“In Overlandsche ende in Duytsche sprake” und “Die alghemene Duytsche tael”

Oder: 30 × 30 Jahre lingua theodisca, anhand der vieldiskutierten Stelle Twe-spraack 110f.

“In Overlandsche ende in Duytsche sprake“ and “Die alghemene Duytsche tael”

Or: 30 × 30 Years of lingua theodisca, by Way of the Much-Discussed Passage in Twe-spraack 110f.
In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik
Author: Luc de Grauwe1
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Abstract

The first printed Dutch grammar was entitled Twe-spraack vande Nederduitsche letterkunst (1548). In many places, the grammar names its own language simply Duytsch, but the book also uses this term – depending on context or audience, not seldom melting one significance into another – for what now is known as ‘Continental (West) Germanic’ (“Ick spreeck int ghemeen vande duytse taal, die zelve voor één taal houdende”, p. 110), referring to the entire complex of linguistic varieties, which nowadays come under the cognate standard languages Dutch (formerly in English Low/Nether Dutch) and German (High Dutch). Many textbooks, grammars, dictionaries etc. in 16th- to 18th-century Netherlands and Flanders strikingly reserved simple Duytsch for their own language (hence Dutch), contrasting it with ‘marked’ Hoogduytsch or even Overland(t)sch (avoiding hyperonymic -duytsch!). In addition to a treatment of the term Duytsch, this article also deals with some other, strongly related cruces in the Twe-spraack.

Abstract

The first printed Dutch grammar was entitled Twe-spraack vande Nederduitsche letterkunst (1548). In many places, the grammar names its own language simply Duytsch, but the book also uses this term – depending on context or audience, not seldom melting one significance into another – for what now is known as ‘Continental (West) Germanic’ (“Ick spreeck int ghemeen vande duytse taal, die zelve voor één taal houdende”, p. 110), referring to the entire complex of linguistic varieties, which nowadays come under the cognate standard languages Dutch (formerly in English Low/Nether Dutch) and German (High Dutch). Many textbooks, grammars, dictionaries etc. in 16th- to 18th-century Netherlands and Flanders strikingly reserved simple Duytsch for their own language (hence Dutch), contrasting it with ‘marked’ Hoogduytsch or even Overland(t)sch (avoiding hyperonymic -duytsch!). In addition to a treatment of the term Duytsch, this article also deals with some other, strongly related cruces in the Twe-spraack.

Einleitung

Die erste gedruckte niederländische Grammatik (a. 1584) trug als Titel Twe-spraack vande Nederduitsche letterkunst, nannte aber diese (eigene) Sprache – wie damals, besonders noch im Volksmund, üblich – an manchen Stellen auch einfach Duytsch (Nachkomme des bereits karolingischen thiudisk ‘volkssprachlich’). Aber letzteren Terminus verwendete das Werk zugleich auch für den modernen sprachwissenschaftlichen Oberbegriff ‘kontinental(west)germanisch’ – für einen ‘Sprechweisenkomplex’ also, der damals noch als ein zwar varietätenreiches, dennoch als eine einzige Sprache bildendes Ganzes empfunden wurde (“Ick spreeck int ghemeen vande duytse taal, die zelve voor één taal houdende”, S. 110). Beide Bedeutungen dieses simplen, einsilbigen Wortes kommen, kontextbestimmt und adressatenspezifisch, im Werk vor und fließen oft ineinander über – anders als Dibbets (1985 und 1992) glaubte, der ihm nur die letztgenannte, allgemeine beimaß. Dass man damals den Terminus tatsächlich gerne für die ureigene Sprachvarietät reservierte, geht etwa aus den Titeln vieler übersetzten Werke oder aus Sprachenauflistungen der Epoche hervor, wo dieses duytsch mit (dem Kompositum) hoochduytsch konfrontiert wird; besonders noch lässt das Duo “in Overlandtsche ende Duytsche sprake” (a. 1548) aufhorchen (entsprechend so noch immer Dutch im Englischen). Übrigens enthält der anzitierte Passus, der mehrere Aussagen früherer Autoren miteinander verquickt, einige ‘Cruces’, die hier einer Erklärung zugeführt werden.

1 Das unsrige und das andere Duytsch

Ein Jahr vor dem für die gesamten historischen ‘Niederlande’ (burgundisch-habsburgischer Prägung) so geschichtsträchtigen ‘Fall der südlichen Handelsmetropole (emporium) Antwerpen’ – im Jahre 1584 also – erschien von einem in deren nördlichen, sie bald überflügelnden Konkurrentin Amsterdam ansässigen ‘Autorenkollektiv’ von ‘rederijkers’ die bekannte Twe-spraack vande Nederduitsche letterkunst, wohl unter der Federführung von Hendrik Laurensz. Spiegel.1 Dieses Werk gilt allgemein als erste, als älteste gedruckte Grammatik der niederländischen Sprache,2 die ebendort mit der Benennung Nederduitsch(e taal) bezeichnet wird,3 in den dazugehörigen, von Dirck Volckertszoon Coornhert verfassten Vorreden dagegen Nederlandsch(e taal).4

Es begegnet aber daneben öfter die Benennung duytsch/duits(e taal, spraack), deren Bezeichnungsbezug nicht immer recht deutlich ist. Denn nicht an allen Stellen ist klar, ob damit gemeint ist, was erst am Ende des Werkes in Erscheinung tritt, und zwar im bekannten, bereits öfters sprachhistorisch bemühten Passus:

G[edeon]. Ick spreeck (met Becanus/) int ghemee[n] vande duytse taal/die zelve voor een [= één] taal houdende.

Twe-spraack s. 110

– Eine Stelle, auf die noch ausführlicher und im Einzelnen zurückzukommen sein wird. Seit Dibbets’ mit vielen zeitgenössisch-humanistischen Parallelzitaten untermauerter Argumentation5 gilt “de duytse taal” hier als die überdachende Benennung sämtlicher kontinentalwestgermanischen Varietäten (unter Ausschluss des Friesischen), aus denen die – damals erst im Entstehen begriffenen – modernen polyvalenten, standardisierten Hochsprachen Nederlands und Deutsch hervorgegangen sind. Ob dies auf sämtliche Vorkommen des Wortes duits in der Twe-spraack zutrifft, ist m.E. zweifelhaft, wenn man nämlich achtet auf die konkrete Verwendung dieses ‘Glossonyms’ an mehreren Stellen, wo ausgerechnet abgehoben wird auf ausgesprochen Niederländisches, etwa bereits in den Anfangsworten des 1. Kapitels:

want Neef een eigen Duits woord is/en Cozyn een Fransóys basterd,6

Twe-spraack s. 1

Sodann am Anfang des 6. Kapitels in der Aufzählung von (zunächst lateinisch genannten) Wortarten:

hij noemtse in Duyts/om Duitse klercke[n] deze zaack te bet moed te maken/Lid, naam, voornaam, wóórd, deelneming, bijwóórd, inwurp, koppeling ende voorzetting.7

Twe-spraack s. 64

Und auffällig: dies nachdem gerade zwar kontrastierend van De hóóghduitsen die Rede war8! Oder ähnlich noch am Ende des 7. Kapitels:

doch misprys ick niet/datmen voor coscienty de ghewisse, voor planeet zweefsterre, voor eclipsis, taning des maans/voor Victori, zeegh ghebruickt.9

Twe-spraack s. 112

Im Grunde ist ja das eigene Nederduitsch/Nederlandsch sowieso auch duytsch und gilt hier nach wie vor das allgemeine, seit Karolingerzeiten10 in der ganzen kontinentalen Westgermania geläufige Sprechen (lat.) in lingua theodisca (adverbial theodisce), volkssprachlich (so auch gerade die Bedeutung!) (in) duytsch/mnl. duutsc/dietsc, entsprechend mhd. diutesch, mnd. düdesch.11

Die überraschende, bereits zitierte Behauptung nun von “Gedeon” erst am Ende des ganzen Werkes, dass er de Duytse taal offensichtlich voor een [= één] taal hält und darunter Hoch- wie ‘Niederdeutsch’ subsummiert, hängt wohl – das hat die bisherige Forschung übersehen oder wenigstens nicht explizit gemacht – mit der Tatsache zusammen, dass Spiegel hier verschiedene, und zwar im Grunde kontradiktorische Auffassungen von humanistischen Zeitgenossen miteinander verbindet und sogar fälschlich verquickt.

