenseitigen Welt zu, hält jedoch gleichzeitig fest, dass für sie als Nicht-Gläubige das Sterben nichts anderes aufzeige als die Grenzen des Säkularismus.

Der US-amerikanische Publizist Christopher Hitchens, der sich ein Leben lang dezidiert politisch geäußert hat, wendet sich in seinem Buch Mein Sterben (2013) radikal gegen alles Religiöse, indem er wiederholt seine atheistische Auffassung ins Feld führt. Er verwirft jegliche Form spiritueller Suche am Lebensende und macht sich lustig über Personen, die für ihn beten wollen: „Was, wenn ich durchkäme, und die fromme Fraktion würde zufrieden behaupten, ihre Gebete seien erhört worden? Das wäre schon irritierend.“11

Schlingensief setzte sich in der Zeit seiner schweren Erkrankung vertieft mit dem Christentum auseinander. Gott, der Glaube und die Kirche sind zentrale, ja geradezu übersteigerte Referenzpunkte seiner Tagebuch-Sinnsuche. Sie funktionieren jedoch keineswegs als Trost; vielmehr wird die überlieferte Bilderwelt des Katholizismus, die „katholische Bildersoße“12, als unumgängliche kulturgeschichtliche Vorgabe ins Feld geführt. Dieser setzt der Künstler eigene, kreativ-theatralisch entworfene Bilder des Sterbens entgegen. Damit wirft er nicht zuletzt die Frage auf, wer heute die Hoheit über Bilder des Sterbens besitzt.

Die britische Autorin Jenny Diski ihrerseits hebt wiederholt die tief greifende Ungewissheit darüber hervor, was zukünftig sein wird. Das Nicht-Wissen auszuhalten, erscheint bei ihr als eine zentrale Herausforderung des Sterbeprozesses:

I have the feeling of being sent away from a place of safety. Left outside. Peter Pan – Peter Panic: not just the awfully big adventure, also the tap-tap-tapping on the window to be let back in.

Where am I going? Nobody knows. Can I come with you? Aye, bye and bye. There is a kind of excitement. This, that I’ve never done, already done but previously, in a different form, an absolute otherness, nothingness, knowinglessness.13

Zweifellos verlaufen die jeweiligen Ansätze der Orientierungssuche am Lebensende in den einzelnen Texten unterschiedlich. Übereinstimmend lässt sich anhand der besprochenen Beispiele aber doch sagen, dass sich in den Sterbeberichten kaum ein letztes, tragendes Vertrauen manifestiert. Momente der Zuversicht blinken zwar auf, und es kommt auch zu einzelnen durchaus tiefgreifenden Erwägungen eines Jenseitigen, doch alle Schriftsteller:innen erweisen sich stets von neuem primär als Expert:innen im Verwerfen: Keine ihrer Erwägungen hat Bestand, keine Überlegung gibt ihnen dauerhaft Halt. Das Ringen um zuverlässige Positionen, um Festigkeit und Gefasstheit ist in den autobiografischen Sterbeberichten allgegenwärtig, doch mündet es nicht in dauerhafte Stabilität.

Körper – Geschlecht – Sterben

Beim autobiografischen Schreiben über tödlich verlaufende Krankheiten steht der Körper im Zentrum. Er wird detailliert beobachtet, beschrieben, analysiert. Die Diskursivierungen dieses Körpers, der laut ärztlicher Diagnose nicht wieder gesunden wird, manifestieren sich in den hier besprochenen Beispielen vielfältig und unterschiedlich. Bemerkenswert sind dabei auch geschlechterdifferente Merkmale.

