Innovation durch Wissenstransfer in der Frühen Neuzeit

Kultur- und geistesgeschichtliche Studien zu Austauschprozessen in Mitteleuropa

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Es ist üblich geworden, die Jahrhunderte von etwa 1300 bis 1800 als Beginn der Moderne zu preisen - als Beginn, der durch Begriffe wie 'Innovation' und 'Fortschritt' gekennzeichnet wird. Dieses Buch prüft diese Einschätzung, indem es einen doppelten Zugang vorschlägt: Es verbindet historiographische Fallstudien mit systematischen Debatten über die Frühe Neuzeit. Im Blick auf die Frage der Innovation präsentiert es einige der konfliktreichsten Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen des Wissenstransfers: Theologie (Martin Luther), Astronomie (Die Rezeption des Aristoteles, Tycho Brahe), Buchhandel (Griechenland und Europa) und Literatur (Christian Weise). Im Ergebnis plädiert das Buch für einen vorsichtigen Gebrauch des Begriffs der Innovation - bis in das späte 18. Jahrhundert meinte Erneuerung häufig in erster Linie 'Renovatio'. Um ein Wort Hans Blumenbergs aufzugreifen: Die Legimität der Frühen Neuzeit findet sich weder in ihrer mittelalterlichen Vorgeschichte noch in der Moderne, sondern nur in der Epoche selbst.
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Table of contents

Sandra Richter, Johann Anselm Steiger: Einleitung
Sandra Richter: Der herkulische Charaktertypus und seine Gegenspieler. Christian Weises Masaniello (1682/83) im europäischen Kontext
Johann Anselm Steiger: Jonas Hölle. Ein auslegungsgeschichtlicher Beitrag zu Luthers Interpretation des Alten Testaments
Sven Grosse: Die Neuzeit als Spiegelbild des antiken Christentums
Ralph Tuchtenhagen: Antikerezeption und Herrschaftslegitimation in der Frühen Neuzeit am Beispiel der Theorien über den Ursprung der Völker Europas
Ulrich Moennig: Gedruckte Bücher für den griechischen Markt (16.–18. Jh.). Wissenstransfer zwischen Innovation und Konservatismus
Marc Föcking: Fruchtbare Fehler. Mißverständnisse der Rezeption als Innovationsfaktoren in der Literatur der italienischen Renaissance
Anja Hill-Zenk, Felix Sprang: Kontinentaleuropäisch-englischer Wissenstransfer und das gedruckte Buch in der englischen Renaissance
Gudrun Wolfschmidt: Tycho Brahes Instrumente. Historische Wurzeln, Innovation und Nachwirkung
Katrin Cura: Bilder und Texte – Von der Dokumentation zum Protokoll in der Chemie
Jürgen Sarnowsky: Die Rezeption der aristotelischen Naturphilosophie an den Universitäten des 15. und 16. Jahrhunderts
Ulrich Pfisterer: Mythen von künstlerischer Innovation und Tradition. Annibale Carraccis Almosenspende des Hl. Rochus und die Erneuerung der christlichen Malerei um 1600
Ulrich Heinen: Innovation. Ein kulturhistorischer Impuls für Kreative in Zeiten der Krise
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