Der ganze in Rede stehende Passus lautet:

R. ghy zeyde flux dat de Duytse taal by haar zelven bestaat: ick heb my wel laten segghen dat onze spraack uyt het Hóóghduyts zou ghesproten zyn. G. Ick spreeck (met Becanus/) int ghemeen vande duytse taal/die zelve voor een taal houdende/dóch dat de zommighe wat te hóógh/andere wat te laegh spreken/ende dat de Nederzaxense óf Mysense spraack (vande welcke wy ghekomen zyn) de middelbarichste ende vriendelyckste is/de welcke van Brug af tot Ry ende Revel toe streckt/ wel iet wat inde uytspraack verschelende/ maar zó niet óf elck verstaat ander zeer wel/ tis kenlyck dat de Griexe taal/ die zó waard gheacht is/ óóck haar verscheyden Dialectos hat. Int verryken onzes taals/ zoud ick verstaan datmen uyt elcke verscheyden Duytsche spraack/ ia uyt het D e e n s, V r i e s, ende E n g h e l s, de eyghentlyckste wóórden behóórde te zoecken/ van de welcke de ene deze/ de ander de andere alleen int ghebruyck ghehouden hebben.12

Twe-spraack s. 110–111

Der einzige Gelehrte, der hier mit Namen zitiert wird, ist Johannes Goropius Becanus, aber es wird bei seiner Persönlichkeit vielleicht nicht allzu sehr wundernehmen, dass dieser sich widersprüchlich äußert. Einerseits gilt für ihn was von Flandern im Westen bis hin zu Reval/Tallinn entlang der Nord- und Ostseeküsten gesprochen wird als eine andere Sprache denn die, welche süd(öst)lich davon geredet wird. Noch in Ermangelung überdachender Begriffe, wie wir sie heute strikt verwenden – eben als Folge der Noch-nicht-Standardisierung der Sprachen damals, heißt es bei Becanus stellvertretend: “Hoc modo linguam Brabanticam [seine eigene Sprache!] aliam dicimus à lingua Suevica sive Allemannica”,13 oder an andrer Stelle etwas spezifiziert:

Verùm linguam Brabanticum aliam dicimus à lingua Suevica sive Allemanica […] Verùm linguam Brabanticam, Flandricam, Thungricam, Geldricam, Saxonicam, Gedanicam, Revelensem, et his similes, easdem dicimus; eo quòd, licet diversitate quadam dissideant, sic tamen non dissideant, ut Gedanicus non possit cum Antwerpiano aut Bruxellensi fabulari14

Diese Ausdehnung wird hier von der Twe-Spraack formuliert im Relativsatz de welcke van Brug af tot Ry ende Revel15 toe streckt16 zum (in zweierlei Hinsicht ungenügenden; dazu weiter unten in 2!) Antezedens de Nederzaxense of Mysense spraak (van de welcke wy ghekomen zyn). Ursache oder Grundlage dieses Unterschieds ist das Fehlen der wechselseitigen Verständlichkeit:

ut eas linguas diversas dicamus, quae sic inter se discrepant, ut non statim qui unam intelligit, alteram quoque intelligat.17

Oder an anderer Stelle, von Becanus’ niederländischer Warte aus, bezogen auf das Hochdeutsche:

Habet haec dialectus pluraque verba et nomina eadem cum ceteris Germanis, sed sibilis et pronuntiationis asperitate deformata, ut vix intelligantur18

Andrerseits aber schwächt er dieses rigorose Kriterium ab, indem er als seine Meinung äußert:

Nam quamvis superior lingua [= das Hochdeutsche] multis sibilis & consonantibus asperior sit: non ita tamen à prima sermonis & simplicitate & lenitate degeneravit, ut alia prorsus lingua sit vocanda.19

Das aber hindert nicht daran, dass noch gewisse, ja geraume Zeit nach Erscheinen der Twe-spraack alles Kontinentalwestgermanische noch als eine einzige Sprache, sei es in Varietäten, empfunden wurde: von Becanus, Spiegel und Simon Stevin wird sie mit einem – geliebten!20 – Einsilbler Duytsch/Duits genannt. Wenn ihr Lob von diesen dreien – so etwa ganz explizit in Stevins Uytspraeck van de Weerdicheit der Duytsche tael (1586) – gesungen wird, wird kontextbestimmt und adressatenspezifisch einmal auf das eigene ‘Niederländische’ (im bereits modernen Sinne), einmal ebenso gut (wie ausgerechnet an unserer besprochenen Stelle, daher explizit: Ick spreek […] int ghemeen vande duytse taal) auf das gesamte Kontinentalwestgermanische Bezug genommen. Das sei hier (Dibbets 1985, 504f. und 1992, 27 bestätigend!) noch einmal ausdrücklich betont. Letzterer Verwendung entspricht bei Spiegel, obwohl einmalig (und zwar im Eröffnungssatz des Toe-eyghenbrief, S. A2) die Formel onze alghemene Duytse taal, die ja “in haar bevang veel Rycken/Vorstendommen/ende landen bevat” (ebd.).21

Darin unterscheidet sich typologisch diese ‘Sprachregelung’ im Grunde nicht von der heutigen Verwendung des Wortes Deutsch, mit welchem eigentlich, und zwar verkürzend, nur (noch) den Ausschnitt ‘(eigenes) Hochdeutsch’ bezeichnet wird, obwohl (oder wobei zugleich) den heutigen Dia- und Regiolekten des ‘Nieder- oder Plattdeutschen’ den ‘deutschen’ Charakter nicht abgesprochen wird. Und allzu umständlich war der damalige, zwischen den Jahren 1525 und 1688 tatsächlich belegte Gebrauch der Termini Nederlandsch Duytsch vs. Overlandsch Duytsch (bzw. Oberlendisch Deutsch), die relativ schnell durch Ellipsen22 zu den heute verwandten, hochoffiziellen Benennungen Nederlands vs. Duits vereinfacht wurden und erst in den letzten zweihundert Jahren stabilisiert worden sind. Davor und dafür aber waren Duits/Deutsch und sämtliche Lautvarianten von Nord- bis Ostsee bis in die Alpen die geläufige Bezeichnung für alle möglichen “Sprechweisen” (sprachliche Varietäten), von Ortsmundart zur (werdenden) Hochsprache. Unterscheidung wurde, wenn nötig, ausgedrückt durch die (lautvariante) Formel das unsrige und das andere deutsch.23

Das ‘nostratische’ Element kommt auch in der Twe-spraack passim zum Zuge, in mehreren Formulierungen: meistens einfach onze taal (1× [S. 7, Z. 2f.] onze tale), onze spraack, vereinzelt mit einem Adjektiv ons/onze eygen taal/ons eighen sprake, mit zwei Adjektiven ons eyghen angheboren taal, mit einem ‘uneigentlichen’ Kompositum ons moeders tale/ onze moeders taal,24 und noch einfacher und ebenfalls passim by ons. Um duytsch ergänzt, findet De Vreese 1909 zwischen a. 1523 (Nr. 11) und a. 1624 (Nr. 185) nicht weniger als 20× in onser duytscher spraken/tongen/talen.

Ähnlich findet sich dieses ons in anderen Texten aus der Humanistenperiode, und zwar meistens auf dem Titelblatt oder im Vorwort von Übersetzungswerken, wo das Possessiv Ausgangs- wie Zielsprachennamen beigefügt wird. In der langen “Bijlage” von De Vreese 1909 ist es häufig vertreten.25 Noch am auffälligsten, weil ohne nähere Namensbestimmung der Zielsprache, ist dessen Nr. 1832 aus dem Jahre 1516:

Ick Thomas vander Noot die dit tegewoerdich boeckxen […] wt de ouerlansche of hoochduytsce tale in onse ghemeine sprake getranslateerd hebbe.26

Das dürfte übrigens überraschen, weil gerade derselbe Autor 1518 zum ersten Mal, wenigstens im Druck, die Benennung Nederlandsch verwendet:

bi Thomas van der noot ghetranslateerd ende ouergheset […] in onse ghemeene nederlantsche tale27

Mit diesem (al)ghemeen ist, wie auch Dibbets (1985, 502f.) im Gefolge deutscher Forscher betont, die “algemeen verbreide, eenvoudige en ongekunstelde taal van het volk zu interpretieren”, also (wie in Deutschland damals) “in vielen Kontexten nicht im überregionalen oder frühnationalsprachlichen, sondern im sozialstilistischen Sinne (‘allgemein verständlich, für jedermann’) zu verstehen” (Von Polenz 2000, 162 u. 173).28 Das hindert aber nicht daran, dass dasselbe alghemeen sich mal, wie wir oben (mit Anm. 21) gesehen haben, tatsächlich (mit) auf den ganzen ausgedehnten Raum der kontinentalen Westgermania beziehen kann!

Ohne das Epitheton ghemeen begegnen weitere, verschiedenartige Formulierungen, wo ebenfalls dieses ons begegnet; in chronologischer Folge sind hier sicher zu nennen (mit den De Vreese’schen Nummern):

  1. Nr. 1813 (a. 1563) wt die overlantsche tale in onse nederlantsche duytsche tale
  2. Nr. 1814 (a. 1567) wten hoochduytschen in onze nederlansche duytsche sprake
  3. Nr. 1815 (a. 1568): dieselbe Terminologie wie in (2)29

Daraus ergibt sich noch einmal der doppelte Befund: overlantsch (vs. niederlantsch) = hoochduytsch; nederlandsch duytsch ist nicht-elliptisch ausgedrückt.

Besonders aufschlussreich dürften ausgerechnet die Formulierungen sein, wo (im heutigen Sinne) Deutsch mit Niederländisch direkt miteinander konfrontiert werden, ohne die Präzision in der Charakterisierung der beiden Sprachen, wie wir sie gerade oben in den De Vreese’schen Fällen 1813–1815 feststellen konnten. Es begegnen da für unsere Zwecke – die übrigens noch von keinem Forscher explizit verfolgt worden sind! – folgende Konstellationstypen (mit den De Vreese’schen Nummern):

1. a) uyt den Hoochduytsche(n) in onse Nederlantsche tale (540, 541,548, 601, 606, 618, 654–656, 671, 681, 905)

uyt den Hoochduytsche in(t) Nederlants/ in Nederlantsche sprake (581, 587, 666, 667, 713, 719, 775)

b) uyt het Hoochduytsche in het nederduytsch/in onse nederduytsche tale (1206, 1207, 1279, 1283, 1369)

uyt de Hooge in Nederduyts(ch)e tale (1143, 1394)

c) uyt de Overlantsche tale in de/onse Nederlantsche (732, 1839).

