"Nach der Mauer der Abgrund"?

(Wieder-)Annäherungen an die DDR-Literatur

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Die Beiträge des vorliegenden Bandes unterziehen eingeführte Diskurs- und Argumentationslinien der Forschung zur DDR-Literatur einer kritischen Relektüre. Im zeitlichen Anstand von nun bald einem Vierteljahrhundert zum Fall der Mauer richten sie noch einmal den Blick auf Formierungen normativen Handelns im Umgang mit Literatur und damit den Voraussetzungen von Wertungen innerhalb der Literaturgeschichtsschreibung, ihren Bedingungen, Ausprägungen, Konzepten und ihrem Wandel. Zugleich damit stellen sie Fragen der Gattungsentwicklung und Beobachtungen zu diskursiven Leitvorstellungen, ästhetischen und politischen Kontexten der frühen SBZ/DDR-Zeit zur Diskussion. Einen dritten Schwerpunkt der Auseinandersetzung bilden darüber hinaus die späte DDR-Literatur und die Literatur um die Wende herum mit ihren literarischen Inszenierungen von Traumata, (Ab-)Brüchen und Neuanfängen. Den Abschluss bilden drei Fallstudien zu Franz Fühmanns fragmentarischem Prosatext Im Berg und Uwe Tellkamps Roman Der Turm.

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Review Quotes
“[…]ein brillantes Beispiel von Essayistik nach alter Manier, zählt der von Norbert Otto Eke herausgegebene Sammelband wegen der hohen theoretischen Komplexität mancher Beiträge und des Rückgriffs auf das neueste literatur- und kulturwissenschaftliche Rüstzeug zu den avanciertesten Forschungs¬beiträgen im Bereich der DDR-Literatur.”
– Paola Quadrelli, in Wirkendes Wort 4 (2014)
Table of contents
Norbert Otto Eke: “Nach der Mauer der Abgrund”? (Wieder-)Annäherungen an die DDR-Literatur
Literaturgeschichtsschreibung
Hans-Christian Stillmark: Zu strukturalistischen und systemtheoretischen Perspektiven in der germanistischen Literaturwissenschaft der DDR
Wolfgang Emmerich: Zwischen Chronotopos und Drittem Raum: Wie schreibt man die Geschichte des literarischen Feldes DDR?
Janine Ludwig: Was war und ist DDR-Literatur? Debatten um die Betrachtung der DDR-Literatur nach 1989
Michael Opitz: Was wird von der DDR-Literatur bleiben?
Matteo Galli: Post-Staatliche DDR-Literatur in der Literaturgeschichtsschreibung. Eine Bestandsaufnahme
Wiedergelesen
Marianne Schwarz-Scherer: Strategien fiktionalen Erzählens – Sozialistische Gattungspoetik in den Exil-Balladen in der SBZ 1945–1949
Thomas Ulrich: Hanns Eislers Johann Faustus und Brechts Urfaust-Inszenierung als Beispiel der bedingungslosen Kulturpolitik der Frühphase der DDR
Christian Jäger: Bau auf, Bau auf. Zur literarischen Überlieferungsgeschichte der Anfangsjahre der DDR
Stefan Elit: Narrationen der Individualität in der geschlossenen Gesellschaft? DDR-Gegenwartsprosa und DEFA-Film der 1960er Jahre
Michael Hofmann: Der Wilde Osten und der poetische Süden. Grundlegungen und Modellanalysen zur Reiseliteratur in der DDR
Spätzeit – Wendezeit – Nachzeit
Susanne Liermann: “Mit diesem Schweigen [. . .] beginnt Protest” – Die Diffusion von Engagement und Parteilichkeit in der späten DDR-Literatur
Holger Helbig: Ausnahmezustand. Zur Literatur der Wende
Juliane Schöneich: ‘Wendelyrik’ zwischen Ideologie und Wissenschaft – ein kritischer Rezeptionsuberblick
Michael Ostheimer: Nachgeholte Trauerarbeit. Traumatische Erinnerungsräume im Werk ostdeutscher Autoren nach 1989
Matthias Schöning: Untergründige Koinzidenz: Christa Wolf, der “Deutsch-deutsche Literaturstreit” und die Bezugnahmen auf die “Grose Kontroverse”
Heinz-Peter Preußer: Kritik als Loyalität. Ein Ruckblick auf den Legitimationsdiskurs späterer DDR-Literatur ausgehend von Christa Wolfs Stadt der Engel
Lektüren
Stephan Krause: “Das war mein Ort.” – Franz Fühmanns literarisches Bergwerk
Silke Horstkotte: Von Ostrom nach Atlantis. Utopisches in Uwe Tellkamps Der Turm
Andrea Jäger: Die Wiederbelebung des Historismus in der literarischen Geschichtsschreibung über die DDR. Bemerkungen zu Uwe Tellkamps Der Turm
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