Doing Interpretation

Perspektiven praxeologischer Hermeneutik

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Wer interpretiert, tut etwas. Dieser schlichte Umstand trat mit dem practice turn verstärkt in den Fokus hermeneutischer bzw. interpretationstheoretischer Debatten. Wo steht die Diskussion heute? Wohin soll sie sich bewegen?
Als primärer Gegenstand der Hermeneutik erschien lange relativ klar eine Top-down-Reflexion auf die Natur von Erkenntnis, Verstehen und Interpretation. Das hat sich mit dem practice turn geändert. Durch diese zuerst seitens der Wissenschaftsgeschichte und der Sozialwissenschaften kultivierte Umorientierung kommt verstärkt der Bereich des konkreten Interpretationshandelns in den Blick. Die Aufmerksamkeit gilt, bottom-up, den Routinen der Bedeutungsproduktion - und dies insbesondere auch, wo die betreffenden kleinteiligen Praktiken nicht durch Methoden, sondern durch eine implizite und informelle Logik bestimmt sind. Der Sammelband lädt dazu ein, diesen produktiven turn im interdisziplinären Austausch zu bedenken und weiter voranzutreiben.
Anyone who interprets does something. But it has only become a focus of hermeneutical debates since the practice turn. What is emphasized here is no longer the bottom up “nature” of understanding and interpretation, but the actual doing interpretation – especially where the practices in question are determined not by methods, but by implicit and informal logic. This volume considers where the debate is today, and where it is supposed to move.
Johannes Corrodi-Katzenstein ist Titularprofessor an der Theologischen Fakultät Zürich.
Andreas Mauz ist Oberassistent am Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie der Universität Zürich.
Christiane Tietz ist Professorin für Systematische Theologie an der Universität Zürich.