Textmaschinenkörper

Genderorientierte Lektüren des Androiden

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Textmaschinenkörper ist ein Neologismus, aufgebaut aus drei Lexemen, die, auf unterschiedliche Weise zu Neukombinationen verbunden – Textmaschine, Maschinenkörper, Textkörper –, jeweils das Sprachliche, Mechanische oder Leibliche betonen. Das Hyperonym der einzelnen Wörter ist indes Konstruktion: Texte, Maschinen und Körper sind Artefakte, deren Herstellungsgeschichte und Wirkung zwar sehr unterschiedlich sein kann, aber deren Signum der menschlichen Konstruktion sie jeweils zu Elementen der Kulturpraxis im weitesten Sinn macht und deren Bedeutung immer wieder neu erfasst werden muss. Die unter dem Titel “Textmaschinenkörper” gesammelten Aufsätze befassen sich mit der Darstellung des Maschinenkörpers in literarischen, filmischen und digitalen Texten. Sie analysieren Körper-, Geschlechter- und Menschenkonstruktionen, die auf einer Skala von Medien, vom schriftlich fixierten literarischen Text bis zur digitalen Vorstellung im Computerspiel, repräsentiert und thematisiert werden. Der Band präsentiert erstmals dezidiert genderorientierte Analysen zum Motiv des künstlichen Menschen vor allem zur deutschsprachigen Literatur – von Automaten in der Dichtung des Mittelalters über Marionetten, Puppen und Automaten in der Romantik und in der Literatur des fin de siècle bis hin zu aktuellen Reflexionen über Körper, Technik und Reproduktion – und zur Variation des Motivs im Film des 20. Jahrhunderts – von Metropolis bis Matrix.
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Review Quotes

”…bietet […] einen guten Überblick über das Motiv des künstlichen Menschen und gleichzeitig über die Arbeitsweise der Gender Studies…” in: IASLonline, 25.10.2006

Table of contents

Anke GILLEIR, Eva KORMANN, Angelika SCHLIMMER: Genderorientierte Lektüren des Androiden. Eine Einführung
Rudolf DRUX: Männerträume, Frauenkörper, Textmaschinen. Zur Geschichte eines Motivkomplexes
Jutta EMING: Schöne Maschinen, versehrte Helden. Zur Konzeption des künstlichen Menschen in der Literatur des Mittelalters
Britta HERMANN: Das Geschlecht der Imagination: Anthropoplastik um 1800
Eva KORMANN: Künstliche Menschen oder der moderne Prometheus. Der Schrecken der Autonomie
Carola HILMES: Literarische Visionen einer künstlichen Eva
Marianne VOGEL: “Einfach Puppe!” Die Wachspuppe in der Wirklichkeit und in der Imagination in Romantik und Moderne
Annette BÜHLER-DIETRICH: Zwischen Belebung und Mortifizierung: Die Puppe im Briefwechsel zwischen Rilke und Lou Andreas-Salomé
Gudrun WEDEL: Kunst – Gefühl – Kommerz: Puppen in der Autobiographie von Käthe Kruse (1883-1968)
Cathy S. GELBIN: Das Monster kehrt zurück. Golemfiguren bei Autoren der jüdischen Nachkriegsgeneration
Birte GIESLER: Phantasmen der Prokreation im Kontext der neuen Reproduktionstechnologien – utopischer Raum für neue Konzepte von Gender und Autorschaft? – Carl Djerassis Komödie Unbefleckt
Tanja NUSSER: Reproduktive Un-/Ordnungen. Überlegungen zu kulturellen Darstellungen biomedizinischer und kybernetischer Reproduktion
Frank DEGLER: Scheintod. Das Spiel mit den digitalen Körpern
Elke BRÜNS: Matrix: Erlösung von Körper und Geschlecht?
Claudia GREMLER: Androiden und (Anti)feminismus in The Stepford Wives
Silke ARNOLD-de SIMINE: Ich erinnere, also bin ich? Maschinen – Menschen und Gedächtnismedien in Ridley Scotts Blade Runner (1982/1992)
Florentine STRZELCZYK: Maschinenfrauen – Sci-Fi Filme: Reflektionen über Metropolis (1926) und Star Trek: First Contact (1996)

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