2. a) aus der Niederländische Sprach in die Hochdeutsche (930)

aus der Niederländischen und Flämischen Sprach in die Hoch- und Ober-Teutsche (940)

Brabändisch […] in hochdeutsch (1742)

Aus der Holländischen Spraach in die Hochdeutsche (1784, 1782)

b) aus dem Niederteutschen in unsere/die Hochdeutsche (Mutter)Sprache (1625, 1626)

Niderhochteutsch und hochniderteutsch dictionarium (1630, 1647: Kramer, Nürnberg 1719, das älteste Wörterbuch mit den beiden Sprachen).

c) erstlich in Brabantisch, jetzt aber in Oberlendisch teutsch (1739).

Es gibt weiterhin Fälle, in denen ein ebenfalls regional benanntes Niederländisch – das vermutlich stellvertretend, als Pars pro toto steht – konfrontiert wird mit bereits im modernen Sinne verwendetes Deutsch:

3. a) Vor [‘zuvor’] in Brabantischer sprach gedruckt und ietzt verdeutscht (1738; anno 1546)

Die Deutsche, Brabandische, Frantzosische und Lateinische sprachen (1740; van der Noot, anno 1572).

b) Aus dem Holländischen ins Teutsche (1786, 1795–1797, 1799, 1800, anno 1657–1733).

Dabei überrascht in der Chronologie bekanntlich keineswegs die Ablösung Brabantisch → Holländisch.30

Besonderes Interesse muss wohl die Zusammenstellung mehrerer Sprachen erregen, wie sie in vielen mehrsprachigen Wörterbüchern der Humanistenzeit zu Tage tritt. Und wenn es da bereits im Jahre 1540 als Titel

Vocabulaer in sevenderley talen Latijn, Duytsch, Walsch, Spaensch, Italiaens, Engels ende Hoochduytsch (edd. Antwerpen: Johannes Crinitus sowie ibid.: Henric Peetersen)

lautet,31 dann liegt hier dieselbe “Sprachregelung” vor, wie sie 44 Jahre später noch in der Twe-spraack herrscht: das eigene Niederländisch heißt dort, wie wir sahen, einfach passim Duytsch; auf das ‘andere Deutsch’ wird Bezug genommen mit zweimal Hóóghduyts und einmal Overlands bzw. auf dessen Sprecher mit de Hóóch-/Hóóghduitschen (3×) und de Overlanders.32 Und weitere 44 Jahre später, a. 1628, heißt es in einem Löwener Druck noch immer:

Hij (= ‘Desen boeck’) is overgeset geweest in het Spaensch, in het Italiaensch, in ’t François, in ’t Duytsch, in ’t Hoochduytsch, in ’t Portugysch

de vreese, Nr. 193

Es gibt schließlich – wiederum stark an die Twe-Spraack erinnernd – die aus heutiger Sicht wohl erstaunlichste aller Formulierungen, aus einer ‘Ordinancie des Keysers Kaerle de vijfste” aus dem Jahre 1548 voller Wirren in der Stadt Brüssel:

sijne Majesteyt beveelt dat dese ieghenwoordighe ordonnantie uytgheroepen ende ghepubliceert zy […] in Overlandtsche, Spaensche, Duytsche ende Walsche sprake.

de vreese, Nr. 1835: Placcaeten van Brabandt, hg. 1648: 39633

Nirgends deutlicher als hier kommt zum Ausdruck, dass das Eigene einfach duytsch, das Andere eben anders (i.c. Overlands) genannt wird; der Satz bildet (fast) das Spiegelbild zum obenstehenden (unter 3.a, 2. Beleg), wo – aus der Sicht des Übersetzers – das Eigene eben auch wiederum Deutsch lautet! Und nicht weniger aufhorchen lässt der Titel, fast 20 Jahre später, von Datheens (Petrus Dathenus’) Psalmenübersetzung:

Die CL. Psalmen Davids, uut den Fransoyschen dichte in Nederlantschen overgheset, door Petrum Dathenum, item, hier is by gevoecht op die kant den Duytschen tekst overgheset uut den Hebreeuschen.

Den Haag kb; Haarlem sb34

Duytsch ist hier Synonym von Nederlantsch! Noch mehr als 44 Jahre wird es dauern, bis der “moderne” Usus attestiert ist: De Vreese fand:

a. 1611: mit artlichen […] Teutschen […] und Niderländischen Carminibus und Reimen geziert (Nr. 923)

a. 1619: mit Teutschen, Englischen und Niderländischen Versen (Nr. 925)

a. 1679: Aus dem Niederländischen Carls von Mander ins Teutsche übersetzt (Nr. 937)

a. 1695: aus dem Niderlendischen in die deutsche Sprache übersetzt (Cölln; Nr. 939)

Entgangen allerdings ist ihm ein aus den historischen Niederlanden selber stammender Fall, bereits a. 1541: in der dann vom Antwerpener Drucker und Buchhändler Jan Gymnick herausgegebenen, von einem beauftragten Anonymus verfassten Livius-Übersetzung werden (so in der Vorrede) “andere talen (Italiaens, Spaensch, Duytsch ende Franchoys)” konfrontiert mit “onse Nederlantsche taele” (vgl. Stegeman 2014a, 28–30; id. 2014b, 152, 292). Aber es blieb, wie wir gleich sehen werden, die gerade auf diese Weise formulierte Gegenüberstellung noch lange Zeit ein isolierter Fall!

Fazit dieser Ausführungen ist, das Dibbets’ Aussage bezüglich duytsch bei Spiegel als zu pauschal zu betrachten ist:

De betekenis van het woord Duits is in de Twe-spraack dus niet hetzelfde als in hedendaags Nederlands.

dibbets 1985, 504f

erst auf Seite 110 wird dem Leser erklärt, daß mit Duits keineswegs dasselbe gemeint wird, wie mit Nederduits, ‘Niederländisch’.

dibbets 1992, 23

Dies soll dahingehend nuanciert werden, dass die Behauptung zwar zweifellos zutrifft auf Spiegels Schlussbetrachtung, wo dieser S. 110 “int ghemeen van de duytse taal” spricht, dass er dagegen bei den vielen anderen Verwendungsvorkommen mal – wie wir sahen – das gesamte Kontinentalwestgermanische, mal ausgesprochen und exemplarisch die eigene niederländische Varietät ins Auge fasst, – damit auf der gleichen Linie befindlich mit vielen Zeitgenossen wie Becanus und nicht zuletzt Stevin. So lässt sich auch erklären, was De Vreese feststellt:

Uit onze bouwstoffen blijkt ten overvloede, dat in de 17de eeuw, en nog in de eerste helft der 18de, Duitsch in de dagelijksche taal der Hollanders nog zeer gewoon moet geweest zijn: vooral in brieven komt het nog veel voor, alsook in den gemeenzamen stijl, b.v. bij VAN EFFEN, bij wien Nederduitsch meer dan eens deftigerwijze gebruikt schijnt.35

So war es im Norden des heutigen Sprachgebiets der Fall, aber auch im Süden, denn auch hier kann De Vreese nicht umhin, zu konstatieren, dass noch etwa 1744 (gegen Ende also der von ihm untersuchten Jahrhunderte) in den damaligen Südlichen, Österreichischen Niederlanden die “Ordonnantien” Ihrer Majestät (Kaiserin Maria-Theresia) “in de duytsche ofte (!) nederlantsche ende walsche taelen” verlesen wurden.36 Noch im Jahre 1837 bemerkte im gerade (1830) unabhängig gewordenen Belgien Jan Frans Willems (Willems 1837: 7): “vraegt men aen een ‘Brabander, in de ommestreken van Diest, of aen een Limburger, wat tael hy spreekt ? hy zal antwoorden: ik spreek duitsch (dietsch).” Aber noch nicht genug damit, denn im selben Süden war noch bis zur vorletzten Jahrhundertwende (um 1900 also), ja sogar bis in die erste Hälfte des 20. Jh.s hinein, dieses duytsch/duits(ch) (in den nicht diphthongierten Varianten [dyts, dytſ], auch entrundet [dits]) noch die geläufige Bezeichnung der eigenen Dialekte in den heutigen nordbelgischen Provinzen Brabant, Antwerpen und Limburg.37 Und auch hier galt auffälligerweise, ebenso wie im 16. und noch im 17. Jh., dass das Eigene, sei es nun lokal oder regional, mit dem allgemeinsten (mithin zwei-, sogar mehrdeutigen) Begriff zum Ausdruck gebracht wurde! Dies widerspricht – in Bezug auf das Paar Deutsch/ Niederländisch – auch der “normalen” Erwartung, wie sie von Goossens 1972, 31 folgendermaßen ausgedruckt wurde:

Het is normaal dat de oude naam voor de sterkste van de twee partners bewaard bleef en dat de sprekers van de relatief minder belangrijke taal een nieuwe naam voor hun ‘Duits’ gingen zoeken.

2 Bis wohin “streckt de duytse taal int ghemeen”?

Wie schon bemerkt, muss der ganze lange G[ideon]-Passus in der Twe-spraack S. 110, Z. 10ff. auf eine Zusammenfassung mehrerer Quellenaussagen zurückgehen, zusammen übrigens mit dem kurzen, gleich vorangehenden von R[oemer], S. 110, Z. 7–10:

Ghy zeyde flux dat de Duytse taal by haar zelven bestaat: ick heb my wel laten segghen dat onze spraack uyt het Hóóghduyts zou ghesproten zijn.

