Volksschule des Theaters

Nationalsozialistische Massenspiele

Als Volksschule des Theaters werden populistische Massenspiele nach der Machtübernahme entwickelt. Modern choreographiert, sollen sie das kollektive Bedürfnis hervorrufen, formiert und geführt zu werden. Dabei allerdings wandelt sich ihre Ästhetik grundlegend von einem chorischen Theater, das von der Liturgie und vom kollektiven Auftreten her gedacht wird, zum spektakulären Event.

So zeugt die bislang ungeschriebene Formgeschichte dieser Massenspiele exemplarisch von veränderten affektpolitischen Regierungskünsten im Nationalsozialismus. Nach deren Formspezifika und Fortleben fragend, untersucht Evelyn Annuß die gouvernementale Dimension des NS-Massentheaters, analysiert zeitgenössische mediale Dispositivwechsel, internationale wie innenpolitische Konkurrenzen und die widersprüchliche Relation zwischen Propaganda und künstlerischer Avantgarde.
Aus dem Inhalt:
I. Regierungskünste
II. Medien
III. Inszenierungskonkurrenzen
IV. Architekturtheater
V. Thingspiele
VI. Landschaftsbühne
VII. Formfusionen
VIII. Blickführungen


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Biographical Note
Evelyn Annuß ist seit 2017 Privatdozentin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum.
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