Bei Autorinnen sind Körperbeschreibungen oft in eine allgemeine psychische Befindlichkeit eingebettet, in einen größeren Zusammenhang von Werden und Vergehen. Die Beschreibungen von körperlichem Unwohlsein wirken dabei gefasst und präzis. So berichtet Diski unaufgeregt über ihre Speiseröhre, die sich wegen der Bestrahlung entzündet hat:

My oesophagus, right next to a targeted lymph node, became inflamed in the last week of radiotherapy, and the ragged pain made it impossible to eat or swallow anything, especially anything with edges, for weeks. Although the pain has gone now, it’s still difficult to swallow. […] Anything sweet tastes much sweeter, and a lot of things, especially meat, are inedibly bitter.14

Taylor ihrerseits bezeichnet ihren kranken Körper als „Last, die ich ablegen würde, wenn ich nur könnte. Doch was das Sterben betrifft, so hat der Körper seinen eigenen Zeitplan und seine eigenen Methoden, von denen ich nichts verstehe.“15

In diesen Äußerungen wird keinerlei Wut gegen den Körper oder gar Ekel vor diesem erkennbar, mithin also werden keine Affekte laut, die sich gegen den eigenen Körper richten. Solche finden sich hingegen in auffälliger Häufung bei männlichen Autoren, die akute Schmerzen und unkontrollierbare Momente, in denen sich das Innere des Körpers nach außen kehrt, drastisch und affektgeladen schildern. Sowohl von Ekel als auch von der Sinnlosigkeit der körperlichen Veränderungen ist die Rede; Aggressionen angesichts der unberechenbaren Vorgänge werden dabei deutlich spürbar:

– „eine Nacht voller Scheißerei“; „bin in die Analphase eingetreten und habe reichlich ins Bett geschissen“ (Schlingensief)16

– „sinnloses Gehuste“; „literweise Speichel, gelegentlich Schleim, und was soll denn jetzt bitte dieses Sodbrennen?“; „Es traten dicke Schwellungen auf, […] irgendwo, wo sie einem am wenigsten nützten.“ (Hitchens)17

– „Kolik, Kotabgang. Aber keine richtige Erleichterung. […] Flüssigkeiten rein, Flüssigkeiten raus. Ich bin nur ein Durchlauf.“ (Esterházy)18

Die Autoren äußern sich auch explizit und teilweise ausgreifend über den verloren gehenden Eros und über ihre Geschlechtlichkeit, während Autorinnen darauf weitgehend verzichten. So beschreibt etwa Hitchens, der an Speiseröhrenkrebs verstarb, den Effekt der Chemotherapie:

Mit dem Verlust meines Haares hatte ich mich abgefunden, das mir in den ersten zwei Wochen unter der Dusche ausfiel […] Aber ich war eigentlich nicht darauf vorbereitet, dass die Rasierklinge plötzlich unverrichteter Dinge über mein Gesicht glitt, auf dem es keine Bartstoppeln mehr gab; [… die] nunmehr glatte Oberlippe [ließ] mich wirken […] wie irgendjemandes jungfräuliche alte Tante.19

Während Hitchens hier den Rückgang männlicher Geschlechtsmerkmale und sexueller Anziehungskraft als Klage in den Fokus rückt, wählt Péter Esterházy, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb, einen erzählerischen Weg, indem er das Drüsenorgan feminisiert und eine phantasmatische, sexualisierte Beziehung zu ihm entwirft:

– „Dieses Fräulein Bauchspeicheldrüse müsste mal ganz toll gefickt werden, dann würde es Ruhe geben.“

– „Meine liebe Fee oder mein Bauchspeichelchen oder wie du auch immer heißen magst, kannst du mir wohl von innen einen blasen?“

– „in mir wächst also etwas Weibliches“

– „Gestern war mir, als hätte mir die Bauchspeicheldame das Schlafittchen gepackt […] und als hätte sie gesagt, ihr sei das zu wenig, sie wolle mehr“.20

Mit dem „Fräulein Bauchspeicheldrüse“ reinszeniert Esterházy einen Topos, der bekannt und aber auch viel kritisiert ist, weil er das Kranke mit dem Weiblich-Sexuellen assoziiert. Der Autor entwirft damit ein Narrativ, anhand dessen er die Ambivalenz gegenüber dem Krebs – zwischen Beherrschenwollen und Ausgeliefertsein – in eine imaginäre geschlechtliche Beziehung bannt und das zugleich als Kehrseite der fremdverfügten Erkrankung dient: Es ist Ausdruck von Selbstbestimmung in der Darstellung, der Autor nutzt den Spielraum des Erzählens.