Das Ganze wirft noch ein paar Fragen auf, die es hier zu beantworten gilt.

2.1

Um gleich mit dem Missverständnis von R. anzufangen: Dibbets 1985, 316a führt diese Auffassung zurück auf eine Aussage von D. V. Coornhert in der kurzen, aber höchst interessanten Vorrede (“De vertaelder totten Leser”) zu seiner Übersetzung “in nederlantscher spraken” (so im Titel)38 der “Officia Ciceronis” (Haarlem 1561). Darin rühmt er die “hoochduytschen” sehr wegen ihrer “groote naersticheit, moeyte, arbeyt ende coste […] om henluyder tale te verbeteren”, während er die “nederlander[s]” rügt wegen ihres übermäßigen Gebrauchs von “vreemde woorden”, wodurch “onse nederlantsche sprake [….] meer gemeenschappe heeft metten Latijnen ende Franschoysen, dan metten hoogduytschen, daer sy wt ghesproten is”.39 In diesem Rahmen weist uns das Wort “gemeenschappe” wohl den richtigen Weg: wahrscheinlich ist eher “Verwandtschaft” als “Herkunft” gemeint! Weiterhin dürfte ein etwaiger Vorrang des Hochdeutschen, wenn er wenigstens als solcher anzunehmen wäre, zurückgehen auf die wohl irrige Auffassung, dass – um es modern auszudrücken – die “Nederduytschen”40 eine als primär gedachte, erst von Jakob Grimm 1822 richtig erkannte und formulierte “Hochdeutsche Lautverschiebung” rückgängig gemacht hätten, wie noch Adelung anfangs des 19. Jh.s dachte.41 Trotzdem war da der für die Twe-spraack wichtige Becanus offensichtlich anderer Meinung, nannte er doch die von ihm in dieser Hinsicht gerügte hochdeutsche Sprache nicht weniger als deformata.42 Auch Lodovico Guicciardini war der Meinung (in der Übersetzung durch Kiliaan)

Soo dat de lieden van dese Belgische landen hen houden van den eersten oorspronck voor oprechte Teutonici; (alsoo zy oock waerachtichlijck zijn) ende midts dat heurlieder sprake doen ter tijdt der selver ghelijck was, ende nu ter tijdt niet onghelijck en is: noemen noch hedendaechs heur tale Teutonica, dat is Duytsche. Welcke voorwaer een overvloedighe rijcke tale is van eyghene ende beduydelijcke woorden […] Ende men houdt voor seker overmits veel redenen, dat dit schier de selve spraecke is, die in dit landt gesproken werdt ter tijdt van Iulius Cesar.43

Zwei Jahrhunderte später wird J. B. C. Verlooy die Gleichwertigkeit beider Sprachen annehmen:

De Duytsche taal is verdeylt in Hoogduytsch en Nederduytsch: waer van d’eene niet meer de moeder taal of ouder is, als d’andere: gelijk bij de Grieken d’eene der vier dialecten niet meer oorsprongelijk is als d’andere.44

Der Bezug auf und Vergleich mit den (alten) Griechen spielt – wie wir noch in 2.4 sehen werden – auch in der Twe-spraack eine nicht unwichtige Rolle!

2.2

Ein zweites Missverständnis seitens der Twe-spraack ist die Gleichsetzung Nederzaxense of Mysense spraak (S. 110, Z. 14f.). Bereits Dibbets 1985, 504 ist es aufgefallen, ohne dass er aber eine wirkliche Erklärung dafür gibt; richtig ist allerdings seine Bemerkung, dass das ‘Meißnische (Deutsch)” zum Oberländischen/Hochdeutschen gehört. Dies ist ja – wenigstens in der Schriftform und -norm – die Sprache der Kursächsischen Kanzlei, nach welcher sich Luther, laut eigener berühmter Aussage (“Ich rede nach der Sechsischen cantzley, ut me intelligere possint ex superiori et inferiori Germania”; a. 1532) gerichtet habe. Aber selber hatte er sich, lebend in einem hochdeutsch-niederdeutschen Übergangsraum (dem alten Kurherzogtum Sachsen-Wittenberg), als Sachse = Niedersachse gefühlt und die niedersächsische (und brandenburgische) Aussprache ausdrücklich gelobt.45 Das Meißnische aber, womit sich Luther selber auf die hochdeutsche Sprache des südlich davon angrenzenden Gebietes der alten Mark Meißen (zwischen Leipzig, Zwickau und Dresden) bezog, hatte er nicht gemocht. Mit genannter Mark war Luthers Heimatland 1423 zu der neuen politischen Einheit des Kurfürstentums Sachsen zusammengefügt worden (vgl. noch heute das Bundesland Sachsen), deren Einwohner denn auch als Sachsen oder, differenzierend, Obersachsen bezeichnet wurden. Hier hatte also eine Namensübertragung stattgefunden, wie umgekehrt die mit hohem Prestige beladene Sprachform des sprachmächtigen Luther ab etwa der Mitte des 16. Jh.s als Meißnisch apostrophiert wurde.46 Sie gilt letzten Endes modellhaft und somit stellvertretend für das bessere, ja das beste (Hoch)deutsch.47 Aber “nederzaxens” kann man sie nicht nennen: es liegt somit in der Twe-spraack eine deutliche Namensverwirrung vor; Meißnisch ist ja Obersächsisch! Und ausgerechnet nur auf letztere Sprachform kann sich außerdem das Epitheton “middelbarichste” beziehen, das laut Dibbets 1985, 316a wohl zu Recht ‘meest gemiddelde’ bedeutet: die ostmitteldeutsche(!) kursächsische Sprachform behauptet geografisch wie sprachstrukturell eine Mittelstellung zwischen dem Nieder- und dem Ober-/Süddeutschen, was ihm übrigens beim Aufstieg zur Hochsprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr zustattengekommen ist.48

Der eingeklammerte Zusatz “vande welcke wy ghekomen zyn” (Twe-spraack S. 110, Z. 15f.) kann sich – im Lichte des in 2.1. Konkludierten – auf beide Sprachformen beziehen: das niederländische Duytsch ist ja mit beiden verwandt, sei es am meisten natürlich mit dem Nederzaxens.

Dass die Twe-spraack ebendiese “spraack” sich von “Brug af” erstrecken lässt, wodurch sie im Grunde auch nicht-sächsische (und zwar niederfränkische) Gebiete mit umfasst – das Friesische scheint ausgeschlossen zu sein, vgl. weiter – hängt wohl damit zusammen, dass hier nederzaxens stellvertretend mit ‘(gesamt)niederdeutsch’ (im Gegensatz zu ‘hochdeutsch’) gleichgesetzt wird (vgl. oben zu Anm. 16) – als Pars pro toto also. Sowieso ist nicht nur der auf den alten Sachsenstamm zurückgehende Name Sächsisch im 16. Jh. noch sehr geläufig (vgl. etwa mnd. westfeles unde Sassesch),49 während im Gebiet der (historischen) Niederlande der Name der Franken spätestens gleich nach der Karolingerzeit verschwunden ist. Dabei braucht nicht einmal daran gedacht werden, dass das erwähnte Brügge und die weitere, heute belgische Küstenregion in der Provinz Westflandern (wenn nicht regelrecht diese ganze Provinz) ursprünglich wohl nicht von aus östlicher Richtung anrückenden Franken besiedelt und germanisiert worden ist, sondern von (teilweise über die Nordsee gekommenen) schleswig-holsteinischen Sachsen, was etwa der Bezeichnung litus saxonicum zu entnehmen wäre.50

Der Topos des “vriendelyckste(n)” Charakters des Niederdeutschen bzw. Niedersächsischen begegnet schon bei Luther 1538 (in einer seiner Tischreden):

Die Oberlendische Sprach ist nicht die rechte deutsche sprache, Nimpt den Mund vol vnd weit, vnd lautet hart. Aber die Sechsische Sprach geht fein leise vnd leicht abe.51

Dieses Urteil findet man auch bei jüngeren Autoren;52 dieses beruht im Wesentlichen auf der sanften, weichen Aussprache, die man der niederdeutschen Aussprache zuerkennt, konkreter noch auf dem in jenen Jahrhunderten noch nicht richtig erkannten Unterbleiben der Hochdeutschen Lautverschiebung (vgl. unten 2.3). Becanus beruft sich auf diese Aussprache bei seiner Befürwortung des eigenen Niederländischen (vgl. oben zu Anm. 18). Am Ende des 18. Jh.s rühmt der gebürtige Pommer Johann Christoph Adelung – übrigens bei sonstiger deutlicher Bevorzugung des “Meißnischen Deutsch” – die Vorzüge der “niederdeutschen Mundart”, weil sie “unter allen Deutschen Mundarten in der Wahl der Aussprache der Töne die wohlklingendste, gefälligste und angenehmste” ist.53 Beim Zeitgenossen Christian Gottlieb von Arndt geht diese Annahme einher mit der (in gewisser Hinsicht richtigen) Behauptung “daß dieser weiche Dialekt schon lange in dem alten Germanien heimisch war” (Arndt 1818, 106), der “harte” [d.h. der hochdeutsche] (ibid.) somit sekundär: in Wirklichkeit dadurch, dass Letztere erst später in der Geschichte – vor Arndt noch verborgen – die (Zweite) Lautverschiebung mitmachte,54 nicht – wie Arndt glaubte – dadurch, dass seine Sprecher erst später aus dem Osten zugezogen wären.

