Anthropologie und Medialität des Komischen im 17. Jahrhundert (1580-1730)

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Der Band basiert auf einer Tagung, die die Internationale Andreas Gryphius-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Department Germanistik und Komparatistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 20. bis 23. September 2005 in Erlangen durchgeführt hat. Angeregt durch neue kulturwissenschaftliche Fragestellungen, nehmen die Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen die Ästhetik komisierender Verfahren in Literatur und Bild des 17. Jahrhunderts in den Blick. Sie beschäftigen sich mit semiotischen und materialen Erscheinungsformen des Komischen in unterschiedlichen Textsorten, mit poetischen und poetologischen Fragestellungen und diskutieren Probleme der Inszenierung des Komischen sowie Möglichkeiten seiner Grenzbestimmung. Immer wieder gerät dabei die virulente Frage nach der Rezeption des Komischen ins Zentrum des Interesses.
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”Clearly one cannot but welcome a study of such quality..” in: Monatshefte, Vol. 103, No. 1, 2011

Table of contents

Stefanie AREND und Dirk NIEFANGER: Einleitung. Grenzen und Möglichkeiten einer kulturhistorischen Untersuchung des Komischen im 17. Jahrhundert
Stefanie STOCKHORST: Lachen als Nebenwirkung der Barockkomödie. Zur Dominanz der Tugendlehre über das Komische in der Komödientheorie des 17. Jahrhunderts
Martin DISSELKAMP: Lachen als Freisetzung von Kritik und Umgangskompetenz bei Christian Thomasius. Zu den Entwürfen eines Aristoteles-Romans in den Monatsgesprächen
Daniel FULDA: Komik des Sichtbarmachens. Zu Körper und Verkleidung als Medien des Wanderschauspiels,
mit einer Wendung von der Medialität des Komischen zur Komik als Medium
Marie-Thérèse MOUREY: Körperrhetorik und -semiotik der volkstümlichen Figuren auf der Bühne
Misia Sophia DOMS: Lachkrankheiten. Medizinisch-psychologische Aspekte des Verhältnisses von pathologischem Lachen und Geisteskrankheit in der anthropologischen und der erzählenden Literatur der Frühen Neuzeit
Uwe WIRTH: “… habt ihr denn keine Mäuler mehr?” Die Performanz des komischen Körpers in Grimmelshausens Simplicissimus
Eberhard MANNACK: Grimmelshausens Ewig-währender Calender als Medium der Komik
Ralf HAEKEL: Von Bottom zu Pickelhering. Die Kunst des komischen Schauspiels in Shakespeares A Midsummer Night’s Dream und Gryphius’ Absurda Comica
Ferdinand VAN INGEN: Komik im Roman des 17. Jahrhunderts. Erscheinungsformen und Historizität
Peter RUSTERHOLZ: Fischarts Prolog der Geschichtklitterung. Zur Hermeneutik ‘Karnevalisierter Schrift’
Thorsten UNGER: Von der Heilkraft des Lachens und vom antiklerikalen Galgenhumor in Lazarus Sandrubs Schwanksammlung Delitiae Historicae et Poeticae (1618)
Andrea WICKE: Grenzen des Komischen um 1700. Zum Dissens zwischen Johannes Riemer und Christian Weise über die Politischen Romane
Jörn STEIGERWALD: Höfliches Lachen. Die distinguierende Komik der höfischen Gesellschaft (am Beispiel von Christian Friedrich Hunolds Satyrischer Roman)
Mirosława CZARNECKA: Misogyne Lachgemeinschaft. Barocke Frauensatire im deutsch-polnischen Vergleich
Volkhard WELS: Der theologische Horizont von Andreas Gryphius’ Absurda comica
Johann Anselm STEIGER: Das Lachen Gottes und des Menschen. Die Narretei Gottes, der Vernunft und des Glaubens in der Theologie Martin Luthers
Silvia Serena TSCHOPP: Geschlechterkampf als Gesprächspiel. Frühneuzeitliche Ehesatire im Spannungsfeld von Affirmation und Diskursivierung sozialethischer Normen
Ralf Georg BOGNER: Theorien literarischer Komik und Praxis kritischer Satire. Dialogisch-publizistische Reflexionen und Inszenierungen des Witzes in Christian Thomasius’ früher deutschsprachiger Literaturkritik um 1700

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