Epiphanien

Religiöse Erfahrungen in deutschsprachiger Prosa der ästhetischen Moderne

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Seit den frühen Schriftzeugnissen ist die religiöse Erfahrung ein zentraler Topos. Ihre vielfältigen Formen und Funktionen kennzeichnen nicht nur kosmologische und prophetische Texte, sondern ebenso philosophische Dialoge sowie Epos, Drama und Lyrik.
In der Romantik markieren Form und Funktion von religiösen Erfahrungen eine ideengeschichtliche Zäsur, die für die ästhetische Moderne konstitutiv ist. Deren Auswirkungen widmet sich die hier vorliegende Studie anhand der systematischen Analyse von Epiphanien in deutschsprachiger Prosa der Romantik und der 1920er bis 1950er Jahre. Dabei zeigt sich, dass traditionelle und aufklärerische Darstellungsverfahren religiöser Erfahrungen sowie die Sakralisierung von Profanem ineinandergreifen. Epiphanien sind gerade im Ausgang von individuellen sowie historischen Krisenerfahrungen Ausdruck der literarästhetischen Herstellung und Reflexion sakraler Deutungsschemata.
The study provides a systematic analysis of epiphanies in German-language prose of the 1920s through to the 1950s and shows that, in the prose of aesthetic Modernism, traditional and Enlightenment forms of representing religious experience are just as important as the sacralisation of the profane. Particularly at points of individual and historical crisis, epiphanies mark the literary creation of meaning as well as literature’s reflection on the same.