2.3

Nun ist gerade die “Zweite Lautverschiebung” (Konsonantenverschiebung) immer wieder (zwar nicht von allen Forschern) in Zusammenhang gebracht worden mit einer Aspirations(zwischen)phase zwischen den Stufen Alt(west)germanisch und (Früh)althochdeutsch.55 Und als die Dichotomie “+ Aspiration / - Aspiration” wiederum soll nach Dibbets zu interpretieren sein, was die Twe-spraack S. 110, Z. 13–14 mit ihrer Aussage meint, “dat de zommighe wat te hóógh, andere wat te laegh spreken”. Nicht nur bemerkt Dibbets 1985, 316a dazu: “De termen hóógh en laegh [die er ebd. mit ‘krachtig’ bzw. ‘zwak, zacht’ “übersetzt”] duiden op de wijze van spreken”, sondern er verknüpft S. 503 seine Erklärung explizit mit dem Gegensatzpaar Hoogduits-Nederduits:

Wordt er in de woorden Hoogduits en Nederduits volgens hedendaagse opvattingen primair een geografische situatie aangeduid: de taal die in “Germania” superior en “Germania inferior” wordt gebezigd, hóógh en laegh vormen in het geciteerde een aanduiding van de wijze van spreken, van het karakter van de taal zoals dat in de uitspraak tot uitdrukking komt.

Auf den beiden Seiten verweist er auf drei Becanus-Parallelen (a. 1580) sowie S. 316a noch auf “niet uitgesloten invloed” des (hoch)deutschen Grammatikers Laurentius Albertus (1573):

Sicut Germani communiter et largè in duas gentes hodie dividuntur, Superiores et Inferiores. Ita generaliter dividitur lingua nostra in duo Idiomata, in Oberländisch, und Niderlendisch, oder Sächsisch Teutsch.

Dass Dibbets damit die richtige Bedeutung getroffen hat, dürfte hervorgehen aus den Formeln mit (wat/te) hoog(h)e, die in der ersten Hälfte des 17. Jh.s auftauchen zur Charakterisierung der Sprache von sich um ein (protestantisches) Predigeramt Bewerbenden (aufgrund dessen sie von den betreffenden Gemeinden häufig abgewiesen wurden!):

Ende aengemerckt zijnde soo de sprake, dewelcke wat hoogh was (‘mit einem hochdeutschen Akzent versehen’).

Door dyen zijne sprake te hooghe was.

Overmits zijne hooge sprake.56

Beim begrifflichen Gegenstück laegh ist zu denken an die Bezeichnungen schwedisch lågtysk57 und englisch Low Dutch (neben Netherdutch, heute einfach Dutch!)58 und sogar frühnnl. (westflämisch, a. 1658) Leegh-Duytsch.59

2.4

Der soeben besprochene Passus von der Zweiteilung der einen ‘deutschen’ Sprache wird im Textaufbau der Twe-spraack gefolgt von demjenigen, wo die “laeghe” Sprache genauer als die “Nederzaxense […] de welke van Brug af tot Ry ende Revel toe streckt” präzisiert wird (vgl. oben 1 mit Anm. 15f.). Gleich aber darauf wiederum folgt nun die vielleicht am meisten umstrittene Stelle in dieser Varietätenvorstellung: wel ietwat in de uytspraak verschelende …”. Nicht zuletzt wohl wegen der Position dieser nachgestellten Partizialgruppe gleich nach der genannten geografischen Lagenangaben gehen mehrere Forscher eher stillschweigend und ohne besondere Argumentation davon aus, dass sich diese – die verschiedene Phonetik (bzw. Phonologie) charakterisierende – Wortgruppe nur auf das “(Gesamt)niederdeutsche” bezieht. Zu ihnen gehören offensichtlich De Vreese 1911, 6f., Glück 2002, 29f. (und vgl. 27–35) und Rutten 2011 (zu seiner Anm. 11). Nicht so dagegen Dibbets 1985, 316a und 503, der auf (die bereits oben zu Anm. 19 zitierte) Becanus-Stelle a. 1580 (Galli 21–22) verweist und somit auf eine ganz wörtliche Parallele: “quamvis – non ita tamen … ut = wel [‘zwar’] – maar zo niet of”. Natürlich gibt und gab es auch innerhalb des gesamtniederdeutschen Raumes solche, sei es (im Grad) geringere, Unterschiede, aber a fortiori verstand man sich hier untereinander besser.60

Gerade dies dürfte etwa erklären, warum anno 1603 der reformierten Gemeinde “van Altena bij Hamborch” von einem “dienaar” aus dem südholländischen Streefkerk, der (neben dem “Franchoys”, nötig für die dort ansässigen, dorthin geflüchteten Französischsprachigen) des “Duytsch[en]” mächtig war, sehr geholfen gewesen wäre (Roelevink 1991, 71, Nr. 65): dessen ‘Niederländisch’, so muss man gedacht haben, hätte bei Hamburg gewiss zum Amt ausgereicht.

Aber es gibt auch andere Urteile, etwa Luthers Tischreden-Aussage: “Die Franken reden so eintönig und dick, dass die Sachsen besonders die Sprache in Antwerpen nicht verstehen”.61 Und erst recht um die gegenseitige Verständlichkeit zwischen Nieder- und Hochdeutschen war es in Wirklichkeit weniger gut bestellt, wie bestimmten diesbezüglichen Beurteilungen zu entnehmen ist. In den Niederlanden ist – anders als der in dieser Hinsicht wechsel- und zwitterhafte Becanus (vgl. oben 1 mit Anm. 18f.) – Lambert ten Kate 1723, 57 gleicher Meinung, wo es – in etwas anderer, und zwar bereits politisch bedingter Gruppierung – von den “Hoogduitsers” (die er den Nederlanders/-eren gegenüberstellt) sagt: “schoon de Laeglanders, die Plat-Duitsch spreken, en de Hooglanders, te weten Zwitsers en Oostenrijkers, elkaar naeulijks verstaen konnen”.62 Man findet die Kombination der Ansichten ausdrücklich noch bei Verlooy 1788, 69:

en zelfs[, ] wy [= die Niederländischsprachigen] spreken met hun [= den Norddeutschen von heute] zeer gemakkelyk, daer-ze eenen Opperhoogduytsch [‘während sie ein ‘Oberhochdeutscher’] bynae niet en verstaet.63

Das hindert nicht daran, dass derselbe Verlooy an anderer Stelle (1788, 85f.) sagt:

Wij hebben voorts uyt onze tael nog dit voordeel: dat wy alle de voortbrengsels der Hoogduytse taal, indien wy willen, voor ons hebben: zelfs zoo, dat d’overzetting niet of wynig zal minder hebben als d’oorsprongelijke stukken, want de Hoogduytsche is zo zeer de zelve met d’onze, dat ze van malkanderen maer met een zeer klyn verschil van uytspraak, en eenige niet wyt verschillige, maer naburige, letters verschyden zyn.

Obige Ausführungen legen den Verdacht (mehr als) nahe, dass sich die in Rede stehende Partizipialgruppe eben nicht (wenigstens nicht direkt, höchstens implizit auch) bezieht auf die – hier offensichtlich mit einem langen eingeklammerten Schaltsatz bez. Eigenschaften und geographischer Ausdehnung vorgestellte – (gesamt)niederdeutsche Sprache (ende dat de Nederzaxense […] toe streckt). Vielmehr liegt hier eine regelrechte Wiederaufnahme und Fortsetzung vor der mit te hóógh – te laegh bezeichneten kontinentalwestgermanischen Dichotomie. Darauf dürfte schon, rein syntaktisch, auch das Wort verschelende hinweisen, das normalerweise einer (obligatorischen) Präpositionalergänzung bedarf: “verschelend – von was?”. Also wäre nicht ‘innerlich verschieden’ zu interpretieren, sondern ‘voneinander (d.h. zwischen Hoch- und Niederdeutsch) verschieden’. Und noch darauf weist der unmittelbar anschließende Satz hin, der dieses eine ‘duytsch’ (so gerne übrigens)64 mit der griechischen Sprache und seinen Dialekten vergleicht:

Tis kenlyck dat de Griexe taal/die zo waard gheacht is / óóck haar verscheyden Dialectos had

Twe-spraack S. 110, Z. 20–22

Auf das (Gesamt)niederdeutsche alleine könnte dieser Vergleich kaum zutreffen. Sogar der zweitnächste darauffolgende Satz erhärtet m.E. noch diese Auffassung:

Int verrycken onzes taals/zoud ick verstaan datmen uyt elcke verscheyden Duytsche spraack/ia uyt het D e e n s, V r i e s oft E n g h e l s, de eyghentlyckste woorden behóórde te zoeken/van de welcke de ene deze/de andere allein int ghebruyck ghehouden hebben.

Twe-spraack S. 110, Z. 22–111, Z. 1

Wichtig dabei ist, dass man immer die genaue Terminologie der Twe-spraack im Auge behält, die wenigstens auf dieser Seite (S. 110) einen so gut wie konsistenten Eindruck erweckt:

Z.8 und 12: de Duytsche taal (Z. 11: + int ghemeen)

Z.9: onze spraack, im Gegensatz zu (Z. 10) het Hóógduyts

Z.14/15: de Nederzaxense of Mysense spraack

Z.20f.: de Griexe taal, Z. 21f. haar verscheyden Dialectos

Z.23f.: elke verscheyden Duytsche spraack.

