Lodovico Pontano (ca. 1409-1439)

Eine Juristenkarriere an Universität, Fürstenhof, Kurie und Konzil

Series:

The short but fiery career of the famous jurist Lodovico Pontano (†1439) led from the universities of Bologna, Florence, Rome and Siena, the Roman curia and the court of Alfonso V of Aragón to the Council of Basel where he became rapidly one of the major conciliarist leaders and died at the age of only 30 years of the plague. Pontano’s biography and the sequential analysis of his largely unedited works shows how a man of learning managed to present his legal skills, later enhanced by persuasive theological arguments, as an expertise indispensable for government and to make himself so essential that he could regularly afford to break his contracts. The first edition of ten important tracts and speeches completes the work.
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Biographical Note

Thomas Woelki, born 1977, studied law, history and Romance studies in Berlin and Caen, received a Ph.D. (2010) in medieval history, and is currently research assistant in medieval history at the Humboldt-University of Berlin.

Review Quotes

"Mir ist keine Biographie für irgendeinen anderen spätmittelalterlichen Juristen bekannt, die das Niveau dieser Würdigung von Ludovico Pontano erreicht. Hier werden viele Fäden nicht mechanisch abgespult, sondern zu einem weitgespannten, mehrdimensionalen Persönlichkeits- und Zeitbild verwoben... Insgesamt stellt dieses brillante Werk, das als Dissertation (an der Humboldt-Universität Berlin bei Johannes Helmrath) entstanden ist, so manche Habilitationsschrift in den Schatten."
Martin Bertram, Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung 99 (2013), 453-456

"...Thomas Woelki ha reso finalmente giustizia a questo grande uomo."
Paola Maffei, Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 92 (2012), 655-659

"... volume, che risulta fondamentale non solo per la trattazione delle questioni politiche ed ecclesiologiche che agitarono il Concilio di
Basilea, ma anche e soprattutto per la comprensione generale della personalità e dell’attività svolta dai giuristi colti durante il Quattrocento."
Tobias Daniels, Studi Senesi, CXXV (2013), p. 194-195.

"...Allein, wie viele [sc. Fragen] hat der Autor dieser „oratorischen Biographie“ vor allem dank seiner unermüdlichen Quellenarbeit geklärt, da
er uns über einen berühmten Juristen und unbekannten Konzilsvater eine Welt erschlossen hat. Dieser wissenschaftliche Erstling dürfte in der seit
einigen Jahren bemerkenswert intensiven Basel-Forschung schon bald den Rang eines Referenzwerks einnehmen."
Heribert Müller, Zeitschrift für Kirchengeschichte 124 (2013), p. 360-363.

"...Für weitere Forschungen im Bereich der spätmittelalterlichen Gelehrtengeschichte hält die vorliegende Monographie also vieles bereit. Sie setzt zudem durch außergewöhnlich fundierte Quellenarbeit und ein herausragendes methodisches Reflexionsniveau neue Maßstäbe."
Georg Strack, sehepunkte, Ausgabe 13 (2013), Nr. 1 (http://www.sehepunkte.de/2013/01/20962.html)

"...Thomas Woelki has provided Pontano with a massive study of his career based on both printed and archival sources. [...] The resulting volume gives Pontano a thorough, relentless treatment from cradle to grave. Few medieval jurists have been as well served."
Thomas M. Izbicki, The Catholic Historical Review, Vol. 98, No. 2, pp. 370-371.

Table of contents

VORWORT

A. DARSTELLUNG

I. ZUR EINFÜHRUNG: EINE UMBRISCHE GELEHRTENFAMILIE

II. METHODISCHE GRUNDLAGEN UND QUELLEN
1. Figuration des Gelehrten als Forschungsproblem
2. Die Schriften Lodovico Pontanos als historische Quelle
a) Kommentare und Repetitionen
b) Singularia
c) Consilia

III. AUSBILDUNG IN ROM, PERUGIA UND BOLOGNA
1. Die frühen Jahre
2. Bologna (ca. 1426-1428)
a) Die Universität von Bologna
b) Das examen privatum
c) Das Doktorenkollegium
d) Erste Consilia
e) Der Canetoli-Aufstand