In den meisten Sterbeberichten von männlichen Autoren wird der kranke Körper negativ als Störfaktor besprochen, der einen ins Verderben reißt. Hierzu finden sich narrative Abspaltungen des kranken Körpers, der über längere Passagen hinweg isoliert und als ein vom Selbst abgetrenntes Anderes dargestellt wird. Die Sterbeberichte von Autorinnen ihrerseits präsentieren kaum Beispiele entsprechender Abspaltung. Ihre Körperbeschreibungen sind zumeist eingebettet in einen umfassenden Resonanzraum der psychischen Befindlichkeit und des sozialen Umfelds, der kranke Körper erscheint dabei als ein konstitutiver Teil des kranken Ich.

Kommunikation am Lebensende

Schriftsteller:innen loten das Sterben am eigenen Leib und Leben inmitten unserer Gesellschaft aus, sie suchen es darstellbar und kommunizierbar zu machen. Dabei sprechen sie so radikal und offen, wie es in realen dialogischen Gesprächssituationen im Sterbezimmer kaum möglich ist. Übereinstimmend bringen die hier besprochenen Texte insbesondere zum Ausdruck, dass das Sterben heute mit starker Einsamkeit verbunden ist.

Zweifellos sind soziale Einbettungen in familiäre oder freundschaftliche Kontexte unterschiedlich intensiv und in sich unterschiedlich stabil; zweifellos ist die institutionelle Betreuung seitens der Gesundheitseinrichtungen unterschiedlich hilfreich; und zweifellos bieten Sterbebegleitungen, in welcher Form auch immer, Trost und Stabilität in unterschiedlichem Ausmaß an. Nichtsdestotrotz machen die Texte deutlich, dass heute vereinzelt, allein und isoliert gestorben wird – ohne sichernde Basis eines allgemeingültigen gesellschaftlichen Sterbekonzepts.

Tatsächlich werden wir gegenwärtig an allen Ecken und Enden angehalten, die Verantwortung für unser Sterben selbst zu übernehmen, indem wir dazu aufgerufen sind, Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und Testamente zu verfassen und sonstige letzte Dinge zu regeln. Immer stärker wird zudem darauf gepocht, auch die digitale Hinterlassenschaft frühzeitig zu klären. Ein wesentliches Movens solcher Regelungen ist die Entlastung anderer. Für sie soll dann alles klar sein: für behandelnde Ärzt:innen und Treuhänder:innen, für Angehörige, für Social-Media-Freund:innen. So sehen wir uns aufgefordert, selbstbestimmt zu sterben.21 Wir sollen unsere Unsicherheiten, unser Nicht-Wissen mit reglementarischen Papieren verbannen. Diese Papiere sind Symptome fehlenden Vertrauens.

Die Sterbeberichte bezeugen dieses fehlende Vertrauen wortwörtlich, indem sie nachvollziehbar machen, inwiefern die Rede vom „selbstbestimmten Sterben“ auch trügt. Sie führen nicht nur wie geschildert vor, dass das Ringen um Orientierung wenig Erlösung bringt, sondern auch, dass das Vertrauen in Gesundheitsfachpersonal und die entsprechenden Institutionen fehlt, während Einsamkeit und Isolation vorherrschen. Explizit bringt dies Julie Yip-Williams zum Ausdruck: „Perhaps isolation, at least emotionally if not physically, is what happens as you get closer to death, as you understand more powerfully than ever before that this journey to the end is one that must be made absolutely alone.“22 – Dies entspricht dem soziologischen Befund von Werner Schneider: „Je mehr Sterben in die private Verantwortung und Selbst-Organisation des Einzelnen übergeht, umso größer ist die Gefahr der Entpflichtung der Gemeinschaft gegenüber den Sterbenden.“23

Was dieser Befund für die konkrete Sterbeerfahrung bedeutet, machen die autobiografischen Sterbeberichte unmissverständlich deutlich, indem sie auch die medizinische und pflegerische Betreuung ausgiebig ansprechen. So werden verschiedentlich Gespräche mit Gesundheitsfachpersonen geschildert und nicht selten als unzureichend kritisiert: zu wenig informativ, zu wenig nachhaltig, zu wenig empathisch. Dabei spielt auch die sogenannte Übertherapie eine Rolle: Hierbei handelt es sich um Therapien, deren gesundheitlicher Nutzen gering ist, die nicht zu einer maßgeblichen Verlängerung der Lebensdauer beitragen und die die bestehende tiefe Lebensqualität der Patient:innen noch zusätzlich beeinträchtigen.24 Diski beispielsweise bringt aufgrund fehlgeschlagener Behandlungen deutlich zum Ausdruck, dass sie das Vertrauen in medizinische Zusicherungen verloren hat und nicht mehr daran glaubt, dass ein schmerzfreies Sterben möglich sei: „I no longer trust the hospice key-worker’s assurance that the dying process can be made painless“.25