Daraus resultierten als ‘überdachende’ Sprachen de Duytsche taal und de Griexe taal, die beide haar verscheyden Dialectos = spraken ‘besitzen’. Ausnahme davon böte die Formel onzes taals (Z. 22–23), mit der deutlich nur der ‘Abschnitt’ des Niederländischen gemeint sein kann. Und noch kommt es vor, dass eine ‘überdachende’ Sprache (dazu oben Anm. 21) auch – rein variierend – spraack genannt wird: man vergleiche nicht zuletzt die Formulierung im Toe-eyghenbrief (S. A 2, Z. 9–11): “al hoe wel onze alghemene Duytsche taal een onvermengde/ryke/cierlyke ende verstandelycke spraack is”.

Hier bleibt ein letzer Rest der Undeutlicheit – aber vielleicht eben nur in der Formulierung, nicht hinsichtlich des Status der betreffenden Sprachform. Ohne terminologisch einstufende Bezeichnung übrigens werden anschließend “Deens [d.h. wohl Skandinavisch], Vries, Enghels”65 genannt: implizit, aber deutlich werden sie als verwandte Sprachen betrachtet: sie gelten (kaum oder) gar nicht mehr als duytsche spraken, sondern doch noch als duytsch im Sinne des heute von der Wissenschaft so bezeichneten ‘germanisch’.

Nach wie vor wird man für das 16. und 17. Jh. noch mit Van Gemert (2003, 12) annehmen müssen: “Zunächst ist auf beiden Seiten [d.h. in den Niederlanden und in Deutschland] wohl kaum das Bewußtsein vorhanden, daß man in unterschiedlichen Sprachbereichen lebt”. In Kauf nehmen müsste man allerdings das iet wat (in de uytspraack verschelende) (Z. 18–19): hier klaffen schon damals Realgehalt und (besonders noch von den gelehrten Autoren) intendierte (Wunsch)vorstellung(sweise) gewiss stark auseinander. Sogar zwischen “Brug ende Revel” wird es Verständnisschwierigkeiten gegeben haben: De Vreese 1911,7 sagt einfach ganz ernüchternd, wenn nicht gar bestürzend über Spiegels diesbezügliche Behauptung: “Het is de welbekende theorie, ik zou haast zeggen, de welbekende illuzie”.

3 Schlussbetrachtung

De Vreese selber hatte sich stark auf das Aufkommen des – doch primär geografisch gedachten! – Terminus nederlandsch fokussiert (vgl. Pauwels 65, 18) und somit – trotz der erwähnten Eingeständnisse – die zähe Lebenskraft eben auch in den “Lage Landen/Low Countries” des uralten, simplen Wortes duits(ch) unterschätzt. Dieses war in der von ihm untersuchten Periode der Neuzeit – einer wahren Umbruchzeit mit Altem und Neuem nebeneinander – nach wie vor ein recht schillernder Begriff, wobei außerdem der humanistische Gelehrte und der ‘gemeine Mann’ nicht unbedingt dieselbe Bezeichnungsterminologie verwendeten. Schlussendlich bestätigt sich was Marijke van der Wal (1995, 24) festgestellt hat: es handelte sich damals nicht um

onderlinge concurrentie van het Nederlands en het Duits: het ging om een en dezelfde Germaanse taal, waartoe het Nederlands en het Duits behoren. Veelzeggend is in dit verband dat de benaming Duyts in de 16de en 17de eeuw voor het Nederlands, dan wel voor het Duits of voor beide talen tesamen werd gehanteerd.

Das war in der Twe-spraack nicht anders!66 Da war das iet wat verschelende letzten Endes auch völlig “raum(erstreckungs)indifferent” gedacht, d.h. es passte sowohl klein- wie großräumig.

Erst ganz spät – und gewiss wohl kaum vor dem so geschichtsträchtigen Jahr 1648 – hat sich das Gymnick’sche Modell Nederlands vs. Duits = Niederländisch vs. Deutsch auf dem Kontinent durchsetzen können, die angelsächsische Welt dagegen hat es noch immer nicht!

Footnotes

* Ein herzliches Dankeswort geht an meine noch immer unermüdliche und höchst hilfreiche logistische Stütze Frau Martine Rottier (UGent, Abt. Germanistische Sprachwissenschaft), sowie an Frau Valerie Bouckaert (ebd., afd. Nederlandse Taalkunde).

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1

Dazu Dibbets 1985, 23–26. Alle Zitate aus dem Originaltext sind der Textausgabe in dieser Studie entnommen.

2

Dibbets 1985, vii.

3

Insgesamt achtmal.

4

Insgesamt viermal.

5

Dibbets 1985, 316f., 326f. (zu Becanus), 501–511 (bes. 501–504), auch 513f.; Dibbets 1992, 22–24, 27.

6

= Dibbets 1985, 81, Z[eile] 16–18. Noch heute gilt im “Belgisch Nederlands” ganz geläufig kozijn für ‘neef = zoon van oom of tante’.

7

= Dibbets 1985, 215, Z. 9–13.

8

Twe-spraack S. 63 = Dibbets 1985, 213, Z. 23.

9

= Dibbets 1985, 321, Z. 4–9, mit S. 320 Paralleltext aus Coornherts Zedekunst (a. 1586).

10

Vgl. dazu Richter 1982, Hellgardt 1996, Metzner 2003 (Lit. in Anm. 2, 3 und 26).

11

Vgl. (mit Lit.) De Grauwe 1992 und 2003b, Goerlitz 2007, Durrell 2009. Zur Geschichte der ‘Theodistik’ Rossano 2003, zur Syntax De Groot und Leuschner 2004; weiter Enderle 2005, 201 Anm., Weimann 2013, 255–259, Stegeman 2014a, 27 und bes. Pérennec 2014. Zum Thema Deutsch(e Lande), Deutschland vgl. Smits 1977, Haye 2009, Goerlitz 2010, De Grauwe 2013, 319f.

12

= Dibbets 1985, 317, Z. 7–318, Z. 1; dazu die Anmerkungen S. 316 und die ausführliche Besprechung S. 501–511.

13

Zitiert in Dibbets 1985, 316a (zu Z. 3–4), 502 sowie in Dibbets 1992, 21. Allerdings sind mit lingua Suevica bzw. Allemanica nicht ‘Schwedisch’ bzw. ‘Schweizerisch’ (so Dibbets), sondern ‘Schwäbisch’ bzw. ‘Alemannisch’ (im Allgemeinen) gemeint. Für Becanus’ Werke siehe Van Hal 2010, 81 und 487, eine ausführlichere Vorstellung in Frederickx und Van Hal 2015, 67–81 (mit Zusammenfassung der Inhalte S. 262–287).

14

Zitiert in Dibbets 1985, 316a (zu Z. 17–18) sowie ausführlich S. 502; Van Hal 2010, 91 (mit der lingua Thungrica = het Tongers wird wohl das heutige ‘Limburgische’ im alten Hochstift Lüttich gemeint sein).

15

Brug = Brügge (nl. Brugge in Westflandern), Ry = Riga, Revel = Reval, heute Tallinn. Die apokopierte Form Brug, die nicht einheimisch-westflämisch ist, wohl aber brabantisch und holländisch sein kann, begegnet auch bei Albrecht Dürer (als Prüg): siehe Leitschuh 1884, 78. Zum “Revelduitsch” De Vreese 1911.

16

Diese mit Stadtnamen angegebenen Erstreckungspole variieren später bei anderen Autoren. Besonders bemerkenswert ist die Angabe von Petrus Montanus 1612 in seiner posthumen Edition von Cornelis Kiliaans niederländischer Übersetzung von Lodovico Guicciardinis Descrittione di tutti i Paesi Bassi (= Beschrijvinghe van alle de Nederlanden); dort sagt Montanus in einem eigenen “Byvoegsel”: “De welcke [scil. Tale] seer wijdt streckt/als van Cales oft Grevelinghe in Vlaenderen/tot Dantziek in Pruyssen/ende soo voorder tot Lijflandt/Ryga/Revel ende de Narva toe/dat een groote streecke is” (auch zitiert in Simons 1982, 13). Der niederländisch-niederdeutsche Einheitsgedanke spielt weiter eine Rolle in der Verhandeling von J. B. C. Verlooy (1788) und nicht zuletzt in der “Altdietsche Beweging” in Flandern im 19. Jh.: dazu Simons 1982, 139–147 und Simons 1980. Während sich die Wahl von Brügge bei Spiegel wohl mit dem Status dieser Stadt als Hansekontor erklären lässt, spielt bei Montanus und allen jüngeren Autoren die größtmögliche geographische Extension die wichtigste Rolle: vgl. Simons 1982, 10, 12, 67, 98, 178, 180 und Buchtitel 1980. In einem erst in jüngerer Zeit ans Licht getretenen, älteren Dokument von Verlooy (1785) skizziert der Autor eine ähnliche Erstreckung (siehe De Ridder 2001, 62, sowie noch unsere Anm. 64!).

17

Zitiert in Dibbets 1985, 316a (zu Z. 11–20) und 502, sowie in Dibbets 1992, 21f.; auch in Van Hal 2010, 91.

18

Zitiert in Van Hal 2010, 90 Anm. 30; vgl. noch unsere Anm. 42.

19

Zitiert in Dibbets 1985, 316a (Zu Z. 13–14) und 503 (fehlt überraschenderweise in Dibbets 1992).