IV. FLORENZ (1428-1431)
1. Die Familie Pontano in Florenz
2. Karriereplanung: Florenz, Siena oder Padua?
a) Die Universität von Florenz
b) Abwerbeversuche aus Siena
c) Verhandlungen mit Padua und Venedig
3. Tätigkeiten in Florenz
a) Gutachten für die Stadt
b) Professor am Studio
4. Weggang aus Florenz

V. ROM UND KURIE (1431-1433/35)
1. Auditor causarum
a) Ernennung zum Rotarichter
b) Die Rota romana: Forschungsstand und Probleme
c) Spuren der Richtertätigkeit Pontanos
d) Beitrag zur Korporationsbildung
aa) Wissenschaftliche Kollegialität
bb) Verteidigung der Privilegiengemeinschaft
2. Konsistorialadvokat
3. Gutachten in causae maiores:
Erste Stellungnahmen zu Papst und Konzil
a) Marseiller Bistumsstreit
b) Bistumsstreit von St-Pons-de-Thomières
4. Familiar des Kardinals Giordano Orsini?
5. Am Studium Urbis
a) Die römische Universität: Forschungsstand und Probleme
b) Pontano als Professor in Rom
6. Fazit

VI. SIENA (1433-1436)
1. Quellenlage und Forschungsstand
2. Stadt und Studio
3. Die Berufung Lodovico Pontanos
4. Professorengehälter
5. Bleibeverhandlungen und Vertragsverlängerung
6. Leben und Arbeit in Siena
a) Wohnort der Familie
b) Der Universitätsprofessor
c) Anwalt und Konsilienschreiber
d) Humanistische Einflüsse?
7. Verhandlungen um eine Rückkehr an die Kurie
8. Verhandlungen mit Alfons V. von Aragón
9. Exkurs: Die Sieneser Pontano nach 1436

VII. AM HOFE KÖNIG ALFONS’ V. (1436)
1. Methodischer Exkurs I: Persuasivität und Performativität von Traktatreden
a) Mündlichkeit und Schriftlichkeit
b) „Traktatrede“ als Gattung
c) Reden als historische Quellen
d) Rhetorische Analyse
aa) Stufen der Vertretbarkeit
bb) genera causarum
(1) genus iudiciale
(2) genus deliberativum
(3) genus demonstrativum
cc) Statuslehre und Beweisstufen
(1) status coniecturae
(2) status finitionis
(3) status qualitatis und translationis
2. Eine panegyrische Rede
3. Eine Rechtfertigungsschrift für den König
4. Vorbereitung der Gesandtschaft zum Basler Konzil

VIII. AUF DEM BASLER KONZIL (DEZEMBER 1436 – JUNI 1437)
1. Methodischer Exkurs II:
Konziliarismus zwischen Theologie und Rechtswissenschaften
a) theologische und juristische Argumentationsstrategien
b) „Konziliarismus“
2. Ankunft der Gesandtschaft und Antrittsrede
3. Sitzplatzstreit
4. Stellungnahmen in der Ortsfrage
a) Avignon als locus maritimus
b) Vertragsbruch Avignons
c) Der Repräsentationsanspruch der Minderheitspartei
5. Pontanos Verhalten bei der Spaltung des Konzils
6. Reaktionen Alfons’ V.

IX. DER KONZILSVATER
1. Richter an der Konzilsrota
2. Die familia Lodovico Pontanos
3. Beiträge zum Gerichtswesen des Konzils
4. Mitarbeit in Kommissionen
5. Advokat und Konsilienschreiber
a) Der Bamberger Immunitätsstreit
b) Der Pensionsstreit zwischen St-Antoine und Montmajour
c) Die Privilegien der Mercedarier
d) Der Bistumsstreit von Segorbe
e) Städtische Gerichtsbarkeit
f) Prärogativen der Benefizienvergabe
6. Der Jurist als Prediger
7. Fazit

