Pietro Pomponazzis Erkenntnistheorie

Naturalisierung des menschlichen Geistes im Spätaristotelismus

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The Renaissance philosopher Pietro Pomponazzi (1462-1525) is mostly known for denying the human mind’s immateriality (and immortality) in accordance with his radical understanding of Aristotelianism. Pomponazzis Erkenntnistheorie attempts to reconstruct his theory of cognition. The author, Paolo Rubini, focuses on Pomponazzi’s scattered views about the mind’s ontological status and cognitive capacities, puts them into the context of Aristotelian-Scholastic psychology, and interprets them by reference to Pomponazzi’s ‘naturalistic’ approach to the human soul. Particular interest is devoted to the role of representations in cognitive acts, the functional link between intellect and imagination, and the process of abstraction. The study is based on Pomponazzi’s published writings about immortality as well as on unpublished records of his lectures about Aristotle’s De anima.
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Biographical Note

Paolo Rubini (Ph.D. 2013, Humboldt University Berlin) works at the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities as a member of the Leibniz edition. His research interests also include theory of cognition and philosophy of nature in late Aristotelianism and early modern philosophy.

Table of contents

Inhaltsverzeichnis
Vorwort xi
Zitierweise und Abkürzungen xiv
Abbildungsnachweis xvii
Einleitung: Pomponazzis radikaler Aristotelismus als naturalistisches
Programm 1
1 Grundkoordinaten von Pomponazzis methodischem Ansatz:
Aristotelismus, Hylemorphismus, Naturalismus 5
2 Aufbau der Untersuchung. Weitere begriffliche Koordinaten:
Identitätsmodell, Repräsentationalismus, Empirismus 27
3 Methodische Vorbemerkung: Forschungsstand, Textgrundlage
und Art der Exegese 37
4 Historische Einbettung: Pomponazzis Biographie, der Paduaner
Aristotelismus, die Renaissance-Philosophie 49
teil i
Historisch-systematischer Hintergrund: Hylemorphismus und
Erkenntnistheorie im Aristotelismus
i.1 Hylemorphismus als methodischer Ansatz bei Aristoteles. Die
hylemorphistische Seelenauffassung 67
i.1.1 Der Hylemorphismus als ontologische These 70
i.1.2 Der Hylemorphismus als naturphilosophische These 77
i.1.3 Der Hylemorphismus als psychologische These 89
i.2 Hylemorphistische Einbettung der Erkenntnistheorie im
Aristotelismus 98
i.2.1 Ontologische Struktur kognitiver Prozesse nach Aristoteles’
Wahrnehmungslehre 99
i.2.2 Hylemorphistischer Kern der aristotelischen Erkenntnistheorie:
Erkenntnis als formale Identität 107
i.2.3 Formen als Erkenntnisvermittler: Aristoteles’ Mediumslehre
und Thomas von Aquins Species-Theorie 119
i.3 Grenzen des Hylemorphismus in der peripatetischen Philosophie des
Geistes: Die Immaterialität des Intellekts 136
i.3.1 Epistemische Funktion und ontologischer Status des Intellekts
bei Aristoteles 137
i.3.2 Radikalisierung der Immaterialität des Intellekts bei
Averroes 150
i.3.3 Immaterialität des Intellekts und Hylemorphismus bei Thomas
von Aquin 162
i.3.4 Die radikal-hylemorphistische Option: Alexander von
Aphrodisias 174
teil ii
Verius ratio quam intellectus: Pomponazzis hylemorphistische
Intellektauffassung und ihre erkenntnistheoretischen
Konsequenzen
ii.1 Himmlische Intelligenzen vs. menschlicher Geist:
Vorstellungsgebundenheit und Diskursivität als Kennzeichen
intellektiver Erkenntnis 189
ii.1.1 Unsterblichkeitsfrage und hylemorphistische
Intellektauffassung bei Pomponazzi 192
ii.1.2 Der Nachweis für die Materialität des Intellekts: Pomponazzis
Umgang mit Aristoteles’ Immaterialitätsargument 217
ii.1.2.1 Die Auseinandersetzung mit dem
Immaterialitätsargument in den frühen Vorlesungen über
De anima 219
ii.1.2.2 Die Auseinandersetzung mit Aristoteles’
Immaterialitätsargument in De immortalitate
animae 228
ii.1.2.3 Ontologischer Status des Intellekts bei Pomponazzi:
Versuch einer kritischen Zusammenfassung 248
ii.1.3 Intellektive Erkenntnis als Formalidentität?
Erkenntnistheoretische Konsequenzen von Pomponazzis
Materialitätsthese 257
ii.1.4 Pomponazzis Intellekttheorie im Kontext: Die Lehre der ‚drei
Intellekte‘ 279
ii.2 Erkenntnis des Allgemeinen. Die epistemische Leistung des Intellekts
bei Pomponazzi 295
ii.2.1 Das Objekt intellektiver Erkenntnis: Die Erkennbarkeit des
Einzelnen 298
ii.2.2 Natur und Funktion intellektiver Repräsentationen (Species
intelligibiles) 332
ii.2.3 Pomponazzis Abstraktionsverständnis vor dem Hintergrund der
peripatetischen Tradition 355
ii.2.3.1 Aprioristisches vs. empiristisches Verständnis von
Abstraktion: Thomas von Aquin und Alexander von
Aphrodisias 361
ii.2.3.2 Kausale Faktoren der Abstraktion und Rolle des aktiven
Intellekts nach Pomponazzis Ansicht 379
ii.2.3.3 Abstraktion als vermittelte Erkenntnis: Von Avicenna bis
Gregor von Rimini 397
ii.2.3.4 Pomponazzis Betrachtungen über Abstraktion und
intellektive Erkenntnis des Allgemeinen 424
ii.3 Radikalisierter Hylemorphismus und sinnliche Erkenntnis. Die Rolle
der Vorstellungskraft in Pomponazzis Erkenntnistheorie 455
ii.3.1 Sinnliches Denken? Ansichten über die vis cogitativa im
lateinischen Aristotelismus 464
ii.3.1.1 Thomas von Aquin über innere Sinnesvermögen und
diskursive Vorstellungskraft 475
ii.3.1.2 Ein alternatives Erklärungsmodell: Diskursivität der
Vorstellungskraft bei Johannes von Jandun 496
ii.3.2 Die kognitive Leistung der Vorstellungskraft bei Pomponazzi:
Repräsentation und Identifizierung von Gegenständen 515
ii.3.2.1 Sinnliche Wesenserkenntnis: ein repräsentationalistisches
Erklärungsmodell 517
ii.3.2.2 Der Leitfaden der Vorstellungskraft: Erfahrung unter
praktischen Bedürfnissen 552
Historisch-systematische Schlussbilanz: Radikaler Hylemorphismus,
Repräsentationalismus, Empirismus 573
Literaturverzeichnis 601
1 Primärliteratur 601
1.1 Handschriftliche Quellen 601
1.2 Gedruckte Quellen 601
2 Sekundärliteratur 609
Personenregister 625
Sachregister 631

Readership

Scholars and advanced students interested in (late) Aristotelian theories of cognition and philosophy of mind, as well as in Renaissance philosophy in general.

Information

Collection Information