20

Einsilbigkeit ist ja ein von diesen drei Autoren als höchst positiv empfundenes Merkmal eben der ‘duytschen’ Sprache: dazu Dibbets 1985, 82–91 und 308 (so bei Becanus und Stevin). Vgl. auch Van den Branden 1956, 171 und 191, Van der Wal 1995, 48–52 (Kap. 4.2 Monosyllabiciteit), Van der Sijs 2004, 103f., Van der Wal und Van Bree 2008, 189 (und 449f.), Stegeman 2014, 280 (und 299).

21

= Dibbets 1985, 53, Z. 9f. bzw. 13–15, dazu bes. seine Bemerkung S. 52 zu Z. 22–23 (“De ‘Duytsche taal’ waarvan hier sprake is, werd in vele Westeuropese landen gesproken”) sowie S. 501f. De Vreese 1909 belegt zuerst a. 1534 onse ghemeyn Duytsche tonghe (Bijlage, Nr. 38 und 425; auch a. 1536, Nr. 43), zuletzt a. 1660 onse gemeyne Duytsche sprake (Nr. 246). Die Bedeutung ‘allgemein verbreitet’ liegt auch vor bei Verlooy 1788, 89 (hg. 1979, 129, Z. 8; vgl. dazu Smeyers 1959, 332). – Mit einer wohl zusätzlichen semantischen Nuance erweist sich ghemeyne sprake auch als Übersetzung von ital. lingua vulgare (Engl. ‘vernacular’): vgl. Guicciardini 1567: 27 D über die Sprachenkenntnisse der Einwohner der historischen Niederlande: Hanno oltra cio questa scienza delle lingue vulgari (in der Übersetzung von Kiliaan 1612: Hebben daer en boven de conste ende wetenschap van ghemeyne spraecken; mit Randnotiz: De Nederlanders konnen de ghemeyne talen), unter welchen hier Fransoys, Duyts [= hier: ‘Hochdeutsch’, ital. Tedesco], Engelsch, Italiaens genannt werden. – Zur Bedeutung ‘allgemeinverständliche Sprache’ siehe weiter unten.

22

De Vreese 1909, der in diesen Formeln zu Recht den Schlüssel des ganzen terminologischen Geheimnisses erblickt (S. 444), belegt in Nr. 1826 einmal die umgekehrte Wortfolge onze Duitsch Nederlandsche Tale (a. 1684); er verzeichnet insgesamt 14 Male einfaches Overland(t)sch (Nr. 1831–1844, zwischen bereits a. 1515 und a. 1634; Nr. 1813 aus a. 1569) und nur einmal Oberlendisch teutsch (Nr. 1739 aus a. 1572).

23

De Grauwe 2003b, 131 (mit Anm. 24) und 137 und vgl. auch De Grauwe 1992, 195 (mit Anm. 21), sowie De Grauwe 2003a, 410.

24

Belegstellen: Twe-spraack S. 11 (= Dibbets 1985, 109, Z. 16), S. 7 (= ibid. 101, Z. 16), S. A 2 (= ibid., 55, Z. 15f.); weitere Stellen: S. A 5 (= ibid. 65, Z. 14) myn moeders taal, S. A 5 (= ibid. 73, Z. 20f.) hun moeders tale, S. 10 (= ibid. 107, Z. 3) zyns moeders tale. Weitere Stellen, auch im Hochdeutschen und Englischen, bei Vanderheyden 1983, 252 Anm. 35. Zu diesem Thema der Muttersprache vgl. Van der Wal 1995 und Van Hal 2010, 134 (mit Anm. 136), 467 (mit Anm. 183) und bes. 172 (Vulcanius a. 1597: “viri docti variarumque linguarum et praecipue maternae suae vernaculaeque). Zum Thema De Smet 1970 und 1971; vgl. noch altschwedisch modhormal (bereits a. 1385): Wessén 1978, 286a (s.v. modersmål). Siehe noch Anm. 44.

25

So ebenfalls bei Vanderheyden 1983, 249 Anm. 24f., 251 Anm. 32. Die Listen von Claes 1970, 1971, 1976 und 1979 dagegen liefern keine Belege.

26

In seiner Vorrede zum Rosenghaert van den bevruchten vrouwen, von ihm herausgegeben am 8.3.1516: siehe De Vreese 1909, 584 (Nr. 1832), dazu S. 447f.

27

De Vreese 1909, 483 (Nr. 423), dazu S. 447. Für bereits älteres Handschriftliches siehe De Grauwe 1992, 191–194.

28

Siehe weiter v.a. Mattheier 1991 und Fujii 2007, 186–202. Diese Bedeutung wird gerade auch ausgedrückt mit plat: so in De Vreese 1909, Nr. 14 (in goede platten duytsche, n.t. Delft a. 1524), Nr. 80 (In plat en suyver duyts, Vondel a. 1623), Nr. 828 und 1685 (in platte Nederlantsche taele, a. 1666).

29

Ähnlich strukturiert ist (De Vreese Nr. 491, a. 1579): Menno Simons […] wt dat Oosters, in dese onse nederlantsche sprake. Zu dieser (künstlichen) Sprachvarietät siehe De Smet 1976, Berns 2001, 32f.

30

Zur Rolle des Brabantischen, in sämtlichen Niederlanden im 15. und 16. Jh. die “Leitvarietät”, vgl. auch De Grauwe 2000, bes. 25–29, Smeyers 1959, 412 und id. 1987. Zur bleibenden – auch terminologischen – Konkurrenz mit dem Flämischen siehe wiederum Smeyers 1959 und 1987, Willaert 2010, De Ridder 2006 (bes. Anm. 7 auf S. 137); dazu noch Pauwels [1961] 1965, 15–30); De Vreese 1909, Vlaemsch, Nr. 1649 (a. 1520)–1729 (a. 1797) und Flämisch Nr. 1730–1732. Noch 1723 hieß es bei Ten Kate (S. i, 60) Nederduitsch of Belgisch, bij uitstek wel eer Vlaemsch, nu Hollands genaemt. Vgl. noch unsere Anm. 33, 36 und 37.

31

Claes 1977, 100f. (Nr. 378 bzw. 382) = Claes 1971, 164f. (Nr. 106 bzw. 108). In der Edition Antwerpen 1569 von Johannes Ghelius (Claes 1977, 138 [Nr. 529] = Claes 1971, 190 [Nr. 217]) heißt es unverändert, aber dennoch zusätzlich: Eyn vocabelbuch in sibenderley spraachen, Latin, Niderlandisch […] und Hochteutsch!

32

Belegstellen (Seite/Zeile): Hóóghduyts 62/13, 110/10, Overlands 79/24f.; de Hóóghduitschen 63/23; (de) Overlanders 19/19, 25/4, 40/12, 46/4, 86/3f., 93/22.

33

Dagegen hieß es in einem Plakat von Karl v. gegen die Verbreitung der Schriften Luthers in den Niederlanden am 8.5.1521: ‘alle de boucken van den voorseyden Marten Luther, so inder Overlandscher, Latijnscher, Vlaemscher ofte andere talen ghescreven” (Plakkaten van Vlaanderen 1,100 in De Vreese 1909, Nr. 1833, dazu S. 447); zu Vlaemsch vgl. unsere Anmerkungen 30, 36 und 37.

34

Heijting 2007, 136 (a. 1567), Nr. 13, und ähnlich die späteren Drucke Nr. 14, 17, 19, 20, 34, 36, 37, 41, 45, 48 (S. 137–141); siehe Abbildung S. 130.

35

De Vreese 1909, 424 mit Anm. 1 und 2; ebenso S. 430 mit Anm. 1. Vgl. noch wnt s.v. Duitsch III1 und dazu Goossens 1966,92 mit Anm. 1.

36

De Vreese 1909, 481 mit Anm. 2 (Bijlage Nr. 275); die gleiche Formulierung mit ihrer auffallenden Synonymik lag bereits vor in einem Antwerpener Druck vom Jahre 1588 (De Vreese 1909, 431 mit Anm. 1 und Bijlage Nr. 523). – Ähnlich hieß es bereits a. 1545 in Duytsch oft in Vlaems (Noël de Berlaimont, Antwerpen; De Vreese Nr. 1655) und a. 1539 nederlantsch duutsch of vlaemsche sprake (in der Vorrede von Joas Lambrecht zu seinen Refereynen: De Vreese 1909, 443). Zu Vlaemsch vgl. unsere Anmerkungen 30, 33 und 37.

37

Goossens 1966, 94 sowie 1972, 31, der 1966, 100 noch darauf hinweist, dass sich dessen Verdrängung durch Vlaams ursprünglich nur auf “schoon Vlaams” (die volkstümliche Bezeichnung der belgisch-niederländischen Varietät der Standardsprache) bezog. Dagegen bezeichnet Vlaemsch/Vlaams in der alten Grafschaft Flandern seit alters sowohl Dialekte wie genannte Standardvarietät. Dessen terminologische Ausweitung nach Osten hin (zusammen mit der Gebietsbezeichnung Vlaanderen) auf das ganze niederländischsprachige Nordbelgien hat auch mit der gesamtromanischen und besonders französischen Sprachregelung zu tun, über die bereits Lodovico Guicciardini a. 1567 (vgl. oben Anm. 16) berichtet (vgl. De Vreese 1909, 429): ‘Il lor’ linguaggio materno […] si chiama vulgarmente da forestieri Fiammingo” (S. 27), in der Übersetzung durch Kiliaan (hg. Montanus, a. 1612) mit auffälligem Zusatz: “Heurlieder moedersche sprake […] wordt vande vreemdelinghen geheeten Vlaemsche, ende oock Duytsche” (S. 27).