X. DER KONZILIARIST (JULI 1437 – APRIL 1438)
1. Die Monitoriumsdebatte
a) Cedula Kardinal Cesarinis (29. Juli 1437)
b) Pontanos Responsio (31. Juli 1437)
2. Kontumaz und Konzilsauflösung (Oktober 1437)
a) Reaktion auf die Translationsbulle
b) Papstabsetzung
aa) Papstabsetzung wegen Häresie
bb) Papstabsetzung ohne Häresie
3. Antwortrede gegen Cesarini (28. Dezember 1437)
a) Cedula Kardinal Cesarinis (20. Dezember)
b) Panormitanus tritt auf (24. Dezember)
c) Die Verteidigungsrede Cesarinis (27. Dezember)
d) Pontanos Rede ‚Primum diligenter‘ (28. Dezember)
aa) Replik auf Cesarini
(1) Die Frage nach dem drängenderen Anliegen
(2) Die Griechen als Brüder?
(3) Nachsicht gegenüber dem Papst?
bb) Rechtfertigung des Papstprozesses
(1) Der Papst als Schismatiker
(2) Entzug der Obödienz
(3) Papstabsetzung und Reformgedanke
cc) Einzelne Einwände
(1) Monarchische Kirchenverfassung
(2) Das päpstliche Konvokationsrecht
(3) Päpstliche Dispens- und Interpretationsrechte
dd) Bilanz der Rede
4. Responsio an die Gesandten der Kurfürsten (17. Januar 1438)
5. Die Standardrede: ‚Dixerit forte quisquam‘
a) Die Zeit der Apostel
b) Die Kirchenväter
c) Päpste der Alten Kirche
d) Papstanklage
e) Bernhard von Clairvaux
6. Fazit

XI. DARF DER KAISER EIN KONZIL EINBERUFEN?
DER PLAN EINES „DRITTEN KONZILS“
1. Schismazeit und Konstanzer Konzil
2. Die Diskussion auf dem Basler Konzil
3. Die Position Pontanos
4. Fazit

XII. DER KONZILSGESANDTE
1. Responsio an die Griechen
2. Responsio an die savoyischen Gesandten
3. Gesandtschaft zu Herzog Amadeus VIII. von Savoyen (April 1438)
a) Beziehungen Amadeus’ VIII. zu Papst und Konzil
b) Die Gesandtschaft
c) Erfolg der Gesandtschaft
4. Predigt zum Tag der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni 1438)
5. Gesandtschaft nach Köln (August 1438)
a) Die Stadt Köln und das Basler Konzil
b) Erzbischof Dietrich von Köln und das Basler Konzil
c) Rechtsberatung als Mittel der Diplomatie:
Pontanos Stellungnahme im Paderborner Inkorporationsstreit
d) Die Kölner Rede
e) Geschenke und Bestechungsversuche
6. Gesandtschaft zum Herzog von Burgund
a) Auftritt vor Philipp dem Guten
b) Verhandlungen mit der Universität Löwen
c) Gefangennahme
7. Fazit

XIII. TOD UND NACHLEBEN
1. Die Rückkehr Kardinal Cervantes’
2. Pontano in der Absetzungsdebatte (April-Juli 1439)
3. Tod und Begräbnis
4. Ausblick: Pontanos Schriften im 15. und 16. Jahrhundert

XIV. ZUSAMMENFASSUNG

B. EDITION

I. ZUR EDITION

II. AUSGEWÄHLTE TEXTE
1. Rede vor Alfons V. (Mai-Oktober 1436)
2. Avignon als Konzilsort (4. Dez. 1436)
3. Rede zur Verteidigung des Monitoriums (31. Juli 1437)
4. ‚Tractatus auctoritate concilii generalis‘ (28. Dez. 1437)
5. ‚Tractatus super potestate universalis ecclesie et
generalium conciliorum illam representancium‘ (Anfang 1438)
6. Erste Rede vor Amadeus VIII. von Savoyen (Ende April 1438)
7. Zweite Rede vor Amadeus VIII. (Ende April 1438)
8. Dritte Rede vor Amadeus VIII. (Ende April 1438)
9. Rede vor Ebf. Dietrich von Köln (16./20. Juli 1438)
10. Rede vor Philipp dem Guten von Burgund (28. August 1438)

SIGLEN UND ABKÜRZUNGEN

QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS

I. LODOVICO PONTANOS WERKE UND IHRE ÜBERLIEFERUNG
1. Kommentare
2. Repetitiones
3. Singularia
4. Consilia et Allegationes
5. Legistische Kurztraktate
6. Reden, Predigten und konziliaristische Schriften

II. QUELLENVERZEICHNIS
1. Ungedruckte Quellen
2. Gedruckte Quellen

III. LITERATURVERZEICHNIS


Register
Personen
Orte
Zitierte Stellen

Readership

Historians, theologians and historians of law interested in the history of late medieval universities, in the history of the church and the law and in the history of conciliarism.

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