Umkämpftes Gedächtnis

Die Antinapoleonischen Kriege in der deutschen Erinnerung

Series: 

Author: Karen Hagemann
Dieses Buch erkundet die umkämpften deutschen Erinnerungen an die sogenannten Befreiungskriege gegen Napoleon (1813–1815) im langen 19. Jahrhundert. Die Zeit der Antinapoleonischen Kriege zwischen 1806 und 1815 nahm lange eine Schlüsselposition in der Geschichtsschreibung und im nationalen Gedächtnis des deutschsprachigen Raums ein, da die kollektive Erinnerung an diese Kriege eine zentrale Bedeutung für die Ausformung von konkurrierenden Vorstellungen der deutschen Nation und Nationalidentität hatte. Diese Erinnerung wurde nicht nur von politischen Interessen, sondern auch von regionalen, sozialen und geschlechtsspezifischen Differenzen geformt. Das Buch untersucht das umkämpfte Gedächtnis nicht nur anhand der populären, militärischen und akademischen Geschichtsschreibung, sondern auch sehr viel breitenwirksamerer Erinnerungsmedien wie Memoiren und Romane sowie kultureller Praktiken, insbesondere Feiern und Symbolen.
In 2013 Germany celebrated the bicentennial of the so-called “Wars of Liberation” in 1813–1815. This book argues that we cannot achieve a comprehensive understanding of these wars and their importance in collective memory, without recognizing the interaction of politics, culture and gender. The focus of the study is therefore on the highly contested discourses and symbolic practices by which individuals and groups interpreted these wars and made political claims in the broadest sense, starting in the period itself and ending with the centenary in 1913.
Karen Hagemann ist James G. Kenan Distinguished Professor of History and Adjunct Profes-sor of the Curriculum in Peace, War, and Defense an der University of North Carolina at Chapel Hill und hat breit zur Modernen Deutschen und Europäischen Geschichte geforscht. Die Englische Ausgabe des Buches erhielt 2016 den Hans-Rosenberg-Preis der Central European History Society für das beste Buch in Central European History.