Vgl. noch, außer der bereits in Anm. 30 genannten Lit., Willemyns 2003, 15f., De Schryver 1987 und 1988.

38

In der Vorrede selber verwendet Coornhert nicht weniger als vier bis fünf Ausdrücke: onse nederlandtsche tale/sprake, het nederlantsche duytsch, (fig.) die nederlantsche tonghe, dit duytsch, daneben noch onser talen (Gen.), hun moeders tale; der Text in Hermans 1996, vgl. De Vreese 1909, 435 mit Nr. 1809, 1956, 1975.

39

Hermans 1996, 48. So auch Petrus Montanus in einem Byvoeghsel zur Übersetzung von Guicciardinis Descrittione (siehe oben Anm. 16 und 37), S. 27b: “Die sprake ende tale deser Nederlanden […] is meest Nederduytsch⁺, gheen gehemeynschap met de Fransoische ofte Walsche spraecke hebbende, maer schijnt meer uyt de Hoochduytsce tale oorspronck te hebben”, mit Randnotiz “Nederlandsche sprake uyt de Hoochduytsche gesproten”. Auch in De Vreese Nr. 624, 1189; vgl. noch zu Montanus: Simons 1982, 12–17, bes. 15.

40

So belegt etwa in De Vreese Nr. 1632 (a. 1556) und 1466 (a. 1682), in Montanus (Byvoeghsel) zu Guicciardini/Kiliaan 1612, 28a.

41

Zu dieser Auffassung, die zunächst beim Schweizer Ägidius Tschudi (1505–1572) begegnet, vgl. De Grauwe 2008, 11 (mit Anm. 33 und Lit.); Van Hal 2010, 150 und 167; Simons 1982, 27 Anm. 88; M. Peters (hg. Gesner) 1974, 16 (mit Anm. 80).

42

Das ganze Zitat bei Van Hal 2010, 90 (mit Anm. 30) und vgl. oben zu Anm. 18.

43

Guicciardini/Kiliaan (hg. Montanus) 1612, 27b.

44

Verlooy 1788, 69 (hg. Smeyers e.a. 1979, 109), auch in Simons 1982, 11. Moedertael wird hier in dem Sinne verwendet, wie er auch in der Twe-spraack S. A 2v (= Dibbets 1985, 54v.) vorliegt (Nl. heute ‘stamtaal’), also nicht in der zu und in der obigen Anm. 24 behandelten Bedeutung. In letztgenannter verwendet Verlooy 26‑mal (de) moederlycke taal (davon 1‑mal im Titel): siehe noch Van der Horst 2004, 29; spielte hier vielleicht das Ideal der égalité (vgl. dazu De Ridder 2001, 8, 32–35, 91–97, 102f.)?

45

So Von Polenz 1986, 186 – von Mattheier 1991, 46 ein ‘Kabinett-Stück von Sprachbewußtseinsgeschichte’ genannt; auch in Von Polenz 2000, 166 und 177. Vgl. noch Tschirch 1989, 107–109 (mit Karte der Luther-Landschaft), Schmidt 1984, 149f.

46

Belegstellen und Einzelheiten bei Von Polenz 1986, 190f.; vgl. auch Von Polenz 2000, 163–167, 176f., 268; Besch 2014: 81–95, 129f.

47

Vgl. vorige Anm. und Von Polenz 1994 (siehe Register S. 481a s.v. Meißnisch[es Deutsch]).

48

Interessant ist “die Frage, ob etwa Luther in den Niederlanden als Fremder eingestuft wurde. Das scheint nicht der Fall gewesen zu sein: die niederländischen Fassungen von Luthers Werken, die auf eine deutsche Vorlage zurückgreifen, enthalten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf dem Titelblatt keine Angabe, die sie als Übersetzung kennzeichnet” (Van Gemert 2003, 13 unter Berufung in Anm. 15 auf Visser 1969).

49

Vgl. De Grauwe 1992, 193 (mit Lit. in Anm. 9) und 198. Die genannte Doppelformel u.a. in Peters 2012, 324; dazu auch Damme-Nagel 2004, 1.

50

Siehe zuletzt v.a. Buccini 2003, 210 (mit Verweisen auf Maurits Gysseling); auch Schönfeld 1970, xxixf., mit “Aantekeningen” und Lit. S. xlvii und Devos 2002, 46f. Vgl. bereits Willems 1837, 10 (dazu Simons 1982, 26 und vgl., anlässlich der westflämischen “Partikularisten” des 19. Jh.s, 179f.).

51

So in der Übersetzung eines Luther’schen Tischreden-Zitats durch Aurifaber, zitiert von Schmidt 1984, 150f.

52

Den positiven wie negativen historischen Niederdeutsch-Bewertungen seit dem 16. Jh. sind die genau 100 Seiten des Kap. 4 von Arendt 2010, 41–140 gewidmet (siehe nicht zuletzt S. 129 zu Chytraeus).

53

Adelung 1782, Lehrgebäude i 79, zitiert in Schmidt 1984, 151; ähnlich auch in seinem Mithridates 1806, Letzteres zustimmend zitiert (in B. H. Lulofs nl. Übersetzung) von Willems 1837, 16–98 (dazu noch Simons 1982, 25–28); siehe auch Arendt 2010, 66 Anm. 115. Verlooy 1788, 79 (hg. Smeyers und Van Den Broeck 1979, 119) schreibt: “In vergelijking van d’onze met de Hoogduytsche, is d’onze veel zoeter” und nennt u.a. viele Beispiele mit “ook veel meer consonanten of stemlooze letters als d’onze, die hun tael zeer hard maken “(d.h. mit Lautverschiebung).

54

Abzusehen ist hier von ganz modernen Rückdrängungstheorien, wie sie von Theo Vennemann und Klaus-Peter Lange aufgestellt worden sind: siehe dazu (mit Lit.) De Grauwe 2003c, 104 mit Anm. 10. Arndts Annahme wurde auch, nochmal zustimmend, von Willems 1837, 12f. zitiert (siehe auch Simons 1982, 25, der diesen Autor leider mit dem viel bekannteren Zeitgenossen Ernst Moritz verwechselt).

55

Siehe etwa Wolf 1981, 34–36; Wolf in Besch und Wolf 2009, 278–286.

56

Die Belegstellen bei Roelevink 1991, 198, 202 bzw. 249, auch zitiert bei Berns 2001, 34 mit Anm. 19–21. Vgl. noch die Wendung Das ist mir gar zu hoch (Glück 2002, 35 mit Anm. 57) ‘es ist mir unverständlich’, als Zeugnis für das Deutsche als fremde und unverstandene Sprache bei den Franzosen des 17. Jh.s.

57

sao s.v. låg; daneben auch Schwedisch neder- und platt-tysk (Dänisch nur neder- und plattysk).

58

De Grauwe 2002, 107 mit Verweis auf Loonen 1993.

59

Belegstelle in wnt s.v. laag vi (samenstellingen); die Form leeg ist heutzutage noch dialektal in Flandern, Brabant und Seeland. Auf Low Dutch muss in den Vereinigten Staaten gewiss auch Leeg Duits zurückgehen: siehe Van der Sijs 2009, 24–31, bes. 25.

60

Vgl. De Grauwe 2003, 144 mit Verweise auf Hessmann und Kremer 1973, 162, 165; Willems 1837, 7f., zitiert in Simons 1982, 26.

61

Lauterbachs Sammlung B, Nr. 6146 (aus dem Lateinischen); zu (den) Sachsen bei Luther vgl. oben 2.2 (mit Anm. 45). Luthers allgemeine Einschätzung der wechselseitigen Verständlichkeit war sowieso regelrecht negativ; der zitierten Stelle geht unmittelbar voran: “Deutschland hat so viele Dialekte, dass die Leute im Abstand von 30 Meilen einander nicht verstehen”.

62

Auch zitiert bei Simons 1982, 23 (vgl. noch unsere Anm. 60); vgl. ausführlich Sanders 1982, 153–168, Arendt 2010 (siehe unsere Anm. 52).

63

Hg. Smeyers und Van den Broeck 1979, 109. Vgl. dazu Simons 1982, 10 (mit Anm. 5), 16 (mit Anm. 36).

64

Außer bei Becanus, auf den Dibbets 1985, 316a (zu Z. 18–19) verweist, auch beim Grammatiker Pontus de Heuiter a. 1581 (siehe v.a., mit Zitat, Van der Sijs 2004, 253). So noch später ausdrücklich auch in Stevins Uytspraeck a. 1586 (siehe Van den Branden 1956, 195) und bei Verlooy 1788, 70–73 (hg. Smeyers und Van Den Broeck 1979, 110–113). Auch Ten Kate 1723, 11 rühmte “ons hedendaegse Nederlandsch […] bezittende […] die gemakkelijkheid van Woord-koppeling, die aan de Grieksche Tael haren grootsten luister toebragt” (gemeint ist die Bildung nominaler Komposita). Auch im “Mémoire” von Verlooy (siehe Anm. 16 i.f.) heißt es merkwürdigerweise von “notre langue”: “il n’ij a qu’ une seule langue, qui comme la langue grecque a ses differens dialectes” – ein Topos also!

65

Zu ‘deutsch’ (tyoesch) im Friesischen siehe Meijering 1983. Zum Skandinavischen siehe De Grauwe 2008.

66

Zu einem ähnlichen Schluss komt Dekker 1999, 255 für den Philologen Jan van Vliet (1622–1666): “Van Vliet employed the term Duijts very ambiguously”.

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