Es kommt aber auch zu Dankesworten. So äußert Yip-Williams eine tiefe persönliche Verbundenheit zu ihrer Ärztin: „It is a privilege to have been cared for by Dr. C. It is even more of a privilege to know and be inspired by such a good and courageous human being, who wants to, and indeed does, make a true difference in the lives of everyone she touches.“26 Insgesamt decken die Schilderungen der medizinischen und pflegerischen Betreuung somit eine große Spannbreite zwischen herber Enttäuschung und großer Dankbarkeit ab.

Schreiben als Steigerung des Selbstwertgefühls

Die hier besprochenen Sterbeberichte schreiten unterschiedliche thematische Felder ab und stoßen dabei fast überall auf brüchige, prekäre und instabile Momente, denen kaum Trost abzugewinnen ist. Schmerz und Verzweiflung nehmen bei eingehender Betrachtung der eigenen tödlichen Krankheit nicht ab. So gibt es in den Texten keine deutlichen Anzeichen dafür, dass die verstärkte Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod eine zunehmende Klarheit mit sich bringt.

Jedoch kann das Schreiben selbst als Steigerung des Selbstwertgefühls geltend gemacht werden: Im gestaltenden Schreiben kann man über den eigenen Aktionsraum frei verfügen. Was ihnen durch die Erkrankung passiert – körperliches Ausgeliefertsein, Schmerzen, medizinische Therapien, operative Eingriffe, Todesdrohung – können die Autor:innen lediglich in beschränktem Ausmaß beeinflussen. Bei der schreibenden Ausgestaltung hingegen sind sie gänzlich autonom: Sie gebieten selbst über den Schreibakt, sie entscheiden allein, was sie zum Ausdruck bringen und wie sie dies tun. In diesem Bereich üben sie eine alleinige Darstellungs- und Deutungshoheit aus und können somit, und sei es nur vorübergehend, ein Stück des verlorenen Selbstwertgefühls wiedergewinnen.

Das Schreiben berührt zudem die am Lebensende virulente Frage nach möglichen Hinterlassenschaften. So ist gerade das „Sterbebuch“ selbst die letzte Hinterlassenschaft, auch das mag Trost beinhalten. Damit verbunden ist immer auch ein deutliches Streben nach Resonanz. Wenngleich es sich beim Bücherschreiben weder um eine konkrete Gesprächssituation noch um Kommunikation in Echtzeit handelt, so zielt die Darstellung letztlich doch auf Verständigung ab – und sei es posthum. Mit der Veröffentlichung von Sterbeberichten wendet man sich gegen Isolation und Vereinzelung: Man will gesehen und gehört werden. Verfasst man ein Buch, so trägt die Imagination des antizipierten Blicks von anderen – ein wesentlicher Motor von künstlerischem Antrieb überhaupt – zu einer besseren Befindlichkeit in der Gegenwart bei.

Das Schreiben selbst, als ein Akt sprachlich-kreativer Gestaltung, stellt somit einen eigens kreierten Raum dar, der das schreibende Subjekt in seinem Selbstwertgefühl zumindest momentweise kräftigt. Dabei handelt es sich weder um ein tragendes Vertrauen in andere oder in sich selbst, noch um ein Vertrauen in eine spezifische Jenseitsvorstellung. Vielmehr geht es um eine temporäre, genuin dem Schreiben entspringende Steigerung des Selbstwertgefühls, das auf die gelingenden Momente der sprachlichen Gestaltung beschränkt ist.

1

Markus Zimmermann, Stefan Felder, Ursula Streckeisen, Brigitte Tag, Brigitte: Das Lebensende in der Schweiz. Individuelle und gesellschaftliche Perspektiven. Basel 2019, S. 35.

