LACHKRANKHEITEN. Medizinisch-psychologische Aspekte des Verhältnisses von pathologischem Lachen und Geisteskrankheit in der anthropologischen und der erzählenden Literatur der Frühen Neuzeit

in Anthropologie und Medialität des Komischen im 17. Jahrhundert (1580-1730)
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Schon in frühneuzeitlichen Texten kann man lesen, dass Lachen gesund, dass es etwa zur Prävention und Therapie melancholischer Gemütszustände geeignet sei. Wer jedoch jenseits des erkennbar Komischen lacht, bei dem ist das Gelächter nicht Zeichen seiner Gesundheit, sondern vielmehr Indikator körperlicher, geistiger oder moralischer Versehrtheit. Diese Erkenntnis findet sich in den frühneuzeitlichen Lachtheorien ebenso wie dort, wo in der zeitgenössischen Erzählprosa Fälle abnormen Lachens geschildert werden. Die Letzteren sind nur selten eindeutig medizinisch kategorisierbar und kaum je vollständig zu entschlüsseln. Wenn aber in der literarischen Kasuistik sogar ein monofaktoriell erzeugtes ‘krankes’ Lachen noch rätselhaft bleibt, dann lässt sich gerade aus der frühneuzeitlichen Pathologie des Lachens erahnen, wie komplex man sich damals sein immer polyfaktorielles Zustandekommen beim Gesunden gedacht haben muss.

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