2

Fritz Zorn: Mars. München 1977; Maxie Wander: Leben wär’ eine prima Alternative. Tagebuchaufzeichnungen und Briefe (hg. von Fred Wander). Darmstadt, Neuwied 1980; Angelika Mechtel: Jeden Tag will ich leben: ein Krebstagebuch. Frankfurt/M. 1990; Harold Brodkey: Die Geschichte meines Todes. Reinbek bei Hamburg 1998 [engl. The Story of My Death, 1996]; John Diamond: Because Cowards Get Cancer Too. London 1999.

3

Miriam Pielhau: Fremdkörper. München 2009; dies.: Dr. Hoffnung. München 2016. Ingrid und Manfred Stolpe: Wir haben noch so viel vor. Unser gemeinsamer Kampf gegen den Krebs. Berlin 2010; Tim Lobiner: Verlieren ist keine Option. Mein Kampf gegen den Krebs. München 2018.

4

Jenny Diski: In Gratitude. London 2016, S. 142.

5

Werner Schneider: „Sterbewelten. Ethnographische (und dispositivanalytische) Forschung zum Lebensende“. In: Martin W. Schnell, Werner Schneider, Harald Joachim Kolbe (Hg.): Sterbewelten. Eine Ethnografie. Wiesbaden 2014, S. 51–138: 60.

6

Ebd., S. 60f.

7

Christoph Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung. Köln 2009, S. 134.

8

Ebd., S. 87f.

9

Franzisca Domeisen: Kommunikation und Interaktion am Lebensende: Eine Betrachtung der institutionalisierten Palliative Care. Zürich 2018, S. 41.

10

Cory Taylor: Sterben. Eine Erfahrung. Berlin 2016, S. 24.

11

Christopher Hitchens: Endlich: Mein Sterben. München 2013, S. 43.

12

Christoph Schlingensief: Ich weiß, ich war’s. Köln 2012, S. 39.

13

Diski (2016): In Gratitude, S. 120 und 211.

14

Ebd., S. 133.

15

Taylor (2016): Sterben, S. 130.

16

Schlingensief (2009): So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein, S. 90.

17

Hitchens (2013): Endlich: Mein Sterben, S. 95 und 98.

18

Péter Esterházy: Bauchspeicheldrüsentagebuch. Berlin 2017, S. 40.

19

Hitchens (2013): Endlich: Mein Sterben, S. 32f.

20

Esterházy (2017): Bauchspeicheldrüsentagebuch, S. 22, 25, 35 und 224.

21

Vgl. dazu Heinz Rüegger, Roland Kunz: Über selbstbestimmtes Sterben. Zwischen Freiheit, Verantwortung und Überforderung. Zürich 2020 (insbes. Kap. 2: „Selbstbestimmtes Sterben zwischen Forderung und Zumutung“, S. 24–40).

22

Julie Yip-Williams: The Unwinding of the Miracle: A Memoir of Life, Death, and Everything That Comes After. London 2019, S. 185f.

23

Werner Schneider, Stephanie Stadelbacher: „Sterben in Vertrauen. Wissenssoziologisch-diskursanalytische Anmerkungen zum Sterben als Vertrauensfrage“. In: Gerhard Höver, Heike Baranzke, Andrea Schaeffer (Hg.): Sterbebegleitung: Vertrauenssache. Herausforderungen einer person- und bedürfnisorientierten Begleitung am Lebensende. Würzburg 2011, S. 107–139: 135.

24

Heinz Rüegger, Roland Kunz: Über selbstbestimmtes Sterben. Zwischen Freiheit, Verantwortung und Überforderung. Zürich 2020, S. 25–28, insbes. S. 27. – Vgl. zu diesem Kontext auch die Sterbebücher der Ärztin Kathryn Schneider-Gurewitsch: Reden wir über das Sterben, Vermächtnis einer Ärztin und Patientin (Zürich 2020) sowie des Arztes Paul Kalanithi: Bevor ich jetzt gehe. Die letzten Worte eines Arztes an seine Tochter (München 2016).

25

Diski (2016): In Gratitude, S. 161.

26

Yip-Williams (2019), The Unwinding of the Miracle, S. 64.